Weihnachten auf Langzeitreise – meine Tipps

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Weihnachten auf Langzeitreise – der Tag im Jahr, bei dem so ziemlich jeder Langzeitreisende immer ausflippt und bei dem fast jeder Heimweh bekommt (okay, ich nicht, ich bin ja aber auch knallhart, abgebrüht und ein Grinch. Nur nicht in grün). Witzigerweise schreibe ich diesen Artikel gerade am 25.12.2017 und werde ihn dann tatsächlich schon für nächstes Jahr Weihnachten planen – aber ganz ehrlich, ab morgen will niemand mehr Weihnachtsartikel lesen. 😀

Heute ist inzwischen mein zweites, warmes Weihnachten auf Langzeitreise und fernab der Familie zu Hause (und wer weiß, wie viele noch dazu kommen werden?). Während das die meisten anderen Reisenden immer traurig stimmt, und auch damals in Australien meine Gastfamilie mich an Weihnachten alle fünf Minuten fragte, ob es mir gut ginge, habe ich zugegebenerweise kein Problem mit Weihnachten weit weg.

Aber wie kommt das?

Erster und wohl wichtigster Punkt: Für mich hatte Weihnachten noch nie eine große Bedeutung. Außer als Kind vielleicht, als ich die Weihnachtspyramide (die inzwischen schon längst kaputt ist) staunend beobachtet habe, Weihnachtslieder noch toll fand (weil ich sie eben noch nicht 24 Jahre immer wieder gehört hatte), Plätzchen ausstechen sowieso das allercoolste war und ach ja, Geschenke kriegen ja auch noch mal viel cooler war (besonders, weil man zu dieser Zeit noch niemand anderen beschenken musste).

Wir haben zu Hause einen künstlichen Weihnachtsbaum. Sorry Mama, ich weiß, dass du ihn liebst, aber ehrlich gesagt hasse ich dieses Scheißding, vor allem dann auch noch mit grünen Kugeln im grünen Baum (ich möchte doch einfach nur eine echte Tanne mit roten Kugeln, dann komme ich vielleicht auch mal in Weihnachtsstimmung!).

Geschenke spielen bei uns schon lange keine Rolle mehr und das wirklich kreativste letzte war wohl glaube ich der Nintendo mit dem Spiel Nintendogs.

Inzwischen muss ich dann ja auch noch selbst Geschenke besorgen. Und ehrlich gesagt bin ich da genauso unkreativ wie der Rest meiner Familie.

Weihnachtsmärkte sind auch mal so gar nicht meins. Denn außer Glühwein trinken und sich durchfuttern kann man da nicht wirklich viel mehr machen. Und da ich keine Freunde habe, die sich mit mir zum Glühwein trinken auf dem Weihnachtsmarkt verabreden, bedeutet für mich Weihnachtsmarkt auch nur ein „durch die Mengen geschoben werden“, vor dem ich mich schon seit Jahren drücke.

Ganz ehrlich, dieser ganze Stress um ja eigentlich nichts geht mir auch gewaltig auf den Keks.

Und, am allerwichtigsten, Weihnachten ist ja nicht wohl der einzige Tag im Jahr, an dem man seine Familie trifft! Ich brauche kein Weihnachten, um mich mit meiner Familie zu treffen, weshalb ich sie dann nur an diesem einen Tag im Jahr auch nicht plötzlich mehr vermisse, als an den anderen Tagen.

Stattdessen finde ich es toll, Weihnachten auch hin und wieder mal auf andere Art und Weise zu verbringen und andere Gebräuche kennen zu lernen. Und vor allem kein Mistwetter zu haben. 😀

Aber da ich diesem Artikel ja die Überschrift „Tipps“ gegeben habe, will ich euch nun nicht weiter eingrinchen, sondern viel mehr ein paar Tipps für Weihnachten unterwegs geben.

1. Nur weil ihr unterwegs seid, heißt das nicht, dass ihr euren Liebsten keine Geschenke machen könnt

Wer Weihnachten auf Langzeitreise verbringt, kann seinen Liebsten zu Hause keine Weihnachtsfreude machen? Nöö, falsch gedacht! Ehrlich gesagt ist Marc auf diese Idee gekommen, aber ich bin ihm unendlich dankbar dafür. Für mich ist der Gedanke, Weihnachten ohne Familie zu feiern, ja nicht weiter schlimm, für meine Mutti auf der anderen Seite jedoch, ist der Gedanke, dass ich nicht zu Hause sein würde, immer schwer zu ertragen. Und dass es für Mutti schwer zu ertragen ist, machte es auch für mich immer ein wenig schwerer zu ertragen und ich hätte ihr so gerne eine Freude gemacht.

Jetzt die gute Nachricht an alle Weltenbummer: das könnt ihr! 🙂

Es gibt schließlich so viele Internethändler, bei denen ihr bestellen könnt und einfach die Adresse eurer Eltern angeben könnt. Ein Päckchen von unterwegs zu verschicken, gestaltet sich immer schwieriger als gedacht, da man nie weiß, wann es denn tatsächlich ankommen wird (und niemand möchte ein verspätetes Weihnachtsgeschenk). Da war das die perfekte Lösung. Bei manchen Anbietern (amazon, hust) kann man das Bestellte sogar verpackt verschicken lassen!

Ich entschied mich für meine Ma für etwas besonders kitschiges (und sie liebte es): ich habe ganz einfach beim Online-Fotohändler Pixum eine Tasse mit einem Bild von mir bestellt. Dem ganzen konnte ich sogar noch einen super kitschigen Spruch hinzufügen und das ganze dann ganz einfach nach Hause an meine Eltern liefern lassen (unbedingt die Fristen für einen Versand bis Heiligabend beachten!). Und die haben sich wahnsinnig gefreut – Mutti hatte sogar ein paar Tränen in den Augen.

Zwar ersetzt mich das nicht komplett an Weihnachten, ist aber zumindest ein guter Anfang, den Lieben zu Hause zu zeigen, dass man an sie denkt.

2. Nur weil ihr unterwegs seid, heißt das nicht, dass ihr nicht feiern könnt

Am 24.12. (oder wie wir am 25.12., weil wir cool sind und uns anpassen) sollte und wird vermutlich auch jeder Reisende sich etwas Gutes tun. Sei es lecker zu essen, eine schicke Unterkunft oder, so wie wir (an alle Whovians da draußen) einfach den ganzen Tag im Bett liegen bleiben und die neue Staffel Doctor Who schauen. Egal wo ihr seid, ihr habt trotzdem die Möglichkeit diesen Tag zu feiern und ihn zu etwas Besonderem und Tollen zu machen! Gönnt euch einfach etwas schönes an dem Tag!

3. Feiert nicht alleine

Wichtigste Regel! Niemand möchte wohl zu Weihnachten alleine sein (naja ok, manche schon, kann ich auch voll nachvollziehen) und niemand muss das! Manchmal hat man ja schon Glück, dass man sowieso mit seinem Liebsten unterwegs ist und zusammen ein gemütliches Weihnachtsfest verbringen kann, aber auch für alle Alleinreisenden wird sich an Weihnachten auf Langzeitreise jemand finden. Und in Gesellschaft kann man das Fest der Kalorien ja nun mal viel besser feiern.

weihnachten auf langzeitreise

4. Macht euch Geschenke

Da wir ja quasi 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche gemeinsam verbringen, hatten wir uns dazu entschieden, uns nichts zu schenken – denn geheim hätten wir das sowieso nicht halten können. Im Nachhinein haben wir das ein wenig bereut. Gut, dass uns unsere HelpX Hosts damals eine kleine Geschenktüte aufs Auto gelegt haben (sorry, ich vergaß, das war ja Santa). Die Kleinigkeiten auszupacken hat wirklich riesen Spaß gemacht und hat uns doch ein bisschen in Weihnachtslaune versetzt und uns doch ein wenig weihnachtselfenmäßig glücklich gemacht. Also, egal was ihr schenkt, besorgt einfach irgendeine Kleinigkeit und packt sie für den anderen ein und es wird eure Laune sofort heben! Weihnachten auf Langzeitreise muss nicht bedeuten, dass man keine Geschenke bekommt!

5. Verabredet euch zum Skypen

Für alle, die glauben, ihre Familie sei an Weihnachten zu beschäftigt, um mit dem Weltenbummler zu skypen: eure Mutti wird niemals zu beschäftigt sein, um euch frohe Weihnachten zu wünschen! Verabredet einfach vorher einen Zeitpunkt, der allen passt, und habt so zumindest ein bisschen Teil am heimatlichen Weihnachtsfest (auch, wenn 3D-Skypen noch nicht erfunden wurde).

6. Lasst euch auf die Weihnachtsbräuche des jeweiligen Landes ein

Andere Länder, andere Sitten, heißt es so schön. Und egal wo ihr seid,  Weihnachten wird überall anders gefeiert. Lasst euch einfach auf die jeweiligen Bräuche des Landes ein, lernt sie kennen und vielleicht sogar lieben. Am 25. zu feiern und den 24. als normalen Tag zu betrachten, das finde ich ehrlich gesagt klasse – genauso, wie diese Ruhe, die einfach ausgestrahlt wird und die Freude und Feierwut den gesamten 25.12. über, egal ob mit Nachbarn, Freunden oder Familie, hauptsache, alle sind glücklich!

Und insbesondere die Tradition des Pavlova (ozeanischer Baiserkuchen mit frischem Obst) zu Weihnachten ist mir doch sehr ans Herz gewachsen. Haltet nur einmal die Augen offen und unterhaltet euch mit den Einheimischen – ihr werdet sehen, es gibt jede Menge tolle Weihnachtsbräuche zu entdecken und zu feiern.

pavlova

7. Führt euch vor Augen, was an Weihnachten zu Hause besser ist – aber auch, was an Weihnachten auf Langzeitreise besser ist

Wenn ich an die selbst gebrannten Mandeln von meinem Papa denke und an die Shrimps, die wir zu Heiligabend immer verputzen, dann werde selbst ich ein wenig weihnachtswehmütig. Aber nichtsdestotrotz gibt es auch immer jede Menge Vorteile des Weihnachtsfestes im jeweiligen Land, in dem ich mich aufhalte, wie die Weihnachtsbräuche, die ich ja zuvor schon beschrieben habe. Sich diese vor Augen zu führen und diese bewusst zu genießen, ist für mich immer eine riesen Wohltat, vor allem, da ich weiß, dass ich Weihnachten zu Hause noch viel öfter erleben werde, als Weihnachten unterwegs und daher das Weihnachtsfest im fremden Land viel mehr genießen sollte! 🙂

8. Setzt einfach eure Lieblingsweihnachtsbräuche um – egal, wo ihr gerade seid

Klar, die Bräuche des jeweiligen Landes einmal auszuprobieren sollte man machen – aber das bedeutet auf der anderen Seite nicht, dass ihr eure Bräuche nicht auch umsetzen könnt. Plätzchen backen kann man so gut wie überall auf der Welt, Weihnachtslieder findet ihr überall im Internet und selbst Glühwein kann man sich selbst machen. Gestaltet euer Weihnachtsfest einfach so, wie ihr es am liebsten haben wollt! 🙂

9. Schaut nach, welche Angebote es vor Ort gibt

Zu guter Letzt würde ich euch empfehlen, euch vor Ort umzuschauen, welche Weihnachtsevents denn so angeboten werden. Egal ob Parties, Meetups oder auch Gottesdienste zu Weihnachten – wer suchet, der wird (meistens) finden, was er sich zu Weihnachten wünscht! 🙂

Was sagen die Weihnachtselfen? Kann das Weihnachten unterwegs besser erträglich machen? Oder welche Tipps habt ihr gegen das Weihnachts-Heimweh? Oder seid ihr wie ich Grinch? 🙂

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