Neuseelands Wild West Coast

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Zugegeben, ich hatte wohl von kaum einer Gegend in Neuseeland so wenige Erwartungen, wie von der West Coast der Südinsel. Keine Ahnung warum. Ein bisschen vielleicht, weil ich dachte, sie wäre so touristisch. Und ein bisschen Bauchgefühl. Aber gut, dass ich auf dieses Bauchgefühl nicht gehört habe, denn die West Coast hat uns förmlich umgehauen!

Sehenswerte Orte

Wir dachten ja, wir würden da einfach nur so durchfahren. Tja, falsch gedacht! Es gab für uns hier so viel zu entdecken!

Mount Aspiring National Park

Offiziell liegt der Mount Aspiring National Park zwar nicht an der West Coast. Da er sich aber nur unmittelbar davor, in der Nähe von Haast, also wenige Kilometer entfernt von der Küste befindet, gehört er für mich einfach dazu. Und ganz genau betrachtet erstreckt er sich ja auch bis zur Küste – er ist für Normalsterbliche nur eben nicht von dort zugänglich.

mount aspiring national park

Wir hatten uns zwar ein paar coole Wanderungen für den Mount Aspiring herausgesucht (denn ja, hier gibt es coole Mehrtagestouren wie zum Beispiel den Rees-Dart-Track oder den Gillespie-Track), aber körperlich war das dann einfach nicht drin.

Stattdessen hatten wir uns für einen kurzen, etwa einstündigen Walk zu den Blue Pools entschieden. Hier könnt ihr kristallklares, super türkises Schmelzwasser bewundern, das euch kurz zweifeln lässt, ob das eigentlich echt ist. Eine wirklich tolle Szenerie! Und für Fußfaule (oder wie wir in diesem Moment Fußlahme :D) der perfekte Trip!

blue pools

Haast

Haast befindet sich wenige Kilometer von der West Coast entfernt und ist irgendwie der Start (oder das Ende) der West Coast. Der Ort selbst ist klein und hat nichts Weltbewegendes zu bieten. Dafür ist aber der Haast Pass, also die Straße, die euch vom Landesinneren zur Küste bringt, wunderschön. Hier werdet ihr ein paar Mal halten wollen, um euch die ganzen tollen Wasserfälle und Urwälder anzuschauen.

haast

Fox Glacier

Da derzeit (Februar 2018) die Road zum Fox Gletscher gesperrt ist, haben wir uns diesen Gletscher nur von Weitem angeschaut. Man hätte zwar auch hin laufen können, wir haben uns faulerweise aber für den nur 20km entfernten Franz Josef Gletscher entschieden.

Neben Gletschern gibt es in Fox Glacier (Town) aber noch mehr! Der Lake Matheston dürfte vielen bekannt sein und auch wir wollten unser Glück versuchen, dort die Spiegelung des Mount Cook im Wasser zu sehen. Wir sind extra morgens hingefahren und wurden mit einem sehr ruhigen See belohnt, bei dem wir uns nicht sicher waren, ob es nicht doch ein Spiegel ist. Das einzige, was ihn verriet, war der Nebel auf der Oberfläche.

lake matheson

Kleiner Tipp: Als wir morgens am See ankamen, kamen mit uns auch fünf andere Tourbusse an. Zugegeben, auf die Touristenmassen hatten wir natürlich keine Lust. Da der Weg um den Lake Matheson aber ein Loop ist, und da alle aus den Bussen zum „Reflection Point“ pilgerten, sind wir den See einfach andersherum abgelaufen. Das bedeutete zwar, dass wir nicht an DEM Punkt fürs Foto waren, dafür hatten wir aber auch einen wunderschönen Punkt gefunden, den wir uns mit nur wenigen anderen Besuchern teilen mussten. Und hier war es viel ruhiger, sodass wir eine perfekte Spiegelung zu Gesicht bekamen!

Ein weiterer, wunderschöner Ort in Fox ist der Gillespie Beach. Wir sind hier eigentlich nur hingefahren, da es dort einen günstigen Campingplatz gab, waren vor Ort dann aber komplett geflasht. Der Strand besteht aus großen, grauen Steinen, die Wellen sind groß und imposant. Und dann, wenn man sich am Strand umdreht, und überhaupt nicht mit rechnet, dann sieht man plötzlich (bei gutem Wetter versteht sich) den Mount Cook und die umliegenden Berge. Hier war es wirklich wunderschön!

gillespie beach

mount cook

Franz Josef Glacier

Am Franz Josef Glacier ging es ordentlich touristisch zu. Trotzdem wollten wir einen Blick auf den Gletscher erhaschen und machten uns daher auf den Roberts Point Track, den ich zuvor von b2-dentists auf Instagram empfohlen bekommen hatte. Zum Glück! Der Track war der absolute Wahnsinn, ging durch den grünen, urwaldartigen Wald, über Wurzen, Felsen und Bäche und hier und da hing dann mal eine schier endlose Hängebrücke in den Schluchten. Wir waren wirklich hin und weg.

franz josef

Am Ende des Tracks wurden wir dann obendrauf noch mit einem wunderschönen Blick auf den Gletscher belohnt. Da wir ein ganzes Stück weiter oben waren, als es die anderen auf dem Glacier Track waren, würde ich auch mal behaupten, dass unsere Sicht ein ganzes Stück besser war! 🙂

franz josef

franz josef
Marc hat mir zum Schluss dann noch ein Stück Gletschereis aus dem Fluss gefischt. Wollte er am liebsten behalten…
Hokitika

Schon bei der Ankunft in Hokitika fanden wir den Ort irgendwie schnuckelig. Am nächsten Morgen begannen wir dann, ihn uns etwas genauer anzuschauen. Unsere Erkundung begann am Strand, an dem das Wort Hokitika mit Baumstämmen nachgebaut ist. Hut ab vor dem Küstler, der das geschafft hat! Wir waren auf jeden Fall sehr positiv beeindruckt!

hokitika

Außerdem befindet sich am Strand von Hokitika ein altes Schiffswrack, das einfach mal zum Pausenort mit Bänken und Tischen umgebaut wurde. Was für eine coole Idee!

hokitika

Außerdem haben wir noch bei einem  Glühwürmchen Dell vorbei geschaut. Hierbei handelt es sich quasi um eine Höhle, die aber nach oben hin offen ist. Bedeutet: ist einfacher zugänglich, aber die Glühwürmchen sind natürlich auch nur im Dunkeln zu sehen – wir waren im Hellen da.

Zur Hokitika Gorge, dem Ort, für den Hokitika wohl am bekanntesten sein dürfte, sind wir übrigens nicht gefahren. Da es über 30km one way gewesen wären, entschieden wir, dass wir schon genug coole Orte mit faszinierendem Wasser gesehen hatten.

Greymouth

Greymouth selbst mag zwar nicht spektakulär sein, dennoch sind wir hier ein wenig im Holiday Park versackt. Ein Strandspaziergang, einfach durch die kleine Stadt entlang des Bahnhofes schlendern, wir haben die Stadt sehr genossen.

Punakaiki

Punakaiki dürfte wohl am bekanntesten sein für seine Pancake Rocks. Ich habe mich früher ja immer gefragt, warum diese denn so heißen, inzwischen weiß ich es und stimme zu. Es mag auf Bildern zwar nicht so rüber kommen (zumindest für mich nicht), aber vor Ort sieht es wirklich so aus, als hätte jemand Unmengen von Pfannkuchen übereinander gestapelt bei diesen Felsen.

Ein kleiner Walk führt euch entlang der verschiedenen Rocks. Wir empfehlen euch, zur Flut vorbei zu kommen, denn dann zeigen die sogenannten Blowholes, was sie drauf haben. Hier wird dann nämlich Wasser teils meterhoch durch die Pancake Rocks nach oben geschossen. Ein Spektakel, das ihr gesehen haben solltet!

pancake rocks

Bei den Pancake Rocks wird es leider sehr schnell sehr voll. Unser großes „Glück“ war es, dass wir während eines ziemlich bösen Regenschauers dort waren. Wir sind wagemutig mit unseren Regenjacken losgestiefelt, zum Glück hat das aber nicht jeder der Touristen dort auch so gemacht. So hatten wir zwar am Ende nasse Klamotten, aber immerhin größtenteils unsere Ruhe an den Felsen.

Westport

Kurz vor Westport befindet sich das Cape Foulwind, dem wir einen Besuch abgestattet haben. Das Cape selbst und der dortige Leuchtturm sind zwar ganz nett, aber wer sich die Ecke vernünftig anschauen möchte, der sollte den gesamten, ca. einstündigen Walk dort machen. Wir haben ihn aus Zeitgründen nicht mehr geschafft und fanden das Cape nur halb so toll, wie es vermutlich tatsächlich ist.

Karamea

Leider haben wir es nicht mehr bis nach Karamea, dem Tor zum Kahurangi National Park, geschafft. Da wir Teile des Nationalparks aber schon vom nördlichen Zugang aus besucht hatten, beschlossen wir, den Teil an der West Coast auszulassen. Oft haben wir gehört, dass dieser Ort ein noch wirklicher Geheimtipp ist und man hier nicht auf so viele Touristen trifft, leider können wir nicht sagen, ob das der Wahrheit entspricht.

Wir können es uns aber gut vorstellen, denn die Straße von Westport nach Karamea ist eine Sackgasse. Egal, wo ihr im Anschluss also hin wollt, Karamea wird immer ein Umweg sein. Diese Tatsache hatte uns in unserer Entscheidung dann doch ein wenig beeinflusst, Karamea außen vor zu lassen.

Straßen

Die Straße entlang der West Coast war für uns die schönste Straße auf der Südinsel! Allein das Entlangfahren der Straße war für uns schon ein riesiges Highlight. Wir konnten uns gar nicht satt sehen und haben ständig Fotostopps gemacht. Hier eine Palme, da Farn, dort ein Baum, dann wieder Berge, ein Sandstrand mit schroffen Felsen – rundum, der absolute Hammer!

west coast

Allerdings gibt es nur eine einzige Straße, die entlang der West Coast verläuft. Ihr kommt dort entweder von Haast, über den Arthurs Pass auf Höhe Christchurch, über den Lewis Pass, der etwas höher verläuft oder von Nelson über Westport.

Derzeit sind Teile der Straße entlang der Küste noch beschädigt, d.h. schlichtweg abgebrochen. Stellt euch also auf teils längere Wartezeiten ein, da die Straße nur einspurig befahrbar ist.

west coast

Wetter

Stellt euch an der West Coast auf viel Regen ein. Wir hatten Glück und nur einen Regentag dort, aber das kann auch schnell anders aussehen.

Wie lange brauche ich?

Wir waren tatsächlich insgesamt in vier Tagen durch. Karamea natürlich ausgelassen. Dabei haben wir uns nicht gehetzt, sondern waren so unterwegs, wie wir das wollten. Natürlich hätte man an den jeweiligen Orten auch länger Zeit verbringen können, aber wir haben alles gesehen, was wir sehen wollten und fühlten uns recht entspannt. Natürlich ist es auch möglich, das Ganze in etwas weniger Zeit zu machen, aber dann wird man hier und da auch Abstriche machen müssen.

Unterkünfte

In Fox und Franz Josef gibt es ein Hostel und Motels sowie Holiday Parks. Außerdem gibt es auf der Strecke auch immer wieder DOC Campingplätze, die zwischen 8 und 13$ kosten. Besonders der Campingplatz am Gillespie Beach hat uns sehr gefallen.

Supermärkte

In Haast werdet ihr nur ein kleines Café finden, in Franz Josef gibt es dann wieder einen Four Square und ab Hokitika seid ihr wieder in der „Zivilisation“ und könnt euch über New World und Countdown freuen. 😉

Tankstellen

Gerade im südlichen Teil der West Coast sind Tankstellen eher rar. Tankt unbedingt in Fox, denn in Franz Josef gibt es nur eine sehr teure Tankstelle. Die nächste gibt es dann erst wieder in Hokitika, oder im Süden in Wanaka.

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