Autoumbau – wie wir unseren Honda für unter 150NZD roadtriptauglich gemacht haben

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Nachdem wir uns dazu entschieden hatten, unser gekauftes Auto selbst umzubauen, hörten wir von anderen Backpackern so allerlei Zahlen, was sie für den Umbau ausgegeben hatten. Von 600 bis 1000$ war für den Autoumbau da alles dabei. Das hat uns anfangs zugegeben schon ein wenig geschockt. Klar, wir wollten es ja auch schön haben – aber eben nicht arm werden dabei.

Und so watschelten wir in den Baumarkt, verglichen, überlegten, machten Pläne – und setzten den Autoumbau letztendlich für unter 150$ um! Kein Witz!

Im Grunde war der Autoumbau auch gar nicht so schwierig. Und vor allem brauchten wir wirklich wenig Material.

Das einzige, was ihr für den Bau eines Bettgesells braucht, sind folgende Materialien:

– Eine Holzplatte mit ausreichender Dicke (wir haben uns für 18mm entschieden); Kostenpunkt: 59$

-Holz für die Fußstützen (1,20m lange Klötze, die dann auf die jeweilige Länge zurecht gesägt werden können); Kostenpunkt: 11$ pro Stütze (wir haben insgesamt drei gebraucht)

-Schrauben; Kostenpunkt: 5,75$ pro Paket mit 35 Schrauben (wir haben insgesamt zwei gebraucht)

-Winkel zum Anbringen der Füßstüzten an die Holzplatte; Kostenpunkt: 2$ pro Winkeln (wir haben insgesamt vier pro Fußstütze, also 20 Winkel gebraucht)

Und das war’s. Easy, oder? Und mit insgesamt 143,50$ weitaus günstiger als gedacht!

Autoumbau

Die Holzplatte haben wir bereits im Warehouse zusägen lassen, da diese ursprünglich eine Größe von 240x120cm hat. Messt einfach vorher das Auto aus und lasst ruhig ein wenig mehr abschneiden, schließlich kommt hier später ja eh die Matratze drauf. Wir haben unsere Platte auf 180x100cm zuschneiden lassen, damit wir an allen Ecken noch ein klein wenig Luft haben.

Werkzeug haben wir umsonst bekommen, da wir zu der Zeit des Umbaus housegesittet haben und das Werkzeug der Familie benutzen durften. Viel mehr als eine Säge, um die Füße zurechtzusägen und einen Bohrer, um die Füße dann an der Platte anzubringen, braucht ihr aber eh nicht.

Bevor ihr allerdings mit dem Autoumbau loslegen werdet, werdet ihr vermutlich die Sitze aus dem Auto entfernen. Das macht nicht nur Sinn, weil ihr die eh mit eingebautem Bettgestell nicht mehr nutzen könnt, sondern auch, weil ihr dadurch mehr Stauraum und vor allem weniger Gewicht (und damit weniger Spritverbrauch) haben werdet. Meist sind die Sitze am Boden angeschraubt und lassen sich dementsprechend ganz einfach abschrauben. Entsorgt haben wir unsere Sitze dann auf der lokalen Müllhalde. Kostenpunkt: 23$.

Um loszulegen solltet ihr euch erstmal entscheiden, wie hoch bzw. tief die Platte, also euer zukünftiges Bett, eigentlich ins Auto eingebaut werden soll. Klar, je tiefer, desto angenehmer zum Einsteigen und bewegen, aber bedenkt, dass ihr auch Stauraum im Auto brauchen werdet und in den meisten Fällen der einzige Stauraum der unter eurem Bettgestell sein wird. Wir haben uns für eine Höhe von ca. 50cm entschieden, da wir so bequem große Boxen unter dem Gestell unter bringen können aber auch oben zum Schlafen noch genug Platz haben.

Wenn ihr euch für eine Höhe entschieden habt, dann müsst ihr ausmessen, wie lang die Füße tatsächlich werden sollen (aufgrund von Unebenheiten im Boden solltet ihr jeden Fuß extra messen). Wir haben uns für insgesamt fünf Füße entschieden (einmal in jeder Ecke und dann noch in der Mitte), damit das ganze auch stabil genug ist.

Dann haben wir die Füße auf die jeweilige Länge gekürzt und auf der Platte gekennzeichnet, wo genau sie angebracht werden sollen (nach einem kurzen Testlauf mit Platte und Füßen im Auto). Dann mussten nur noch die Winkel angeschraubt werden.

Nachdem unser Gestell nun also fertig war, mussten wir es nur noch ins Auto stellen.

Anschließend war es dann an der Zeit, unsere Matratze ins Auto zu verfrachten.

Eine Matratze haben wir übrigens ultragünstig auf trademe.com (der neuseeländischen Version von ebay Kleinanzeigen) geschossen. Hier haben wir für gerade mal 30$ eine echte Federkernmatratze bekommen. Die anschließend ins Auto zu bekommen, war allerdings etwas schwierig, aber mit viel Schieben (und Sitze nach vorne stellen und anschließend wieder nach hinten, um die Matratze dazwischen einzuklemmen) hat es gepasst. Unser Auto war schlaffertig.

Jetzt musste es nur noch mit Equipment ausgestattet werden, denn das Auto sollte ja unser neues zu Hause werden.

Camping

Was wir neben dem „Rohausbau“ noch in unser Auto investiert haben:

  • 41$ für Bettwäsche (Warehouse)
  • 26$ für eine Bettdecke und zwei Kissen (Warehouse)
  • je 8$ für zwei große Kisten für unsere Klamotten (Bunnings)
  • je 12$ für vier halb so große Kisten für Essensvorräte, Küchenequipment, Kosmetikartikel und unsere „Kramkiste“ (Warehouse)
  • 2,97$ für ein Set bestehend aus Pfanne, Topf und Pfannenwender (Warehouse)
  • 3,97$ für zwei Messer (Warehouse)
  • je 1$ für zwei Porzellanschüsseln (Warehouse)
  • 5$ für ein Schneidebrettchen (Warehouse)
  • je 3$ für zwei Plastiktassen, die wir auch auf Mehrtageswanderungen benutzen können (Warehouse)
  • 9$ für ein Messerset (Warehouse)
  • je 1$ für zwei Porzellanteller (Warehouse)
  • 10$ für einen Teekessel (Warehouse)
  • je 6$ für zwei Campingstühle (Warehouse)
  • 50$ für einen Campingtisch (Bunnings)
  • 69$ für einen Gaskocher mit Windschutz und zwei Platten (Warehouse)
  • 40$ für eine Gasflasche mit 2l Füllvermögen (Warehouse)
  • 6$ für einen Campingtoaster (Warehouse)
  • 3$ für eine Wanne (Warehouse)
  • 4$ für noch ein weiteres Kissen für mich, da ich so gerne mit vielen Kissen schlafe (Warehouse)

Gesamt: 355,94$

Damit waren wir als Schlafzimmer, Wohnzimmer und Küche perfekt ausgestattet.

Wir hatten uns bewusst gegen Gardinen entschieden, denn zugegeben genießen wir es schon sehr, nachts rauszuschauen. Und da bis jetzt alle Campingplätze ziemlich weitläufig waren, hatten wir auch nie das Problem, dass wir uns beobachtet gefühlt haben.

Also was soll ich sagen? Der Umbau war einfacher als gedacht! 🙂

 

2 Kommentare

  1. Hi,
    ich finde es super, dass du das machst.
    Ein Freund möchte auch mit der Kamera los und eine Doku drehen. Er meinte, dass er nur Gebrauchtfahrzeuge bräuchte und eine Schlafgelegenheit. Ob er mit seinem Gefährt bis nach Asien kommt, ist eine andere Frage.

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