Unser Guide für den Mount Cook National Park

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Der Mount Cook ist mit seinen 3.724 Metern der höchste Berg Neuseelands – mit anderen Worten: wir wollten da natürlich unbedingt zum Wandern hin während unserer Zeit in Neuseeland. Zwar ist für Normalsterbliche, die nicht gerade mit Eispickeln unter den Füßen geboren wurden, der Aufstieg auf den Mount Cook selbst nicht möglich, dafür gibt es aber genug andere wunderschöne Wanderungen, die ich euch nicht vorenthalten möchte.

Anfahrt

Die einzige Möglichkeit, die ihr habt, Mount Cook zu erreichen, ist vom Lake Pukaki aus. Von hier aus fahrt ihr eine Straße, die direkt auf den Mount Cook zugeht (zumindest sieht es so aus) und die ihr am Peter’s Lookout bewundern könnt. Die Anfahrt vom Lake Pukaki dauert etwa 45 Minuten.

Die Straße führt bis ins Mount Cook Village bzw. bis zum Whitehorse Hill Campground, wo Parkplätze zur Verfügung stehen und von wo aus die Wanderungen beginnen.

Mount Cook

Unterkünfte

Im Village gibt es einige Bed and Breakfasts oder Hotels, ansonsten besteht auch die Möglichkeit, dass ihr auf dem DOC Campingplatz kurz hinter dem Mount Cook Village übernachtet (mehr, als nur einen Tag zu bleiben, lohnt sich auf jeden Fall). Vorreservierungen sind nicht möglich – first come, first serve. Wir waren am 02. Januar dort, also zur vollen Hauptsaision – dort war es zwar knackenvoll, aber es hat jeder seinen Platz bekommen (die letzten wenn auch auf dem Tagesparkplatz, der an den Campingplatz angrenzt).

Der Campingplatz kostet 13$ pro Person und verfügt über Toiletten mit Spülung, Trinkwasser und Spülbecken. Es stehen sowohl Parkplätze als auch Zeltplätze zur Verfügung und das Panorama, das ihr dort zu Gesicht bekommt, ist wirklich fabelhaft!

Wetter

Ihr seid in den Alpen unterwegs; in so großen Höhen, dass ein plötzlicher Wetterumschwung, oder aber auch völlig anderes Wetter, als im Tal, keine Seltenheit ist. Online beim DOC oder vor Ort am Aushang findet ihr aber informative Wettervoraussagen inklusiver herankommender Hoch- und Tiefdruckgebiete sowie Regenwahrscheinlichkeiten und Windgeschwindigkeiten, die ihr beim Planen eurer Wanderung unbedingt berücksichtigen solltet.

Was ihr außerdem berücksichtigen solltet: die Sonne!!!! Ich bin inzwischen zwar schon gut braun und habe einen guten Grundschutz, und trotzdem bin ich da oben komplett verbrannt – eineinhalb Stunden, nachdem ich mich eingecremt hatte!!!! Wirklich, ich habe noch nie mit schlimmerer Sonne zu tun gehabt. Gerade das Stück oben kurz vor der Mueller Hut habe ich komplett unterschätzt: die große Höhe, das fehlende Ozon und vor allem der Schnee überall, der das Sonnenlicht noch einmal viel mehr reflektiert sind absolut nicht zu unterschätzen! Das nächste Mal würde ich mir einfach direkt etwas überziehen, denn selbst die Sonnencreme hat dort komplett versagt.

Wanderungen

Hooker Valley

Die Wanderung (naja, Marc und ich würden es eher “Spaziergang” nennen) ist wohl die beliebteste (und natürlich leider auch vollste) Wanderung mit Mount Cook National Park. Die Wanderung ist (return) für drei Stunden angesetzt und inklusiver Pause am Hooker Lake kommt das auch relativ gut hin. Steigungen habt ihr so gut wie keine bei dieser Wanderung. Ihr lauft einmal durch das Hooker Valley, beginnend am Mueller Lake entlang des Hooker Rivers über insgesamt drei schön schwingende Hängebrücken bis hin zum Hooker Lake, von wo aus ihr den direkten Blick auf Mount Cook habt. Eine sehr einfache Wanderung, die trotzdem landschaftlich auch mit den anderen mithalten kann.

Unser Tipp: Macht diese Wanderung nicht frühs am Morgen, sondern eher erst ab mittags. Vorher kommt die Sonne nämlich noch nicht über die Berge und das Tal liegt im Dunkeln.

Mount Cook

Hooker Valley

Hooker Valley

Hooker Valley

Tasman Glacier

Diese kurze Wanderung beginnt im Tasman Valley, in das ihr bequem per Auto fahren könnt (etwa acht Kilometer vom Village entfernt). Von dort aus geht es dann für ca. 20 Minuten ein paar Treppenstufen den Berg hinauf, von aus ihr auf den Tasman Glacier (zumindest das, was noch von ihm übrig ist) und den dort angrenzenden Tasman Lake blicken könnt. Die dort herumtreibenden Eisschollen zu betrachten ist schon mächtig beeindruckend (wenn auch ein bisschen traurig).

Bevor ihr den Berg hoch lauft könnt ihr außerdem direkt zum Ufer des Sees laufen und einmal überprüfen, wie kalt das Wasser denn eigentlich ist (konnte ich mir einfach nicht verkneifen).

Außerdem gibt es kurz vor dem Tasman Glacier noch eine kleine Wanderung entlang der Blue Lakes. Blau sind diese inzwischen aber nicht mehr, da hier kein Gletscherwasser mehr gefangen wird, sondern eher Regenwasser, welches die Algen als Nahrung nutzen und das Wasser damit eher in einen grünen Tümpel verwandelt haben. Für uns waren diese Seen zwar nicht das größte Highlight, aber den klitzekleinen Abstecher durchaus wert.

Tasman Glacier

Sealy Tarns

Die Wanderung dorthin ist zwar anstrengend ohne Ende, lohnt sich aber unendlich, wenn ihr oben angekommen seid. Kurz hinter dem Campingplatz beginnt diese Wanderung und bringt euch eineinhalb Stunden lang ausschließlich über Treppenstufen nach oben in die Berge. Dort wartet dann aber eine gigantische Sicht auf den angrenzenden Berg mit all seinem Schnee und den Gletschern auf euch sowie ein kleiner Alpensee direkt davor, in dem sich der Berg spiegelt. Wirklich wunderschön und jeden einzelnen Schweißtropfen wert!

Unser Tipp: Versucht, hier recht früh hinzukommen. Erstens habt ihr den See dadurch für euch allein und könnt schönere Fotos schießen, außerdem ist es gegen Morgen hier tendentiell windstiller und der Gletscher im Hintergrund spiegelt sich besser im See. Als wir gegen Mittag von der Mueller Hut zurück kamen, war eine Spiegelung kaum noch zu erkennen.

Sealy Tarns

Sealy Tarns

Mueller Hut

Habt ihr es zu den Sealy Tarns hoch geschafft, könnt ihr von da weiter zu der Mueller Hut wandern. Etwa weitere 1 ½ Stunden lauft ihr dann steil bergauf über Geröll, Felsbrocken und Eis (erwartet keinen Trail, nur noch Stöcke, die die Richtung weisen), über das ihr teilweise auch komplett klettern müsst. Mit großer Wahrscheinlichkeit werdet ihr also schweißgebadet oben ankommen, aber ich bin mir ganz sicher, dass ihr das oben, sobald ihr auf die Berge blickt, sofort vergessen werdet. Es fühlt sich an, als seid ihr ganz dicht an den riesigen Bergen (und nun, das seid ihr ja auch), ihr hört das Grollen der Lawinen, die runter kommen und fühlt euch plötzlich ganz klein. Achja, und Schneeballschlachten sind dort oben selbst im Sommer kein Problem.

Wer früh genug bucht, der kann auch auf der Mueller Hut übernachten. Wir waren leider zu spät dran, hätten es aber wahnsinnig gerne gemacht. Für einen schönen, klaren Sternenhimmel eignet es sich nämlich super, dort oben zu übernachten.

Wer keinen Platz bekommen hat, oder nur eine Tagestour machen möchte, der kann auch einfach nach Erklimmen der Mueller Hut wieder hinunter wandern (den selben Weg). Insgesamt dauert der Trip etwa sieben Stunden laut DOC und das können wir auch so bestätigen. Wir waren mit genau 6:38 (inklusive Pausen!) ein wenig schneller, hatten aber natürlich auch nur den Tagesrucksack mit, was die Wanderung stark vereinfacht hat.

Mount Cook

Mount Cook

Mueller Hut

Kea View

Kurz bevor ihr mit dem Aufstieg zu den Sealy Tarns beginnt, könnt ihr an einer Weggabelung auch abbiegen und den 30minütigen Weg zur Kea View bestreiten. Von dort aus steht ihr direkt am Mueller Lake und seid noch mal ein wenig dichter an dem Berg mit seinem Gletscher dran. Für uns relativ uninteressant, da wir diesen Berg ja schon von oben ganz dicht gesehen haben, aber trotzdem ein schöner, entspannter Short Walk!

 

 

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