Nützliche Tipps für den Autokauf in Neuseeland

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Es gab da ja so eine Sache, die ich in Neuseeland unbedingt haben wollte und vor der ich gleichermaßen unglaublichen Schiss hatte: ein Auto. Ich hatte ja noch nicht mal in Deutschland selbst eins gekauft, wie sollte das denn dann bitte erst der Autokauf in Neuseeland, am anderen Ende der Welt werden?

Die Antwort jetzt, nachdem alles geschafft ist: so unglaublich viel einfacher, als in Deutschland.

Nicht nur, dass der bürokratische Aufwand hier gegen null geht, auch der Autokauf in Neuseeland selbst war wahnsinnig entspannt.

Nach gerade mal zehn Tagen auf neuseeländischem Boden  konnten Marc und ich uns stolze Autobesitzer nennen. Die meisten, die uns fragten, wie lange wir schon hier sind, konnten kaum glauben, dass wir so schnell unsere Traumkarre gefunden hatten, und ganz ehrlich, wir ja anfangs auch nicht. Aber der Autokauf in Neuseeland war einfach so leicht!

Aber irgendwie war es doch Liebe auf den ersten Blick. Und das bei insgesamt gerade mal drei angeschauten Autos. Aber der Reihe nach.

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Welche Schritte sollte ich vor, während und nach dem Autokauf gehen?

Schritt eins: Autos suchen, die es wert sind, sie anzuschauen

In Neuseeland habt ihr fünf Möglichkeiten, ein Auto zu finden, das zum Verkauf steht: Facebook Gruppen (sowohl Backpacker Gruppen als auch lokale), die Online Platform trademe.com (vergleichbar mit unserem ebay Kleinanzeigen), schwarze Bretter in Supermärkten und co., an den Autos selbst oder auf Carfairs. Letztere finden in den größeren Städten regelmäßig statt.

Wir entschieden uns für unsere Suche auf die ersten beiden Möglichkeiten und wurden dort auch fündig und konnten direkt einen Termin zum Anschauen und Probefahren vereinbaren.

Schritt zwei: informieren!

Wenn ihr nun also wisst, welches Auto genau ihr euch anschaut, dann würde ich euch empfehlen, euch vorher im Internet ausgiebig zu informieren. So hatten wir das auch gemacht (naja, Marc :D). Denn: bei jedem Autohersteller und jedem Autotyp tritt nach einer bestimmten Anzahl von Kilometern eine bestimmte Macke auf. So etwas vorher zu wissen, um darauf bei dem Auto genau zu achten, kann einem vor bösen Überraschungen bewahren!

Außerdem haben wir uns auch generell in die Materie eingelesen, denn wir hatten vorher ehrlich gesagt bei Autos von Tuten und Blasen keine Ahnung!

Was wir gelernt haben: Der Keilriemen (cam belt) muss in etwa alle 100.000km gewechselt werden. Fragt nach, wenn dieser beim Auto zuletzt gewechselt wurde.

Die Stoßdämpfer kann man gut überprüfen, indem man sich auf die Motorhaube des Autos lehnt und prüft, wie sehr es nachgibt bzw. wackelt. Wackelt es stark, ist das ein Zeichen für verschlissene Stoßdämpfer.

Sind die Reifen eventuell schräg abgefahren? Fragt hier nach, ob es dafür einen Grund gibt. Ein Unfall oder ähnliches könnte hier nicht auszuschließen sein.

Prüft natürlich auch die Reifendicke sowie, wenn erkennbar, die Dicke der Bremsscheiben.

Checkt, ob aus dem Auspuff dunkles Abgas kommt.

Prüft das Öl und fragt nach dem Ölverbrauch.

Und, schlichtweg, lest euch einfach im Internet ein, es gibt dort tausend Seiten von Profis, die Tipps für den Gebrauchtwagenkauf geben. Für uns wurden die in der Zeit vor dem Autokauf zu unserer Art Bibel. 😀

Schritt drei: Autos anschauen und Probefahren

Nun, da ihr wisst, worauf ihr achten müsst, ist es an der Zeit, das Auto genau unter die Lupe zu nehmen. Fahrt das Auto auch Probe, kommt mit den Besitzern ins Gespräch, denn auch hier lassen diese manchmal interessante Infos fallen.

Schritt vier: vergleichen

Wir empfehlen, euch mehrere Autos anzuschauen, einfach, um ein Gefühl dafür zu bekommen und auch vergleichen zu können. Mit drei Autos haben wir uns vielleicht nicht gerade viele angeschaut, haben dadurch aber doch gemerkt, was wir eigentlich wollen: nämlich kein Backpackerauto (wir haben nämlich selbst ausgebaut). Ohne vorher nicht aber mir doch ebendiese Autos angeguckt zu haben, wäre mir ein Vergleich und eine anschließende Entscheidung viel schwerer gefallen.

Schritt fünf: entscheiden

Ja, und dann ist es irgendwann an der Zeit sich zu entscheiden. Welches Auto nehme ich? Nehme ich überhaupt eines von den angeschauten? Möchte ich lieber noch weiter suchen? Überlegt, was für Kosten mit dem Auto auf euch zukommen in nächster Zeit, welche Ausstattung schon vorhanden ist und ob das Auto euch das bietet, was ihr sucht.

Schritt sechs: Kennzeichen prüfen

Wenn ihr euch für ein Auto entschieden habt, dann würden wir euch auf jeden Fall dazu raten, vorher das Kennzeichen zu checken. Denn in Neuseeland werden Strafzettel mitverkauft! Bedeutet im schlimmsten Fall: ihr müsst die Knöllchen des Vorbesitzer ausgleichen. Die sogenannte Vehicle history (also auch, ob das Auto gestohlen wurde, ob mit dem Auto eine Straftat begangen wurde oder ob am Kilometerstand gepfuscht wurde) könnt ihr ganz einfach online hier prüfen. Mit 19$ eine durchaus sinnvolle Investition.

Ebenfalls interessant in diesem Zusammenhang: wie lange sind WOF (zu vergleichen mit dem TÜV) und REGO (zu Vergleichen mit derm KFZ-Steuer) noch gültig? Sind diese noch länger gültig, so müsst ihr euch erstmal um nichts kümmern und spart euch den Stress.

Schritt sechs: kaufen

Sollte beim Vehicle history check nun nichts herausgekommen sein und ihr habt eure Meinung immer noch nicht geändert, dann herzlichen Glückwunsch: es ist an der Zeit, das Auto zu kaufen! Vereinbart am besten vorher, wie ihr bezahlt. Wenn ihr schon ein neuseeländisches Konto habt, dann könnte das die einfachste Lösung sein, ansonsten akzeptieren viele aber auch einfach den Barkauf. Da ihr maximal 2.000$ pro Tag an den Geldautomaten ausgezahlt bekommt, solltet ihr allerdings je nach Autopreis schon ein paar Tage vorher regelmäßig zum Geldautomaten watscheln. Kaufverträge sind in beim Autokauf in Neuseeland eher unüblich. Einen Fahrzeugbrief, so wie in Deutschland, gibt es hier auch nicht.

Schritt sieben: Besitzer ummelden

Nach dem Autokauf in Neuseeland solltet ihr unmittelbar den Besitzer ummelden. Das könnt ihr wirklich ganz einfach bei jeder Poststelle in Neuseeland tun. Schnappt euch hier vor dem Schalter an der Wand bei den Formularen ein Formular zur Besitzerummeldung beim Auto. Dies füllt ihr dann aus, so weit ihr könnt (die Mitarbeiter helfen gerne) und geht damit und mit eurem Pass dann anschließend an den Schalter. Dort zahlt ihr dann noch 9$,die nette Mitarbeiterin stempelt euer Formular ab und behält es und das wars. Also wirklich easy peasy!

Schritt acht: versichern

Zwar besteht in Neuseeland keine Versicherungspflicht, allerdings halten wir eine sogenannte Third Party Insurance (also eine Versicherung für Unfallschäden, die ihr an anderen Wägen verursacht) für absolut wichtig! Eine Versicherung für unser Auto haben wir auch nicht, für andere sieht das dann aber schon wieder ganz anders aus.

Wir haben uns für AA entschieden, da diese zum ADAC gehören, bei der Marc seine Mitgliedschaft hat (und wodurch wir auch bei AA kostenlos die Pannenhilfen-Mitgliedschaft erhalten haben). Wir sind einfach direkt in die Filiale, um dort eine Versicherung abzuschließen und haben extra nachgefragt, ob umgebaute Autos auch versichert werden. Zwar konnten wir auch in den AGBs der Versicherung online nichtsdergleichen finden, aber wir wollten einfach noch mal auf Nummer sicher gehen.

Letztendlich entschieden wir uns also für die Third Party Insurance für 133$ für ein Jahr, können diese aber jederzeit wieder kündigen und bekommen dann die überschüssige Versicherungssumme ausgezahlt. Die Selbstbeteiligung bei Unfällen beläuft sich bei Marc auf 500$, bei mir leider auf 1000$ (da mir noch vier Monate fehlen, bis ich 25 wäre – blöd gelaufen). Abgeschlossen  war die Versicherung dann direkt vor Ort, als wir die AA-Filiale verlassen haben.

Schritt neun: losfahren und Spaß haben

Herzlichen Glückwunsch, der Aufwand des Autokauf in Neuseeland hat sich gelohnt, ihr könnt jetzt unbesorgt mit eurem neuen, (hoffentlich) treuen Wegbegleiter losdüsen!

Wer sich, so wie wir, für eine alte Familienkutsche entschieden hat, der denkt vielleicht noch darüber nach, sein Auto umzubauen und kann sich nächste Woche auf unseren Beitrag dazu freuen, allen anderen wünsche ich jetzt viel Spaß auf ihrem Roadtrip in Neuseeland!

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