Reisetagebuch #016 – "Die Zwischenzeit"

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In letzter Zeit gab es nicht gerade viel Reisetagebücher. Zum größten Teil lag das daran, dass nicht allzuviel spannendes passiert ist, das ich euch hätte berichten können. Zwar habe ich wieder für mehrere Tage auf fremde Haustiere aufgepasst, aber, keine Angst, diesmal haben es alle überlebt (naja, bis auf der Hase im Garten, ABER das war auch ein wilder Hase!! Mehr dazu aber später, um euch alle zu beruhigen). Wir haben zwar nicht viel gesehen von Neuseeland bis jetzt, waren aber trotzdem ziemlich beschäftigt.

Weil wir unser Auto ausgebaut haben.

Unser was? Werdet ihr euch jetzt fragen.

Ja richtig, ich hatte ganz vergessen zu erwähnen, dass wir ja „mal eben“ ein Auto gekauft haben. 😀

Einen schnuckeligen Honda Odyssey, um genau zu sein, mit der Mission, ihn für uns umzubauen und ihn zu unserem neuen zu Hause, ja unserem Schneckenhaus, zu machen.

Doch bevor das los gehen konnte, stand für uns erstmal Abel Tasman an, von dem ich ja im letzten Reisetagebuch berichtet hatte.

Danach verbrachten wir noch ein paar entspannte Tage in der Golden Bay, fanden bereits unseren absoluten Lieblingsstrand in Neuseeland (ja ich weiß, wir können noch gar nicht vergleichen, aber trotzdem!), ließen uns tatsächlich die Klamotten vom Wind vom Leib wehen (ich dachte ja immer, dass das nur in Comics funktioniert, aber nicht im echten Leben – bis ich eines besseren belehrt wurde), ich versuchte (vergebens) ein Schaf zu streicheln und wir entdeckten Höhlen, blaue Quellen, Palmen, Berge und Strände.

In dieser Zeit fuhren wir noch mit unausgebautem Auto durch die Gegend, machten aber schon Pläne, wie wir es denn umbauen würden.

Als wir dann in Nelson wieder angekommen waren (wir haben übrigens für dieselbe Familie gehousesittet, bei denen wir auch schon unsere ersten zwei Wochen in Neuseeland verbracht haben), haute Marc noch schnell seine Inventur durch und dann stand der große Autobau an.

Der und fünf Nervenzusammenbrüche meinerseits.

Pro Tag.

Ehrlich, ich hab mir diesen Umbau viel einfacher vorgestellt. Und eigentlich dürfen wir jetzt alle darüber lachen, dass ich das sage, denn alles, was ich an diesem Umbau getan habe, war, Marc die Markierungen aufs Holz zu malen, wo er sägen muss – alles andere hat Marc alleine gemacht. 😀

Wir hatten wirklich wahnsinnig viele und große Ideen, wollten unbedingt die Sitze drin lassen, wollten noch einen Kühlschrank einbauen, eine Küche…

und jetzt haben wir ein klassisches Backpackerauto. Mit einem Bett und Stauraum unterm Bett.

Und das wars.

Aber wir lieben es trotzdem!!!

Zwei Tage haben wir an dem Auto gewerkelt und ich würde den Umbau folgendermaßen zusammenfassen: Marc baut, Marlena findet es nicht stabil genug, Marlena kriegt deswegen die Krise, und weil Marlena deswegen die Krise kriegt kriegt Marc auch die Krise. Dann stellt Marlena fest, dass Marc das eigentlich ganz gut gemacht hat und es doch stabiler ist als gedacht, beruhigt sich wieder und auch Marc freut sich wieder.

So ging das ganze zwei Tage.

Aber wenn wir dachten, das wäre schon anstrengend gewesen, dann hatten wir die Rechnung noch nicht mit unserer Matratze gemacht: wir hatten gebraucht eine echt bequeme Federkernmatratze für 30$ geschossen (zum Vergleich: im Warehouse hätte uns eine 5cm-Schaumstoffmatratze 140$ gekostet!) – allerdings musste die ja auch erstmal ins Auto passen. Wir haben also geschoben was das Zeug hält, haben zum Schluss sogar die Sitze ganz nach vorn gemacht, damit die Matratze hinein passt und sie anschließend wieder nach hinten geschoben, um die Matratze dazwischen einzuklemmen, damit sie wirklich millimetergenau ins Auto passt. Aber es hat gepasst!

Und nach der ersten Nacht darin kann ich sagen: unser Bett ist unglaublich gemütlich!

Wenn wir also nicht gerade an unserem Auto gebastelt haben, dann haben wir uns in der letzten Woche um zwei süße Hundis gekümmert. Also der eine sußer süß, der andere super süß aber innerlich ein kleines Monster (darf ich sagen, sagen die Besitzer nämlich auch). Und während ich super gut auf die Hunde aufpasste und sie mit so allerlei Strecheileinheiten verwöhnte, passierte es, dass besagter süßer Hund mit Monsterzügen im Garten auf die Jagd ging… nun… das könnt ihr mir wirklich nicht als getötetes Haustier vorwerfen!

Und so verflog die Zeit für uns schneller, als wir gucken konnten und Weihnachten kam immer näher.

Wir versuchten uns noch am Pavlova backen, dem ozeanischen Baiser-Weihnachtskuchen, der gar nicht mal sooo schlecht wurde.

Wir genossen die Sonne, erledigten die letzten Besorgungen fürs Auto und machten uns bereit, loszufahren.

Und das taten wir dann auch einen Tag vor Heiligabend.

Der erste „richtige“ Roadtrip mit unserem Auto (das wir bzw. ich übrigens Walter genannt haben).

Inzwischen sind wir in Christchurch angekommen, werden hier zu Weihnachten (denn ja, wir feiern erst am 25.!) ENDLICH die neue Staffel Doctor Who durchschauen und uns danach ganz entspannt Richtung Süden bewegen – ohne großen Plan!

Also, stay tuned! 🙂

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