Lohnt sich Stewart Island?

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Eigentlich mag ich solche Beiträge ja gar nicht. Lohnt sich Stewart Island? Das kann niemand anders für mich entscheiden, das muss ich selbst für mich entscheiden. Warum also dann Artikel über die Entscheidung anderer schreiben?

So dachte ich immer, aber jetzt kommt hier doch ein Lohnt sich Stewart Island?-Artikel von mir.

Warum?

Weil ich für die Entscheidung echt lange gebraucht habe. Und vor allem, weil ich hier versuchen will, objektiv zu bleiben. Ich will euch die Pros und Contras auflisten, die meine Entscheidung beeinflusst haben.

Ach, und vermutlich, weil ich anfangs noch total Contra war, am Ende aber total begeistert.

Von welchem Ort spreche ich eigentlich?

Von Stewart Island, Neuseelands drittgrößter Insel und einer der letzten bewohnten Orte vor der Arktis. Am bekanntesten dürfte die Insel aber dafür sein, dass ihr hier wohl in ganz Neuseeland die größte Chance habt, einen Kiwi zu sehen. Und naja, wir wollten schon gerne einen in freier Wildbahn sehen. Auch, wenn wir wussten, dass das verdammt unwahrscheinlich ist.

So buchten wir also einfach den Raikura Track Great Walk auf Stewart Island und machten uns danach an die Recherche für die Fähre. Wenn ich ehrlich bin, wenn wir es anders gemacht hätten, dann wären wir wohl nie nach Stewart Island gefahren. Die Fähre kostet nämlich stolze 140$ pP (return)! Da war meine erste Reaktion „Neee, da lass ich jetzt meine Great Walk Buchung verfallen, aber DAS ist mir zu teuer!“ Es war Marc zuliebe, dass ich schließlich doch einwilligte.

Was unsere Entscheidung alles so beeinflusste

Und damit wären wir auch schon beim ersten Pro und beim ersten Contra Stewart Island Punkt: ihr habt die Chance, einen Kiwi zu sehen. Auf der anderen Seite ist die Fähre echt teuer.

kiwi

Je nach eurer Seetauglichkeit, ist die Fährfahrt selbst dann ein weiter Pro- oder Contra-Punkt. Auf dem Hinweg hatten wir nämlich ordentlich Seegang – wer also schnell seekrank wird, sollte es sich lieber zweimal überlegen. Wir jedenfalls hatten jede Menge Spaß auf der Fährfahrt. Und das Beste: neben uns sind plötzlich zwei Delfine immer mal wieder aus dem Wasser gesprungen und haben uns eine gewisse Zeit lang begleitet. In dem Moment hatte sich die ganze Stewart-Island-Sache irgendwie schon gelohnt.

Die Insel selbst ist wirklich urig. Etwa 400 Einwohner leben hier. Es gibt tatsächlich alles, was man zum Leben braucht. Und auch alles, was man als Backpacker braucht: ein Hostel (neben dem auch zum günstigeren Preis gecampt werden darf) und ein Supermarkt. So viel teurer, als auf dem Festland, ist der auch gar nicht.

Eine schwierige Beeinflussung der Frage, ob sich Stewart Island lohnt, ist das Wetter. Um ehrlich zu sein, als wir ankamen, war das Wetter noch nicht ganz so blendend. Das hat die Insel schon ziemlich trist und grau wirken lassen. Ab dem zweiten Tag hatten wir dann aber Sonnenschein (und am dritten Tag hatten wir nicht mal mehr eine einzige Wolke am Himmel!!), was die Insel in einen völlig anderen Ort verwandelt hat. Wetter kann wirklich viel mit einem Ort anstellen. Wir hatten eher Glück mit dem guten Wetter. Normalerweise kann das auf Stewart Island aber schnell anders aussehen. Das Wetter kann hier schnell mal ungemütlich werden.

Ein weiterer Punkt, für den es lohnt sich Stewart Island auf die Agenda zu setzen: gerade im Vergleich zum Rest des Landes ist es hier echt leer. Hier findet ihr wirklich noch menschenleere Strände und einsame Buchten.

lohnt sich stewart island

Aber auf der anderen Seite muss ich sagen: die Strände sind zwar leer, aber auch nicht anders, als die Strände am Festland. Uns hat Stewart Island schon seeehr an Abel Tasman erinnert. Es ist halt jetzt nicht so, als würdet ihr auf der Insel eine völlig andere Welt betreten.

stewart island

Dafür könnt ihr hier natürlich auch viel mehr Wildlife erwarten, und da spreche ich nicht nur von Kiwis. Stewart Island ist ein absolutes Vogelparadies, und auch Pinguine und Robben werdet ihr hier treffen.

Wir hatten uns für unseren Besuch auf Stewart Island dazu entschieden, einen der Great Walks, den dortigen Rakiura Track, zu laufen. Der große Vorteil: einer der wenigen Great Walks, der noch nicht hoffnungslos ausgebucht war und zudem mit gerade mal 6$ pro Campingplatz (im Vergleich: beim Kepler zahlt ihr 20$) auch ein echter Schnapper war.

Jedoch hatten wir ein kleines Problem mit dem Track: der wurde nämlich, als wir dort im Januar unterwegs waren, gerade saniert. Bedeutete im Klartext: wir liefen teilweise über eine Baustelle. Und dass es die Stimmung des „oh ich bin mitten in der Natur“ ein bisschen versaut, wenn man über Stoffmatten läuft, wird denke ich jeder verstehen können. Aber das ist ja ein Punkt, der nicht ewig anhält.

Tja, ihr seht also, die Pro- und Contra-Punkte halten tatsächlich die Waage. Viele davon wussten wir natürlich nicht vorher. Die Entscheidung fiel uns trotzdem nicht einfach.

Unser Fazit – Lohnt sich Stewart Island denn jetzt?

Nach vier Tagen sagen wir: Ja, Stewart Island ist schön. Wir sind froh, dort hingefahren zu sein. ABER ich glaube, dass es uns nur gefallen hat, weil wir wirklich glückliche Umstände hatten. Gutes Wetter und ein Kiwi machen halt einfach alles perfekt. Außerdem waren wir uns auch einig, dass es zwar schön war hier, wir aber auch nichts verpasst hätten, wären wir nicht übergesetzt.

Wir haben lange überlegt, wie wir unser Fazit denn nun formulieren würden und sind schließlich zu einer Formulierung gekommen. Wen das Geld nicht abschreckt, der sollte es auf jeden Fall machen. Wem Stewart Island an sich aber nicht allzu wichtig ist, wer schon viel gesehen hat in Neuseeland und wer mit einem sehr geringen Budget unterwegs ist, der wird vielleicht etwas enttäuscht.(Unsere Meinung, muss so nicht eintreten!!!)

4 Kommentare

  1. Words cannot express my sorrow for your lovely children, these two lovely amazing bright people with such a future ahead of them. I don’t know what to say, God bless them – I hope they live in peace in Heaven. Such a loss. Beileid an ihre lieben.

    1. It is always shocking to read about such a tragic accident. But reading the news article made me look up their travel blog “Adventure in my backpack‘. What an awesome adventure these young people had!
      My heart goes out to the family, relatives and friends of Marc and Marlena. God bless all of you.

  2. As a Kiwi mother & grandmother I send all my AROHA & AWHI to you the WHANAU of these beautiful young TAMARIKI with a sweet & gentle WAIRUA.

  3. Ich bin unsagbar traurig angesichts des Schicksals dieser jungen Menschen, die die Schönheit und die Einzigartigkeit unserer Welt so sichtbar machen und anderen jungen Menschen Lebensmut vermitteln.

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