Unsere Tipps für den Southwest-Roadtrip in den USA

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Hach, Roadtrips. Seit unserer ersten Reise sind Marc und ich große Liebhaber von Reisen mit dem eigenen Auto. Es ist eben einfach etwas anderes. Da stand es natürlich gar nicht erst zur Debatte, dass wir auch einen Roadtrip in den USA planten; genauer gesagt im Südwesten des Landes.

Unser erster Roadtrip in den USA startete und endete in Las Vegas. Hier haben wir uns ein Wohnmobil von Cruise America gemietet. Kostenpunkt inklusive Küchenset (Frühbucher, gabs gratis dazu) war 575 Euro.

Gegen zwei Uhr holten wir unser rollendes Zuhause für die nächsten Tage ab und unser erster Stopp war der nahe gelegene Walmarkt. Dort kauften wir für die kommenden Tage ein. Wir fühlten uns wie kleine Kinder im Schlaraffenland. Walmarkt wurde auf dem Roadtrip in den USA unser neues Erlebnis – hier gibt es einfach alles.

Startklar ging es auf die erste Etappe unseres Roadtrip in den USA. Wie die nächsten sieben Tage bei uns aussahen und welche Empfehlungen wir nach sieben Tagen geben, könnt ihr hier nachlesen.

roadtrip

 

 

monument valley

Unsere Tipps für euren nächsten Roadtrip in den USA

Unsere Route für eine Woche

Um eins vorweg zu nehmen: das ganze war für eine Woche tendentiell ein bisschen zu viel. Aber ich bin einfach zu schlecht im Verzichten! So, wie wir das ganze gemacht haben, hätte es sich definitiv eher für zwei Wochen angeboten.

Stopp 1: Zion Nationalpark

Unser Roadtrip in den USA startete gleich mit einem richtigen Kracher. Wir wollten aus Zion gar nicht mehr weiter und hätten allein hier schon locker eine Woche verbringen können. Der riesige Canyon bietet so viele Wanderwege und tolle Aussichten, dass er direkt zu unserem Favoriten wurde. Welche Wanderungen wir dort gemacht haben, kannst du hier nachlesen.

zion observation point

Stopp 2: Coral Pink Sand Dunes

Die Dünen waren ein kleiner Umweg, auf dem Weg zu unserem nächsten Stopp. Aufgrund des dortigen State Parkes, der uns mit einer Dusche lockte namen wir den Umweg aber zum Glück in Kauf. Der State Park ist ein echter Geheimtipp. Lest hier mehr darüber, warum auch ihr ihn unbedingt besuchen solltet!

coral pink sand dunes

Stopp 3: Bryce Canyon

Für den Bryce Canyon hatten wir auf unserem Roadtrip in den USA leider nur einen halben Tag Zeit – viel zu wenig! Der Bryce Canyon ist riesig und befindet sich auf einer Höhe von 2400 – 2700 Metern. Wir entschieden uns hier ausnahmsweise für den bekanntesten und beliebtesten Punkt – nämlich den Sunset bzw. Sunrise Point. Wir kamen vor dem Sonnenuntergang an und hatten noch ein wenig Zeit bis es wirklich so weit sein würde.

Wir machten also eine kleine Wanderung, die für ca. drei Stunden angesetzt war, die wir aber nach einer Stunde schon beendet hatten. Sie führte in den Canyon hinein und war wirklich cool. Jedoch ist es etwas demotivierend wenn man zuerst bergab läuft und zum Ende wieder bergauf laufen muss. Zumindest haben wir das so empfunden. 😀 Je tiefer man in den Canyon gelangt, desto mehr ändert sich die Umgebung. Wir würden euch übrigens empfehlen, am Sunrise Point hinunter in den Canyon zu laufen und am Sunset Point wieder hochzusteigen. Der Weg am Sunrise Point ist einfach viel schöner und, sind wir ehrlich, den kann man beim Bergab gehen einfach viel besser genießen.

Uns hat der Sonnenuntergang leider nicht so ganz umgehauen, wie wir es vermutet hätten. Schnell liegt nämlich der ganze Canyon im Schatten und macht das Ganze dann doch etwas unspektakulärer als gedacht. Zum Sonnenaufgang haben wir es leider nicht geschafft, haben uns aber sagen lassen, dass der definitiv besser sein soll!

bryce canyon

Stopp 4: Monument Valley

Das Monument Valley ist einfach fast  jedem irgendwie bekannt. Wenn auch mir nicht aus Forrest Gump (erschreckende Tatsache, ich weiß). Aber trotzdem, ich hatte schon seit Ewigkeiten davon geträumt, einmal diese lange, gerade Straße auf die Felsformation zuzufahren. Auch, wenn Marc es jetzt nicht sooo besonders fand, ich schon! Für mich definitiv eines der Highlights auf unserem Roadtrip in den USA!

Übrigens ist es vor Ort, wenn man nicht gerade morgens da ist, auf der Straße voller als gedacht (also soll heißen, dass alle zwei Minuten ein Auto vorbei fährt :D). Passt also bitte beim Fotos machen auf!

monument valley

 

Stopp 5: Page

Der Ort Page ist für zwei Attraktionen bekannt: Horseshoe Bend und endlich wieder ein Walmart. Nein Quatsch, für uns war der Walmart zwar die größte Attraktion hier, weil wir endlich wieder Onion Dip kaufen konnten, aber eigentlich meinte ich den Antelope Canyon. Da mal hier, um an der Photography Tour teilzunehmen, zwangsläufig seine eigene DSLR haben muss (und Marc und ich zusammen nunmal nur eine haben) entschieden wir uns gegen eine Tour. Wenn, dann wollten wir nämlich schon gerne in der Lage sein, vernünftige Fotos zu machen (auf der normalen Tour bleibt keine Zeit, sein Stativ aufzubauen etc.) und das bitte auch gemeinsam.

An den Horseshoe Bend könnt ihr bis auf ca. einen Kilometer mit dem Auto heran fahren und dann den beachtenswerten Blick auf den Colorado River bewundern, der einen Canyon in Hufeisenform hier geformt hat. Die Ausmaße sind wirklich gigantisch und wir fühlten uns plötzlich ganz winzig!

horseshoe bend

Stopp 6: Grand Canyon

Und dann waren wir am Ende plötzlich am Grand Canyon, „dem“ Highlight. Wir waren uns anfangs nicht sicher, ob uns der Grand Canyon überhaupt gefallen würde, oder ob das nicht wieder nur so ein touristischer Ort wäre, der völlig grundlos völlig überhyped sei. Als wir dann dort standen, waren wir aber doch sprachlos. Zwar nicht, weil der Canyon besonders vielseitig, so wie zum Beisipiel Zion, wäre, sondern einfach aufgrund seiner schier unendlichen Größe. Plötzlich fühlten wir uns ganz klein.

Die Wanderung nach unten zum Grunde des Canyons haben wir an einem Tag natürlich nicht geschafft. Stattdessen sind wir einfach ein wenig den Rim abgelaufen und genossen die Blicke über den unendlichen Canyon. Als es uns reichte, konnten wir uns einfach in den kostenlosen Shuttle Bus setzen und wieder zurück zu unserem Auto fahren.

Wir haben uns außerdem morgens zum Sonnenaufgang zum Canyon gemacht und was soll ich sagen? Als alles plötzlich pink und orange aussah, da war es bereits um mich geschehen!

grand canyon

Die schönste Straße der Welt: Road 12!

Während unseres Roadtrip in den USA landeten wir immer wieder auf der Straße Nummer 12, die szenischer nicht hätte sein können! Die Vegetation änderte sich alle paar Meter, führte durch Täler, Berge, Wälder, Einöden und bescherte uns zwischenzeitig sogar Schnee! Absolut verrückt und ein absolutes Highlight – ganz nach dem Motto der Weg ist das Ziel. 🙂

Stellplätze

Campen ist eine kleine Grauzone hier in den USA. Wo nicht ausdrücklich steht, dass man dort nicht campen darf, ist es theoretisch auch erlaubt. Es gibt an den Straßen eine Menge Ausbuchtungen und kleine Wege, in die man problemlos hineinfahren kann und sich für eine Nacht hinstellen kann.

Wenn ihr gerne im Nationalpark campen  möchtet, dann solltet ihr definitiv früh genug nach Stellplätzen gucken. Auch in der Nebensaison ist es noch recht voll. Außerdem sind die immer etwas teurer. Wir haben oft komplett ausgebuchte Campingplätze in allen Nationalparks erlebt und wir waren im Oktober und November unterwegs. Im State Park hatten wir Glück und durften auf dem normalen Parkplatz stehen.

Wir empfehlen euch in State Parks zu nächtigen. Diese sind deutlich günstiger als direkt in den Nationalparks zu stehen. Manchmal sind sie genau an dem Punkt, den ihr euch eh ansehen möchtet. Sie kosten meistens zwischen 15$ und 20$ und verfügen über Toiletten und Duschen. Ihr könnt euch auch für etwas mehr Geld an Strom anschließen lassen.

WLAN

In den meisten Vistor Center gibt es Wlan. Dort könnt ihr also während eures Roadtrip in den USA euren Lieben daheim einmal schreiben und den nächsten Stellplatz auschecken. Unser Tipp ist es auch mal hin und wieder einen Walmart anzufahren.

Wasser

Ihr seid in der Wüste unterwegs. Natürlich nimmt man genügend Wasser mit. Wir haben einige Gallonen gekauft und man kann sein Wasser eigentlich in jedem Nationalpark auffüllen. Das haben wir so oft gemacht, dass wir unsere frischen Gallonen noch gar nicht geöffnet hatten als wir fast am Ende unseres Trips waren.

Straßen bzw. Routen

Unser Highlight: die Route 12, die uns durch so allerlei National Forests und die wohl diverseste Landschaft brachte, die wir uns nur hätten vorstellen können – zwischendurch waren wir 3.000m hoch und haben sogar kurz Schnee gesehen; in Worten: SCHNEE!!

Was euch bewusst sein sollte bei diesem Roadtrip in den USA: ihr werdet auf Landstraßen fahren, die allesamt einspurig sind, und auf denen ihr mehr Kühen als anderen Autos begegnen werdet. Hier werdet ihr wirklich nichts finden! Zwischendurch könnte es auch mal vorkommen, dass es nicht mal mehr geteerte Straßen, sondern einfach nur noch Schotterpisten gibt (nicht allzu häufig, aber auszuschließen ist es eben auch nicht). Nichtsdestotroz aber nichts, wovor man Angst haben muss – da gibt es definitiv schlimmere Straßen. 🙂

Tankstellen

Das wichtigste zuerst: Wenn ihr eine Tankstelle seht, auch wenn euer Tank noch nicht leer ist, DANN TANKT IHR AUF DIESEM ROADTRIP IN DEN USA GEFÄLLIGST! Nein wirklich, es ist jetzt nicht so, dass man bei der Tankstellendichte dort wählerisch sein kann, und liegen bleiben möchte man man ja nun wirklich nicht. Denn denkt dran: wir sind nicht mehr in Europa.

Für alle, die noch ein wenig Bammel vorm Bezahlen an den amerikanischen Tankstellen haben: keine Angst, hatten wir auch. Haben es anfangs auch nicht hingekriegt. 😀 Aber mit etwas Ruhe und Gemütlichkeit beginnt man tatsächlich ganz schnell, das mit dem Bezahlen zu verstehen.

In der Regel müsst ihr nämlich immer vorm Tanken bezahlen, bzw. könnt auch nur tanken, nachdem ihr für den Sprit bezahlt habt. Deshalb bietet es sich auch an, das ganze hier mit eurer Kreditkarte zu bezahlen (bar geht zwar auch, dafür müsst ihr aber immer nach drinnen an den Schalter gehen und vorher eine gewisse Summe bezahlen, die ihr dann tanken dürft). Diese muss einmal kurz eingeführt und danach sofort wieder rausgezogen werden, und dann könnt ihr auch schon direkt auswählen, was ihr tanken wollt. Ja, wichtig, die jeweiligen Spritsorten (Diesel, 89, 91, 95) haben kleine Schalter (sehen wirklich aus wie Lichtschalter), die ihr einmal betätigen müsst, damit die Zapfsäule weiß, was ihr tanken wollt. Danach gibt sie euch dann bescheid, dass ihr den Zapfhahn jetzt entnehmen und das Auto tanken könnt. Also wirklich easy peasy.

Einziges kleines Problem, dass wir hin und wieder in Kalifornien (jedoch kein einziges Mal in der Wüste, aber man weiß ja nie) hatten: manchmal möchten die Tankstellen als Sicherheit, dass man seine Postleitzahl eingibt (mir erschließt sich immer noch nicht ganz, warum man dann nicht einfach den PIN eingibt, aber nun gut). Wenn das der Fall war, haben die Tankstellen meist unsere deutsche Postleitzahl nicht genommen. Manchmal hat es funktioniert, eine 0 einzugeben, manchmal auch nicht. In diesen Fällen haben wir dann eben doch vorher an der Kasse bezahlt, der Kassierer schaltet die Zapfsäule frei und man kann dann tanken – es geht alles. 🙂 Manchmal soll auch die berühmte Postleitzahl 90210 genommen werden. Man muss es eben einfach ausprobieren.

Und, war das Wohnmobil nun teurer, als ein kleiner Mietwagen?

Mit ganz großer Sicherheit kann ich euch das natürlich nicht beantworten, schließlich hab ich als Vergleich ja keine Kostenaufstellung für dieselbe Reise mit einem Mietwagen. Da mich diese Frage im Voraus aber doch sehr beschäftigt hat, und ich nicht allzu viel Infos im Web dazu fand, will ich versuchen, euch so viel Infos wie möglich zu geben, damit ihr diese Frage für euch beantworten könnt. Und natürlich sollt ihr auch die umfassende Roadtrip-Kostenaufstellung erhalten. 🙂

Mietkosten

Die Mietkosten selbst beliefen sich auf, wie bereits zu Beginn erwähnt, auf insgesamt 575€ für acht Tage. Acht Tage beinhaltet allerdings auch den Abholtag (Auto ist ab 13 Uhr bereit) sowie den Abgabetag (bis 11 Uhr muss das Womo zurück sein). Das ist natürlich mehr, als ein Kleinwagen kosten würde. Auch der nächste Punkt lässt sich nicht wegdiskutieren, der ist teurer als beim Auto.

Spritkosten

Unser kleines, gemütliches Haus auf vier Rädern hat natürlich ziemlich Durst gehabt! Insgesamt haben wir für Sprit 240€ auf einer Strecke von 2000km ausgegeben. Unser „Kleiner“ hat also in etwa 20l pro 100km getrunken. Auch das kann man nicht wegdiskutieren, hier werdet ihr mehr zahlen, als mit einem kleinen, schnittigen Mietwagen – selbst wenn ihr sparsam fahrt (wie wir es versucht haben).

Unterkunftskosten

Hahaaa, nun kommen wir endlich zu den vorteilhafteren Punkten. Wollt ihr wissen, wieviel wir pro Person in den acht Tagen für Unterkünfte ausgegeben haben? Ganze 6,66$! Genial, oder? Der nämlich wohl mit Abstand allergrößte Vorteil an einem Wohnmobil: ihr könnt in ihm schlafen! Dicht gefolgt vom zweiten, sehr sehr großen Vorteil der Wohnmobilreise in Amerika: wir mussten ja nur einmal etwas für einen Stellplatz zahlen (und selbst da hätten wir kostenlose Alternativen gehabt, wollten aber auch einfach mal duschen), haben dadurch unsere Unterkunftskosten also tatsächlich bei null gehalten.

Da es, auf der anderen Seite, in der amerikanischen Einöde nicht gerade viele Unterkünfte gibt (falls überhaupt!), sind da auch nicht gerade viele Budget-Alternativen vorhanden. Ich habe vorher mal verglichen und bei booking.com ein bisschen gesucht, aber nie irgendeine Unterkunft auf unserer Route für unter 100$ gefunden. In Punkto Unterkunft spart ihr durch einen Wohnwagen also gewaltig!

Verpflegungskosten

Und schon wären wir beim nächsten, großartigen Vorteil unseres Wohnmobils: der Küche! 53,14€ haben wir für eine ganze Woche pro Person für Verpflegung gezahlt – und dabei haben wir es uns sogar gut gehen lassen, haben den ein oder anderen Wein getrunken und so allerlei Süßigkeiten durchprobiert und jede Menge schönes Gemüse gekocht.

Da ihr auf diesem Roadtrip nicht gerade irgendwelche günstigen Fastfood-Ketten erwarten könnt, steigen die Kosten fürs Essen gehen hier natürlich enorm an. Essen gehen ist ja generell in Amerika schon nicht günstig, aber da, wo es nicht viele Alternativen gibt, werden die Preise natürlich noch viel mehr angezogen. Und da man mit dem Mietwagen ja keine andere Möglichkeit hat, läuft es nun einmal zwangsläufig darauf hinaus.

Die Bilanz

Ich glaube, es ist ein individuelles Rechenexempel, was denn nun tatsächlich günstiger kommt. Für uns war es auf jeden Fall das Wohnmobil.

Und davon mal abgesehen, waren wir auch alle heilfroh, unsere eigene Küche dabeizuhaben und selbst kochen zu können.

Wohnmobil? Jederzeit wieder!

2 Kommentare

  1. Das verstehe ich absolut!!! Auf unserem Trip durch die USA haben wir beides ausprobiert. Die eine Hälfte der Strecke haben wir mit dem Camper gemacht und die andere mit Mietwagen und Hotel. Beides war toll, aber Camper war besser. Die Freiheit einfach so gut wie überall anhalten zu können und dort zu übernachten ist genial. Und auch ich fand die Möglichkeit, selbst kochen zu können, super. Und wenn man mal doch keine Lust hat, kann man ja immer noch essen gehen.

    Ich schließe mich also an: Wohnmobil? Jederzeit wieder!

    Liebe Grüße
    Magdalena

    1. Hey Magdalena!
      Ja gerade die Freiheit die einem so ein Camper oder Wohnmobil bietet ist definitiv richtig cool. Ich musste mich zwar erst dran gewöhnen irgendwo im nirgendwo zu schlafen (war mein erster Ausflug mit einem WoMo), aber dann wurde es immer besser. Nächstes Mal würde ich diese Freiheit noch vieeeeel mehr auskosten wollen.

      Schon einmal Frohe Weihnachten!
      Liebe Grüße,
      Janna

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