Reisetagebuch #022 – Adventure in my Backpack gegen Gita

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Fragt ihr euch gerade, wer Gita ist? Jeder, der gerade in Neuseeland unterwegs ist, der wird inzwischen wohl von Zyklon Gita Wind bekommen haben (haha, haha, den konnte ich mir jetzt einfach nicht verkneifen). Im Rest der Welt hat man wohl eher nichts gehört. Wir hatten bereits vor einer Woche von dem nahenden und zu dieser Zeit noch auf Tonga wütenden Zyklon gehört und ihn seitdem im Auge behalten.

Gita war nicht mein erster Zyklon. Bereits vor drei Jahren raste in Australien schon ein Zyklon auf uns zu, der quasi das ganze öffentliche Leben lahm legte. Schulen wurden vorsorglich für den nächsten Tag geschlossen, niemand ging zur Arbeit, da es zu gefährlich sei, der Strom wurde abgeschaltet. Ein Zyklon Kategorie 4 kam schließlich auf uns zu. Auf die, wenn auch etwas naive, Frage, ob das schlimm sei, bekam ich von den Australiern nur ein stummes Nicken.

Und was war dann am Tag des Zyklons?

Nichts.

Außer bestem Wetter.

Das hatte mich zwar relativ entspannt gemacht, ließ mich aber den ebenfalls als Stufe vier eingestuften Zyklon Gita hier in Neuseeland regelmäßig verfolgen.

Und wisst ihr, was wir bekommen haben?

Wieder nichts. 😀

Also okay, am Dienstag hatten wir Regen. Viel Regen. Aber keinen Weltuntergangs-Regen, wenn ihr wisst, was ich meine.

Und heute, am Mittwoch: Sonnenschein und strahlend blauer Himmel. Das Wetter ist echt verrückt.

Da wir ursprünglich aber von Sonntag bis Dienstag einen Mehrtagestrack im Nelson Lakes Nationalpark machen wollten, war uns Gita schon ein kleiner Dorn im Auge. Denn in einen Zyklon, von dem niemand weiß, wie stark er wirklich ist, wollten wir nun auch nicht laufen.

Also verkürzten wir unsere Wanderung auf zwei Tage, was im Nachhinein auch völlig okay war. Adventure in my backpack gegen Gita – eins zu null für Gita!

Am Sonntag hatten wir noch absolutes Traum-Wander-Wetter, bei dem wir die Robert Ridge Route, teilweise direkt über die Gipfel der Berge, entlang wanderten beziehungsweise kletterten. Das war vielleicht ein Erlebnis!

Unser Ziel war die Angelus Hut, die ruhig in einem kleinen Trog mitten in den Bergen am Angelus Lake lag. Ein wahrlich traumhafter Anblick.

Da die Hütte leider voll ausgebucht war, zogen wir mit unserem Zelt los. Dass wir nachts, im Sommer wohl gemerkt, unter die null Grad fallen würden, damit hatten wir nun nicht gerade gerechnet. Unsere Schlafsäcke kamen an die Grenzen.

Dass es am nächsten Morgen sogar noch besser werden würde und wir mitten im Nebel aus dem Zelt steigen und nicht mal bis zur 100 Meter entfernten Hütte, ja nicht mal bis zum fünf Meter entfernten See, schauen konnten, das hat uns dann auch noch ein wenig mehr weg gehauen.

Kurz und knapp: es war ein eher ungemütliches Zusammenpacken und los wandern. Insbesondere, da es steil bergab ging, war mir der Nebel nicht ganz so geheuer. Aber auf der Hütte bleiben und warten war auch keine Option, da alle schon bereits auf die Ankunft von Gita am nächsten Tag warteten. Adventure in my backpack gegen Gita – zwei zu null für Gita.

So stiegen wir also ab und konnten bereits nach wenigen Metern erleichtert feststellen, dass sich, je tiefer wir kamen, der Nebel immer mehr legte. Das machte unsere Wanderung dann enorm entspannter.

Nachdem wir von unserem kleinen und wunderschönen Abstecher zurück waren, machten wir uns direkt auf den Weg nach Picton, wo wir den Regen von Gita aussitzen wollten, bis sich dieser legen würde und uns die Fährüberfahrt auf die Nordinsel möglich machen würde.

Dienstag ließ sich Gita hier auch tatsächlich blicken. Bis abends hatten wir wirklich Dauerregen und verbrachten den gesamten Tag im Auto. Sagen wir so: unsere Beziehung ist daran (gerade so) nicht zerbrochen! Adventure in my Backpack gegen Gita – zwei zu eins für Gita (wir holen langsam auf!).

Außerdem stellten wir uns noch auf heftigen Regen am Mittwoch ein und bereiteten uns seelisch auf einen weiteren Tag im Auto vor.

Und dann?

Es ist Mittwochmorgen, wir schauen verschlafen aus dem Fenster und blicken in die – Sonne! Ja, Gita hatte sich also zum Glück mal wieder schneller verzogen, als angenommen! Adventure in my Backpack gegen Gita – unentschieden! Ha!

Und so sitzen wir nun hier, an einem sonnigen Mittwoch und an unserem letzten Tag auf der Südinsel. Ja, tatsächlich! Wir haben die Fähre für morgen gebucht. Nach über drei Monaten geht es tatsächlich für uns auf die andere Insel und es fühlt sich an, als würden wir in ein neues Land reisen! Wir sind schon sehr gespannt und können zumindest so viel sagen – das nächste Reisetagebuch gibt es von der anderen Insel. 😉

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