Unser Guide für die Catlins

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Habt ihr schon mal von den Catlins in Neuseeland gehört? Diese Region an der Südostküste der Südinsel wird von den Locals als „Well not less explored but lesser explored“ Region bezeichnet – zurecht! Klar, leer ist es hier auch nicht, aber deutlich leerer, als es zuvor im Lake Tekapo zum Beispiel war. Und einige Strände und Wasserfälle hier (genau dafür ist die Ecke nämlich bekannt) hatten wir sogar ganz für uns allein. Deshalb wollen wir diese tolle Ecke auch nicht für uns behalten!

Landschaftliche Highlights der Catlins von Norden nach Süden

Nugget Point

Jaha, den werden wohl die meisten von euch kennen, oder? Der ikonische Nugget Point (benannt nach den Felsen, die aus dem Wasser ragen und wie „Nuggets“ aussehen) mit seinem Leuchtturm an der Spitze lockt jede Menge Besucher an – und so auch uns. Vom Parkplatz aus ist es noch etwa ein Kilometer Fußmarsch, bis man beim berühmten Leuchtturm steht und auf das Meer blickt.

Wir waren übrigens zum Sonnenaufgang da und können das ganze nur wärmstens empfehlen. Wobei wärmstens eher das falsche Wort ist, denn wir haben uns im Hochsommer morgens bei gerade mal vier Grad (in Worten: VIER) trotzdem noch den Hintern abgefroren! Trotzdem ein tolles Erlebnis, denn wir hatten den Ort so gut wie für uns allein und konnten beobachten, wie die Sonne direkt über dem Meer aufging und den Himmel in ein wohliges Gold getaucht hat.

Nugget Point

Barrs Falls

Da die Wasserfälle eh auf unserem Weg waren (nur ein 3km Umweg), entschieden wir uns spontan, dort mal vorbei zu schauen. Erwartet nichts allzu großes, aber ganz nett waren sie trotzdem – insbesondere, da wir sie komplett für uns hatten!

Barrs Falls

Purakaunui Falls

Komplett für euch werdet ihr diese Wasserfälle nämlich mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit nicht mehr haben! 😉 Leider waren wir dort, als die Wasserfälle nicht allzu viel Wasser hatten, was dem ganzen ein wenig die Show gestohlen hat, aber schön anzusehen waren sie trotzdem allemal!

Catlins

Matai Falls/Horseshoe Falls

Diese Wasserfälle haben uns richtig gut gefallen (ok, uns haben alle Wasserfälle richtig gut gefallen, weil es nämlich von Fall zu Fall besser wurde)! Nach einem kurzen Walk kommt ihr an diesen beiden Fällen an. Wir hatten Glück und hatten die Matai Falls ganz für uns alleine und haben uns dort erstmal so richtig ausgetobt! Die Sicht war zwar leider ein wenig durch die herabgefallenen Äste und Bäume versperrt, aber das hat uns nicht allzu sehr gestört und wir haben das Beste draus gemacht.

Matai Falls

Isas Cave Beach

„Wollen wir da abfahren?“ – „Ja, ok, lass mal machen.“ Gott sei Dank haben wir ‚mal gemacht‘! Der Strand war fast menschenleer und endlos lang – ach ja, und wunderschön! Wer ein Allrad-Auto bestitz, darf sogar damit auf den Strand fahren. Hatten wir zwar, haben uns dann aber doch nicht so recht getraut… trotzdem eignet sich der Strand super für eine kurze Pause.

Catlins

Tautuku Estuatry

Irgendwo aufgeschnappt, wollte ich hier auch unbedingt mal vorbei schauen. Wir waren zur vollen Mittagssonne da (also zumindest das, was durch die Wolken kamen) und fanden es, nunja, ganz okay. Die Flussmündung ist bewachsen von heidekrautähnlichen Pflanzen und nur ein Steg führt in der Mitte durch sie durch. Mit Licht hätten diese bestimmt wunderschön pink ausgesehen, bei uns wirkten sie leider sehr trist. Ein großer Umweg war dieser Stop aber nicht, da er direkt an der Straße lag und man nach ca. 10 Minuten Fußmarsch bereits da ist.

Catlins

Cathedral Caves Beach

Wir hatten mit diesem Strand ja so wahnsinnig viel Glück! Der Strand ist nämlich nur bei Ebbe interessant (und geöffnet), da dann die riesigen Meereshöhlen zugänglich sind. Zwar sind hier plötzlich deutlich mehr Menschen unterwegs, als an den anderen Orten der Catlins und es der Strand kostet 5$ Eintritt, unserer Meinung ist es das aber allemale Wert! Die Höhlen sind wirklich riesig und der absolute Wahnsinn! Überall sieht man noch die riesigen Algen, die bei Flut wieder im Wasser stehen und teils kommt man so tief in die Höhlen hinein, dass man sich wundert, ob man überhaupt wieder heraus kommt. Ein wirklich wunderschöner Ort.

Cathedral Caves

Wichtig: unbedingt vorher die Gezeiten checken, um Enttäuschungen zu vermeiden!!

McLean Falls

Ich erwähnte es ja, es wurde von Wasserfall zu Wasserfall besser – die McLean falls fanden wir richtig cool! Über mehrere Terassen läuft hier nicht gerade wenig Wasser hinunter; ganz oben in der ersten Terasse kann man theoretisch sogar schwimmen – wenn man abgehärtet ist und Kälte einem nichts ausmacht. Mir macht sie aber schon etwas aus, deshalb bin ich lieber davor stehen geblieben und habe den Wasserfall (wie auch einige andere Besucher) aus trockener Entfernung bewundert.

mclean falls

Porpoise Bay und Curio Bay

Auf diese Buchten hatte ich mich ja mit am meisten gefreut. Grund dafür: hier sollte jede Menge Wildlife (Delfine, Pinguine und Robben) auf mich warten. Gut, das fand ich auch, aber um ehrlich zu sein, hatte ich nicht damit gerechnet, dass das ganze auch so touristisch mit Infozentrum und großem Café sein würde.

Einige wagemutige gingen in der Curio Bay ins Wasser, um mit Delfinen zu schwimmen. Das klappte auch, denn die Tiere kamen tatsächlich angeschwommen, aber ich genoss den Anblick lieber von oben im warmen. 🙂

Slope Point

Slope Point ist der südlichste Punkt der Südinsel. Nicht nur das ist cool, sondern auch die schroffe Steilküste und die peitschenden Wellen, die ihr hier erleben werdet!

slope point

Waipohatu Waterfall

Bei jedem Wasserfall sagten wir „Boa, der ist ja noch cooler, als der letzte!“ und bei diesem war es auch nicht anders – der letzte Wasserfall auf unserer Route war unser absolutes Highlight. Der Wasserfall ist von der Straße aus nicht ausgeschildert. Wir hatten ihn bei maps.me eingezeichnet gesehen und uns gedacht, den kleinen Abstecher kann man ja mal machen.

Vor Ort wurden wir dann ein bisschen abgeschreckt durch das Schild, das eine 3stündige Wanderung voraussagte, für die man zwingend River Crossing Kentnisse haben müsse. Ein wenig entmutigt entschieden wir uns also, zumindest ein Stückchen den Wanderweg entlang zu gehen, bis es zu hart werden würde und dann umzudrehen – nicht mal eine Stunde später standen wir dann am Wasserfall!

Das ganze hatte sich gleich doppelt gelohnt, denn nicht nur der riesige, tosende Wasserfall (den wir übrigens komplett für uns allein hatten, und wir verbrachten über eine Stunde dort!) war der Hammer, auch der Weg dorthin durch den grünen dschungel-artigen Wald gefiel uns richtig gut. Wir schwärmen von diesem Wasserfall immer noch!

waipohatu waterfall

Waipapa Point

Der Waipapa Point hatte es bei uns ein wenig schwierig, da wir zuvor an unserem Lieblingswasserfall waren und so langsam an Reizüberflutung litten. Das soll aber auf keinen Fall heißen, dass es hier nicht auch wahnsinnig schön gewesen wäre! Der schlichte Leuchtturm, der im grünen Gras steht, mit dem Strand und den Dünen davor und einer Seerobbe, über die ich fast gestolpert wäre, weil ich sie für einen Stein gehalten hatte, waren der perfekte Abschluss für unsere Tour durch die Catlins.

waipapa point

waipapa point

Übernachtungen

Die Region der Catlins ist recht dünn besiedelt – Hostels oder Hotels werdet ihr hier keine finden! Stattdessen gibt es aber in regelmäßigen Abständen Farmstays, Homestays, Bed and Breakfasts und Motels, die ihre Verfügbarkeit außen anzeigen.

Und Campingplätze gibt es natürlich auch; das war unsere Wahl. Auf der Strecke gibt es sowhol kostenlose, als auch kostenpflichtige Campingplätze. Wie ihr euch denken könnt, waren wir natürlich auf ersterem unterwegs. Die kostenlosen Campingplätze gibt es bestens verteilt für eure Catlins-Tour genau da, wo ihr eine Pause machen wollt (oder solltet ;)).

Kostenlose DOC-Campingplätze sind verfügbar in Papatowai, zwischen Haldane und Slope Point und in Fortrose. Für den Start unseres Catlins-Abenteuers haben wir auf einem Campingplatz ganz in der Nähe des Nugget Point für 10$ pP (Hill View Camp Site), der sein Geld absolut wert war – von der super Lage mal ganz abgesehen. Den Campingplatz in Papatowai haben wir ausgelassen, ansonsten haben wir die anderen angefahren und so die Campingplätze perfekt auf der Strecke für einen Zweitagestrip gehabt.

Essen

Supermärkte sind mehr als rar, also nehmt auf jeden Fall genug zu Essen mit! Zwar gab es hin und wieder mal ein kleines Café unterwegs, aber wir waren definitiv im Kochmodus.

Transport

Wir waren mit dem Auto unterwegs, somit hatten wir weitaus mehr Fleixibilität (wie die Busse die Catlins anfahren, kann ich nicht sagen) und konnten überall dort hindüsen, wo wir hin wollten.

Die Straßen sind hier allerdings teils nur Schotterpisten – und das für mehrere (zehn) Kilometer! Unsere Stoßdämpfer werden es uns aber hoffentlich verzeihen. 🙂

 

5 Kommentare

  1. This is a tragedy. Have been at many places in New Zealand, remembering their travel experiences.
    My condolences to their parents and friends, god bless you.
    Rest in Peace.

  2. Mein herzliches Beileid allen Angehörigen.

    Bin bestürzt und traurig, dass es so abrupt endet für die Beiden und keine weiteren gute und schöne Reiseberichte mehr kommen werden.

    R.i.P

  3. This is so very very sad. A young, couple in love with life and adventure – taken far far too young and early. Sincere condolences to family and friends regarding this tragedy.

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