Reisetagebuch #021 – „Ich bin da einfach so reingerutscht“

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Wovon spricht sie, wo ist sie „reingerutscht“? Drogen, Spielsucht, Prostitution, befürchtet ihr jetzt? Keine Angst, ich bin, wortwörtlich, einfach nur vom Track gefallen und einfach so in den Baum gerutscht – Gott sei Dank, denn der bewahrte mich vor einem metertiefen Sturz.

Gerade mal einen Tag vorher schmunzelten wir noch, als Mutti mal wieder übervorsichtig schrieb, dass ich beim Wandern aufpassen solle, dass ich nicht runterfalle. „Als ob das bei den breiten Wegen hier passieren würde!“ sagten wir noch – und einen Tag später, auf dem Robert Point Glacier Walk, machte ich dann einfach mal den Abgang. Marc stand ein paar Meter entfernt von mir und konnte nur mit P’s in den Augen zu sehen, wie ich da einfach nur die Balance verlor, und den Abgrund runter fiel. Ohne Witz, das war schon recht steil und recht tief, hätte also böse ausgehen können.

Aber stattdessen bin ich da einfach in den Baum reingerutscht. So richtig! Beim Versuch, wieder aufzustehen, merkte ich nämlich, dass mein Fuß komplett in einer Wurzel hing! Und ich hing übrigens wie ein Schluck Wasser in der Kurve da im Baum. Guckte vermutlich noch ein bisschen bedröppelt aus der Wäsche und ärgerte mich wohl am meisten darüber, dass meine einzige Jeans, die gerade erst frisch gewaschen war, jetzt wieder dreckig war…

Zumindest hatte es sich gelohnt. Am Ende des Weges hatten wir einen tollen Blick auf den Franz Josef Gletscher. Die Dinger sind schon beeindruckend. Umso trauriger, dass die rasant am schmilzen sind und von manchen wichtigen Personen die Klimaerwärmung nicht ernst genommen wird.

Auf dem Rückweg haute es mich gleich noch mal um. Diesmal nicht so spektakulär, nur schmerzhaft. In dem Moment stand für uns fest: wir brauchen eine Pause. Und zwar dringend. Wir können nicht einfach jede Wanderung durchhauen, auch wenn unser Körper „Stopp, danke, reicht, ich möchte mich erst mal regenerieren!“ ruft!

Jedoch konnte Marc es sich nicht nehmen lassen, für meine aufgeschürften Hände aus dem Fluss, den wir gerade über eine Hängebrücke passiert hatten, etwas Gletschereis zu holen, damit ich meine Wunden damit kühlen konnte. Mir hatte es dann irgendwann gereicht – Marc wollte sein neues Spielzeug jedoch nicht mehr hergeben. Hätten wir einen Kühlschrank im Auto gehabt – er hätte sein Gletschereis mitgenommen. Vermutlich hätte er sogar versucht, es in seinen Rucksack zu packen und mitzunehmen…

Nach unserer etwas holprigen Wanderung ging es (mit immer noch kaputtem Fenster, denn man hatte uns allen ernstes das falsche Teil geschickt…) dann nach Greymouth. Hier beschlossen wir, einfach mal im Holiday Park die Füße hochzulegen, den Blogumzug weiter zu machen und unseren Körper regenerieren zu lassen.

Ach, und bitte das Auto zu reparieren.

Das zweite und diesmal hoffentlich richtige Teil hatten wir uns nämlich nach Greymouth schicken lassen.

Insgesamt hatte es jedoch eine weitere Woche (und einige feuchte Nächte bei dem strömenden Regen, den wir zwischendurch hatten) gedauert, bis wir unser Paket in den Händen halten konnten. Der Grund: irgendjemand war zu faul, es von der Courier-Lagerhalle zur Post zu bringen. So lag unser Teil also im Büro von New Zealand Courier geduldig im Regal und wir flippten ein wenig aus, als wir es endlich, nach über zwei Wochen mit nicht schließender Scheibe, in den Händen hielten.

Noch größer wurde unsere Freude dann, als wir sogar noch eine Werkstatt fanden, die uns sofort und innerhalb von 15 Minuten das Teil direkt einbaute! Passenderweise regnete es in der Nacht auch wieder und wir saßen tiefenentspannt im Auto und wussten – diesmal würde es nicht mehr rein regnen.

Nach einem kurzen Trip in den Arthurs Pass sitzen wir inzwischen wieder in Greymouth. Ein wenig Regen ist noch angesagt, den wir aussitzen wollen. Und den Blog wollen wir auch noch fertig machen. Wenn dieses Reisetagebuch online geht, dann ist auch unser neuer Blog online.

Wir haben die letzten Wochen (viel zu) viel Arbeit hier rein gesteckt. Haben mit unseren knuddels-html-Programmierkünsten (jeder, der auch bei knuddels war, hinterlässt jetzt bitte seinen Nutzernamen in den Kommentaren :D) versucht, möglich zu machen was nur geht und haben festgestellt, dass es sehr wohl eine Fehlentscheidung gewesen wäre, Paint abzuschaffen! 😀 Wir sind derzeit sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Hoffentlich geht es euch auch so. 🙂

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