Unser Guide fürs Fiordland

Veröffentlicht von

Ich wage es einmal, die These aufzustellen, dass das Fiordland der wohl bekannteste Teil Neuseelands ist. Jeder wird wohl schon einmal von Milford Sound gehört (oder zumindest ein Bild gesehen haben) und wenn ich an die Besucherströme denke, wird hier wohl auch jeder auf seinem Neuseelandtrip mindestens einmal hinpilgern wollen. Das wollten wir natürlich auch. Aber für uns stand auch von Anfang an fest, wir wollten hier mehr sehen. Der Fiordland National Park, in dem sich Milford Sound befindet, ist nämlich ein riesen Gebiet, in dem es nur so wimmelt vor entdeckungwürdigen Orten! Und die wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten.

Getting around

Ihr gelangt aus dem Süden von Invercargill oder aus dem Norden von Queenstown nach Te Anau, dem Tor des Fiordlandes. Dies ist der größte Ort, der an den Nationalpark grenzt. Von hier aus beginnt auch die Straße, die zum Milford Sound führt. Die Milford Straße ist übrigens eine 120km lange… Sackgasse! Ja, richtig gelesen, am Ende von Milford müsst ihr dieselbe Straße wieder zurück fahren. Ich kann euch aber sagen: es lohnt sich. 😉

Wer nicht mit dem eigenen Auto unterwegs ist, der braucht sich keine Gedanken machen. Im Fiordland gibt es eine Vielzahl von Busanbietern, die euch von Te Anau (wo die Fernbusse halten) nach Milford bringen. Wir begegneten auf unserer Reise unzähligen Real Journey, Jucy und go Orange Bussen.

Unterkünfte                                                  

In Te Anau gibt es jede Menge Motels, Hostels und Holiday Parks, zwischen denen ihr wählen könnt. Auch in Manapouri findet ihr eine Vielzahl an Holiday Parks.

Auf der Strecke von Te Anau nach Milford gibt es dann mehrere DOC-Campingplätze, die mit ein paar Plumpsklos ausgestattet sind, die euch 13$ pP und Nacht kosten. Der letzte DOC-Campingplatz vor Milford Sound befindet sich xkm entfernt. Direkt in Milford gibt es auch einen Campingplatz, diesen kann man jedoch nicht vorher reservieren und gerade in der Hauptsaison ist er schnell ausgebucht.

Am Lake Monowai gibt es noch einen kostenlosen DOC-Campingplatz. Mehr kostenlose Campingplätze werdet ihr im Fiordland aber leider nicht finden.

Verpflegung

In Te Anau gibt es einen Four Square und einen Fresh Choice Supermarkt. Und auch Restaurants werdet ihr hier jede Menge finden!

In Milford angekommen werdet ihr dann bis auf ein einziges Café nichts mehr finden. Ich habe mich gar nicht getraut, reinzugehen und mir die Preise anzusehen, bringt also am besten genug Verpflegung mit nach Milford. 😉

Sehenswertes

Lake Hauroko

Wenn ihr aus dem Süden kommt, dann ist dies der erste See, der sich im Fiordland befindet und zu dem ihr fahren könnt. Da uns die Beschreibung, 20km über eine Schotterpiste zu fahren, aber etwas abschreckte, haben wir diesen See nicht besucht. Ob wir etwas verpasst haben? Wenn wir die Bilder so sehen, dann glauben wir: bestimmt! Unser Auto war aber ganz froh darüber. 😀

Lake Monowai

Hauptsächlich ging es für uns zu diesen See, da es hier noch einen der wenigen kostenlosen Campingplätze gab.  Der Weg hatte sich aber gleich doppelt gelohnt, denn der See gefiel uns richtig gut! Mitten im Wald befindet sich hier ein ruhiger See, umgeben von grünem Wald und hohen Bergen. Eine wirklich tolle Kulisse.

Von hier aus gibt es auch mehrere Mehrtagestouren am See entlang und in die Berge, die wir diesmal aber ausnahmsweise nicht gemacht haben. 😀

lake monowai

Lake Manapouri

Es heißt, der Lake Manapouri sei der schönste See im Fiordland. Nun, da alle Seen hier schön sind, fällt es uns nicht leicht, einen Favoriten zu finden, aber Lake Manapouri ist in der Tat wunderschön!

lake manapouri

Doubtful Sound

Doubtful Sound – die “kleine Schwester” vom Milford Sound, die aufgrund der schwereren Erreichbarkeit nicht ganz so überlaufen ist. Um zum Doubtful Sound zu gelangen, müsst ihr erst den Lake Manapouri per Fähre für ca. eine Stunde überqueren, um dort anschließend in den Bus für weitere 45 Minuten zu steigen. Aber das schöne ist: selbst die Anreise ist schon eine wahre Augenweide.

Und da es eben ein bisschen komplizierter ist, zum Doubtful Sound zu kommen, tummeln sich hier nicht ganz so viele Touristen. Der Sound ist wirklich wunderschön, beeindruckend und ruhig (er trägt seinen Beinamen „Sound of Silence“ nicht umsonst. Entweder könnt ihr hier eine Bootsfahrt durch den Sound machen, oder selbst paddeln gehen.

doubtful sound

Lake Te Anau

Der größte See im Fiordland lädt bei gutem Wetter zum Baden ein. Im Hintergrund habt ihr die dramatischen Berge des Fiordlandes.

Kepler Track

Ein paar Kilometer vor dem Ort Te Anau beginnt der sagenumwobene Kepler Track. Warum sagenumwoben? Nun, erstens, weil uns ausnahmslos jeder empfohlen hat, unbedingt diesen Track zu machen, und zweitens, weil es gar nicht so einfach ist, einen freien Platz für den Track zu bekommen.

kepler

kepler

Da der Kepler nämlich einer der neun Great Walks in Neuseeland ist, müsst ihr euren Platz in der Hütte oder auf dem Campingplatz (denn ja, der Kepler ist mit seinen 60km ein Mehrtagestrip) unbedingt vorher buchen. Während die Hütten heillos überfüllt sind, hatten wir mit den Campingplätzen Glück und mussten „nur“ zwei Wochen warten, bis wir starten konnten. Wir waren sowieso ganz froh, dass wir auf den Campingplätzen schlafen würden, denn die Hütten hätten mit 65$ pro Person und Nacht ziemlich ins Budget geschlagen. Die Campingplätze hingegen kosteten „nur“ 20$.

kepler

Wer den Kepler mit Campingplätzen läuft, der sollte unbedingt mit seiner Wanderung am „Rainbow Reach Carpark“ und nicht am großen „Kepler Carpark“ beginnen, da dies mit den jeweiligen Strecken, die ihr dann pro Tag zurück legen müsst, besser passt. Aber ich will euch nichts vormachen, da es nur zwei Campingplätze auf dem Track gibt (hingegen aber drei Hütten) habt ihr schlichtweg mehr Pensum. Unser Tag 2 bestand zum Beispiel aus 24km und 1250 Höhenmeter (Wellen nicht eingerechnet).

kepler

kepler

Aber die Plagerei hatte sich gelohnt. Jeder hatte uns von dem Track vorgeschwärmt und wir wollten für uns entscheiden, was wir davon halten. Unser Fazit: hach, es hatten ja alle so Recht! Dabei müssen wir aber auch sagen, dass es Tag 2 war, der den Kepler für uns so besonders gemacht hat (also leider genau die Etappe, die per Tagestrip nicht zu erreichen ist). Wir wanderten hier direkt oben auf den Bergen, auf einem schmalen Grat, von einem Gipfel zum anderen. Mann, war das ein Highlight! Ich hatte schon immer mal von einer Gratwanderung geträumt – beim Kepler erfüllte sie sich endlich.

kepler

kepler

kea
Und ein paar freche Kea (Alpenpapageie) durften wir hier auch treffen
Lake Mistletoe

Nach unserem Kepler Trip ging es für uns in Richtung Milford. Dabei hielten wir so ziemlich überall an der Straße, wo es etwas zu Sehen gab. Unser erster Stopp: Lake Mistletoe. Nach etwa zehn Minuten Fußmarsch kommt man hier vom Parkplatz aus hin. Der See ist zwar ganz nett, aber nicht unbedingt etwas Besonderes.

Eglinton Flats

Plötzlich tut sich auf dem Weg zum Milford Sound links neben der Straße ein Tal auf, das genau zwischen den Bergen verläuft (ok, das ist irgendwie normal bei nem Tal, oder?) und wunderschöne, endlos scheinende, Blicke auf die Berge im Hintergrund freigibt.

eglinton flats

Mirror Lakes

Als wir dort waren, waren leider erstens zu viele Enten und zweitens zu viel Wind dort, als dass sich in den Seen etwas gespiegelt hätte. Das hat den Seen natürlich ein wenig ihren Charme genommen. Da die Seen sich aber direkt an der Straße befinden, ihr also vielleicht eine Minute vom Parkplatz dorthin lauft, lohnt es sich trotzdem anzuhalten und nachzuschauen, ob ihr vielleicht mehr Glück habt. Bei ruhigem Wetter spiegeln sich in den Seen nämlich die großen Berge im Hintergrund.

Lake Gunn

Da sich Lake Gunn direkt an unserem Campingplatz befand, ließen wir uns den “Lake Gunn Nature Walk” natürlich nicht entgehen. Der ist ganz nett und geht schön durchs Grüne und auch der große See zwischen den Bergen sieht beeindruckend aus. Unser Highlight war aber ein anderer See.

Routeburn Track

Ein weiterer Great Walk, der sich im Fiordland befindet – der Routeburn! Mit seinen 32km ist der sogar richtig kurz. Da es sich bei dem Routeburn aber erstens nicht um einen Loop handelt, sondern er Nahe Glenorchy endet und wir zweitens auch vom Kepler noch ein wenig kaputt waren, entschieden wir uns dagegen, ihn zu laufen (ein paar Tage später sind wir dann von der anderen Seite aus eine Etappe gelaufen).

routeburn

routeburn falls

Kea Summit

Wer nicht den ganzen Routeburn Track laufen möchte, der kann von der Milford-Seite aus bis zum Kea Summit laufen. Hätten wir gerne gemacht, aber wir waren einfach zu kaputt. Die Aussicht soll super sein.

Lake Marian

Als ich erwähnte, dass wir “einen anderen See” beeindruckender fanden, da habe ich vom Lake Marian gesprochen. Der See war der absolute Wahnsinn! Ehrlich gesagt hatten wir damit gar nicht gerechnet. Wir kamen am Parkplatz an, sahen das Schild, dass es sich beim Lake Marian um eine 3-stündige Wanderung handelt, glaubten das natürlich nicht (denn alles unter 6 Stunden nehmen wir nicht mehr als Wanderung wahr) und stiefelten ohne Wanderschuhe, sondern in Sandalen und ohne Wasser einfach mal los.

Spätestens nach 30 Minuten merkten wir dann, was für ein Fehler das doch gewesen war. Denn ja, für den Track sollte man tatsächlich 30 Minuten einplanen! Es geht stetig leicht bergauf, über mal größere und mal kleinere Steine, durch Pfützen und über Wurzeln. Mein Durst stieg auch immer mehr und mehr – als wir am See angekommen sind, habe ich mich erst mal wie ein Tier hingekniet und den halben See leer getrunken (echt, ich hab mich wie ein Kamel gefühlt :D).

Aber es hatte sich gelohnt! Wir dachten, das wäre wieder irgendein anderer langweiliger See, aber der Lake Marian, der kristallklar war und zwischen den großen Bergen eingebettet, hatte uns echt umgehauen. Wäre es nicht schon so spät gewesen, wären wir vermutlich ewig dort oben geblieben. Wenn schönes Wetter ist, dann solltet ihr unbedingt Badesachen einpacken und einmal in den kühlen Alpensee springen. Wir hatten keine dabei – ich bin dann einfach mit meinem Kleid baden gegangen.

lake marian

Hollyford Track

Der Hollyford ist ein weiterer Mehrtagestrack im Firodland (nicht Great Walk jedoch). Im Laufe von sieben Tagen wandert ihr bis an das Meer und werdet anschließend per Helikopter wieder abgeholt. Da wir aber beschlossen hatten, dass ein Mehrtagestrip innerhalb so kurzer Zeit reichen würde und der Heli ein bisschen zu teuer war, machten wir eine Tagesetappe daraus. Wir wanderten also bis zu den Hollyford Falls, entlang des Baches und durch den Regenwald. Eine wirklich schöne und nicht allzu anstrengende Tagestour!

hollyford

Gertrude Saddle

Diese Wanderung, die direkt vor dem Homer Tunnel auf dem Weg zum Milford Sound beginnt, stand eigentlich lange Zeit auf unserer Liste. Da wir körperlich dann doch ein bisschen kaputt waren, haben wir die Wanderung aber schweren Herzens gestrichen. Leider.

Homer Tunnel und das Stück Straße dahinter

Hinter dem Homer Tunnel, der für 1,2km durch die Berge geht und euch nach Milford Sound bringt, fühlten wir uns, als wären wir in einer anderen Welt gelandet. Hier solltet ihr auf jeden Fall mehrere Stopps einplanen, zum Beispiel, um die frechen Kea zu sehen, oder um die schönen Bäche und Flüsse entlang fließen zu sehen, wie zum Beispiel am „Chasm“. Und die Berge hier sind auch nicht zu verachten!

Milford Sound

Und schon wären wir am wohl bekanntesten Ort im Fiordland angekommen: Milford Sound. Wir alle haben das Bild schon tausend Mail im Internet gesehen. Wir sind zum Sonnenaufgang dorthin gefahren und hatten ein tolles Lichtspiel – und kaum andere Besucher! Vor ort machten wir eine ca. 2-stündige Bootsfahrt bis ans Meer hinan, die sich für uns absolut gelohnt hatte. Danach fuhren wir auch schon wieder, denn wirklich viel gibt es in Milford nicht zu machen und zu sehen. Der Foreshore Walk liefert euch tolle Blicke auf Mitre Peak mit meinen Lieblingsbäumen den Palmen direkt davor. Außerdem gibt es noch  den Lookout Track, aber von dem Look dort „oben“ (so wirklich hoch geht es eh nicht) waren wir doch ein wenig enttäuscht.

milford sound

neuseeland

fiordland

milford sound
Ich hab also für 20$ ein Bacon Sandwich gekauft und eine Milford Cruise umsonst dazu gekriegt. Höhö.
Milford Track

Ja, im Fiordland gibt es insgesamt ganze drei Great Walks! Der berühmteste davon dürfte wohl der Milford Track sein. Der ist sogar so berühmt, dass er Ewigkeiten im Voraus ausgebucht ist. Außerdem sind sowohl der Start- als auch der Endpunkt des Tracks nur per Boot zu erreichen. Da kam bei uns die Theorie auf, dass der Milford Track womöglich gar nicht existiert, sondern nur ein Märchen ist…. Wer weiß? Kann jemand das Gegenteil bestätigen? 😀

Touren im Fiordland

Im Fiordland wimmelt es nur so von Touren, die ihr machen könnt. Die bekanntesten: Cruises, Kajaktouren und Helikopterflüge. Über letzteres wird es hier keine Infos geben, denn die waren definitiv nicht unsere Preisklasse (leider). Eine Cruise und eine Kajaktour haben wir aber gemacht.

Wir haben im Doubtful Sound eine Kajaktour und im Milford Sound eine Cruise gemacht. In beiden Sounds werden beide Touren angeboten. Da wir im Milford aber eine echt günstige Tour geschossen hatten (20$ für 2 Stunden inklusive Bacon Sandwich mit go Orange – schaut unbedingt bei http://bookme.co.nz vorbei, um auch so einen tollen Deal zu finden!), wollten wir die Kajaktour dann im anderen Fjord machen. War eine super Entscheidung! Nur zum Anschauen des Milford Sound die 120km hoch (und den selben Weg wieder zurück) zu fahren, wäre uns dann irgendwie zu wenig gewesen. Wir waren froh, dass wir durch die Tour noch mehr vom Fjord sehen konnten.

Die Kajaktour im Doubtful Sound mit ebenfalls go Orange hat uns auch sehr gut gefallen, auch wenn die mit 255$ natürlich um einiges teurer war. Aber jeder Cent hatte sich hier gelohnt. Der Sound ist nicht so voll und er wirkte wahnsinnig mythisch – und wir fühlten uns plötzlich ganz klein. Das coole an den Kajaktouren ist, dass man so direkt an die Wasserfälle heranpaddeln kann und plötzlich ein Verhältnis für die Größen hier bekommt. Drei Stunden waren wir insgesamt unterwegs und es war eine super Erfahrung! Es gibt auch Mehrtagestouren, aber die waren uns schlichtweg (leider) zu teuer.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.