Der große Abel Tasman Guide – inkl. Kayak und Inland

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Leute, ich bin gerade nach ganzen sieben Tagen am Stück aus dem Abel Tasman Nationalpark zurück in der Zivilisation! Ich bin immer noch komplett geflasht von der einmaligen Natur, die sich mir hier geboten hat. Wir waren sowohl mit dem Kayak, als auch zu Fuß unterwegs und haben neben dem bekannten Coast Track auch noch den Inlands-Track abgelaufen – ich würde mich inzwischen also als kleinen Profi bezeichnen, was diesen Nationalpark angeht. Dieses Wissen kann ich nicht einfach nur für mich behalten! Also, alle, die auch überlegen, den Nationalpark zu besuchen, dieser Artikel ist für euch!

Abel Tasman

Welche Stadt eignet sich als Ausgangsbasis?

Nelson ist die dichteste Stadt am Nationalpark, die über einen Flughafen verfügt. Die letzte größere Stadt (sprich, eine Stadt, in der es Hostels, Supermärkte und Restaurants gibt) vor dem Abel Tasman ist Motueka. In dem Dörfchen Marahau beginnt der Coast Track des Abel Tasman.

Transport zum und im Abel Tasman National Park

Wir hatten das große Glück, zu dem Zeitpunkt unserer Wanderung bereits ein Auto zu besitzen. Damit konnten wir bequem über die 6 von Nelson nach Motueka fahren. Von dort aus ging es dann über die etwas kleineren Sträßchen durch die Berge nach Marahau.

Wer keinen eigenen Flitzer besitzt, der kommt aber trotzdem zum Abel Tasman. Von der iSite in Nelson aus fahren regelmäßig Busse nach Motueka und auch von dort könnt ihr Busse nach Marahau buchen. Einfach mal bei der iSite nachfragen, dort können die Busse nämlich gebucht werden. Logischerweise haben die netten Mitarbeiter dort etwas mehr Ahnung als ich, die mit dem Auto dort hin ist. 🙂

Für Transport im Park ist durch die Wassertaxis gesorgt, die von Marahau aus bis Totaranui regelmäßig fahren. Wer einen Tagestrip macht, für den sind die Wassertaxis interessant. Ansonsten stellen sie natürlich auch eine Möglichkeit dar, um sich am Ende der Wanderung (da ja nur one-way) wieder zurück nach Marahau transportieren zu lassen. Eine Alternative stellt der Bus von Totaranui oder Wainui dar, der dich zurück nach Marahau bringt.

Da wir die Kosten für den Rücktransport aus dem Abel Tasman aber zu hoch fanden, entschieden wir uns, aus der Wanderung einen Loop zu machen und über das Inland zurück nach Marahau zu wandern. Was du dazu beachten musst, findest du weiter unten.

Wo kann ich mein Auto parken?

Wer nun aber eben doch mit dem eigenen Auto unterwegs ist, der kann sein Auto entweder auf dem DOC-Parkplatz in Marahau, direkt neben dem Start der Wanderung parken, oder aber, so wie wir es gemacht haben, bei seinem jeweiligen Kayakverleiher, so man denn mit Kayaks unterwegs ist.

Klima

Gute Nachrichten: Im Abel Tasman habt ihr relativ gute Chancen auf gutes Wetter! Dank der umliegenden Berge kommen Wolken nämlich nicht allzu oft hierher. Anfang Dezember, zu Beginn des Sommers also, konnten wir bei kuscheligen 26 Grad wandern gehen. Aber lasst euch nicht täuschen, das Wasser ist verdammt kalt! Sobald sich die Sonne abends aber verzieht, wird es spürbar kälter. Ich (ja, Frau, die friert nun mal schneller) hatte einen Schlafsack mit, der bis Null Grad ging und brauchte den auch durchaus noch (und abends eine warme Fleecejacke). Zum Winter kann ich euch leider keinen Erfahrungsbericht geben.

Abel Tasman

Wieviele Tage sollte ich einplanen?

Hier stehen euch allerlei Möglichkeiten offen, Tagestrips sind hier kein Problem, wir zum Beispiel waren ganze sieben Tage im Park wandern.

Als Tagestrip

Wer ein Wandermuffel ist, oder nicht so viel Zeit hat, der wird sich wohl für einen Tagestrip entscheiden. Da die Küste entlang bis Totaranui Wassertaxis fahren, ist dies auch kein Problem! Sucht euch einfach einen Start- und Endpunkt aus (ihr könnt euch entweder beide Male vom Wassertaxi aus abholen lassen oder aber als Start- oder Endpunkt auch Marahau auswählen, von wo aus der Coast Track ja beginnt) und wandert den Tag über entlang der Küste – oder lasst euch am selben Strand abholen, wenn ihr einfach einen Tag an einem schönen Strand verbringen wollt. 🙂

Abel Tasman

Als Multiday-Hike

Hier sind euch, wieder einmal dank der Wassertaxis, keine Grenzen gesetzt. Ihr könnt entweder den ganzen Track laufen, oder aber nur Teile des Tracks und euch anschließend dann an einem Strand, den die Wassertaxis anfahren, wieder einsammeln lassen, oder sogar noch über das Inland zurück laufen und die Wanderung so noch erweitern.

Laut DOC sind für den Abel Tasman Coast Track drei bis fünf Tage eingeplant. Wir hatten mit fünf Tagen geplant, waren allerdings zweieinhalb Tage davon auch mit dem Kayak unterwegs und wollten die Wanderung auch genießen und nicht einfach nur durchhetzen. Gerade für das Ende hatten wir uns extra einen Campingplatz kurz vor dem Ende des Tracks gesucht, um unsere Wanderung ganz bequem und ohne Druck beenden zu können. Das würden wir auch immer wieder so machen.

Da der Track aber weitestgehend ebenerdig ist, ist er auch in der Tat gut in drei Tagen zu laufen. Das einzige, das ihr beachten müsst, sind einige Tiden-Überquerungen (mehr dazu weiter unten), die eure Planungen und euer Vorankommen etwas durcheinander bringen könnten.

Abel Tasman

Unterkünfte vor Ort

Entweder könnt ihr in den Hütten nächtigen (große Zimmer mit Etagenbetten) oder auf den Campingplätzen, die sich entlang der Wanderung auftun. Insgesamt gibt es vier Hütten und jede Menge mehr (wunderschöner) Campingplätze. Die Übernachtung in einer Hütte kostet 34$ pP und Nacht, eine Nacht auf dem Campingplatz 15$. Bevor es los geht, müsst ihr unbedingt im Voraus buchen und die Buchungsbestätigung dann auf eurer Wanderung dabei haben!

Wir haben uns für die Campingplätze entschieden; bedeutete zwar, das Zelt mitzuschleppen, bedeutete auf der anderen Seite aber auch, dass wir an wirklich einmalig wunderschönen Plätzen geschlafen haben! Unsere beiden absoluten Lieblinge, die wir euch wirklich nur wärmstens ans Herz legen können: Mosquito Bay (nur per Kayak zu erreichen) und Mutton Cove. Ein wahrer Traum!

Auch generell würden wir euch dazu raten, eher die kleinen Campingplätze abseits der Hütten anzusteuern, denn hier gibt es wirklich einige Schmuckstücke. So hielten wir mit unserem Kayak zum Beispiel kurz am Observation Beach an und waren hin und weg darüber, dass es hier wirklich nur einen kleinen Strand in einer Bucht gab, an dem direkt gecampt wurde. Da hätten wir am liebsten auch direkt unser Zelt aufgeschlagen!

Wo kann ich reservieren? Und wann sollte ich reservieren?

Reserviert werden kann auf der offiziellen Seite des DOC (Department of Conservation). Einmal pro Jahr (dieses Jahr im Mai) werden die Buchungen für die Great Walks freigeschaltet. Da ich im Internet vorher öfter gelesen hatte, dass man dann schnell sein muss, habe ich damals auch direkt am Tag der Buchungseröffnung gebucht, um auch ja meine Campingplätze zu bekommen (schließlich würden wir ja zur Hauptsaison da sein).

Nun, während das mit dem „schnell ausgebucht“ wohl für manch anderen Great Walk (Milford hust) gilt, ist das für den Abel Tasman nicht zwingend der Fall. Unser Campingplatz Mutton Cove zum Beispiel war fast leer! Allerdings waren die großen Campingplätze definitiv ausgebucht, da zu dieser Zeit gerade mehrere Schulklassen auf der Wanderung unterwegs waren. Ich würde euch also empfehlen: sobald ihr wisst, wann ihr die Wanderung machen wollt, einfach buchen, denn dann seid ihr auf der sicheren Seite und habt die größte Auswahl an Campingplätzen! 🙂

Auf was muss ich mich beim Walk einstellen?

Gute Nachrichten: der Track ist mehr als gut ausgebaut, schön breit und hat kaum Höhenmeter (nie mehr als ca. 300) – eignet sich also super als Einsteigerwalk!

Ansonsten müsst ihr euch auf nasse und auch sandige Füße einstellen, denn teilweise geht der Walk über die Strände, teils auch über die Strände, die nur bei Ebbe passierbar sind und in denen das Wasser immer noch ein bisschen steht.

Die Sonne kann im Sommer hier ganz schön knallen, aber glücklicherweise ist der Großteil der Wanderung, so er denn nicht gerade über den Strand geht, im Schatten.

Wer im Sommer unterwegs ist, der darf sich übrigens auch auf Sandflies einstellen. Wir hatten zwar Glück, weil wir zu einer Zeit dort waren, in der es sehr trocken war (und weshalb es keine Pfützen gab, in denen sich die Sandflies wohl fühlen und vermehren), aber alle haben uns davor gewarnt, dass es im Sommer eine wirkliche Plage dort gibt!

Abel Tasman

Side-Tracks vom Coast Track aus

Wenn ihr auf dem Coast Track unterwegs seid, habt ihr immer mal wieder die Möglichkeit, diesen für kleine Side-Tracks zu verlassen. So hatten wir zum Beispiel in Anchorage vor, zu den Cleopatra Pools zu wandern, da wir aber mit dem Kayak zu lange unterwegs waren, mussten wir das leider streichen.

Wenn es aber Side-Tracks gibt, dann sind diese auch immer mit einer Zeitangabe, die es dauert dorthin, bei den Schildern mit aufgeführt. 🙂

Welche Ausrüstung brauche ich?

Bei dem Abel Tasman Coast Track kann ich endlich mal ohne schlechtes Gewissen sagen: Wanderschuhe sind hier nicht zwingend nötig, ihr kommt auch gut mit Turnschuhen über die Runden.

Wer noch ins Inland geht, der sollte aber, wenn er nicht gerade blöd ist und Marlena heißt, Wanderschuhe einplanen, denn hier werdet ihr auf jede Menge Felsbrocken, Wurzeln und so allerlei unebenes Terrain treffen.

Einen Schlafsack braucht ihr auch auf alle Fälle, wenn ihr über Nacht bleibt, egal ob ihr ihn Hütten oder im Zelt schlaft. Dieser sollte auch dick genug sein, Anfang Dezember war ich froh darüber, einen Schlafsack dabei gehabt zu haben, der bis null Grad ging (aber ich bin ja auch eine Frau).

Eine Fleecejacke würde ich auch immer wieder einpacken, denn abends, sobald die Sonne zum Wärmen nicht mehr da ist, wird es schnell kalt. Auf der anderen Seite hätte ich meinen Bikini aber auch nicht missen wollen bei all den tollen Stränden.

Wer abseits der großen Campingplätze mit den angrenzenden Hütten übernachtet (also Anchorage, Bark Bay, Awaroa und Whariwharangi), der wird beim Trinkwasser kein Problem haben; an allen anderen Campingplätzen jedoch wird empfholen, das Wasser vor dem Trinken zu behandeln (ich habe auch Wanderer gesehen, die das Wasser direkt getrunken haben, aber für alle, die auf Nummer Sicher gehen wollen) – wir haben mit unserem Gaskocher abgekocht, hätten uns an der Stelle aber doch schon sehnlichst einen Wasserfliter gewünscht.

Abel Tasman

Was sollte ich als Verpflegung mitnehmen?

Das war wohl unsere größte Herausforderung – und das nicht nur, weil wir so kleine Leckerschmecker sind, sondern, weil es nicht gerade alltäglich ist, für sieben Tage nicht verderbliche Lebensmittel mit kleinem Packmaß einzukaufen, die auf dem Gaskocher dann schnell zubereitet sein würden.

Letztlich haben wir das super geschafft, aber um ehrlich zu sein, nach sieben Tagen hing uns unser Essen ziemlich zum Halse raus (Wanderlife vom feinsten). Wir haben mit einem warmen Frühstück, ein bisschen snacken zum Mittag und einem warmen Abendessen geplant und das hat auch völlig so gereicht. Außerdem ganz wichtig zum planen: egal wie lange ihr geht, plant auf jeden Fall immer eine Mahlzeit mehr ein – man weiß ja nie!

Hier nun  unsere Tipps, welche Lebensmittel sich so eignen für Mehrtageswanderungen und wieviel wir davon mitgenommen haben:

Fürs Frühstück

Das Frühstück war unsere wohl abwechslungsreichste Mahlzeit am Tag. Nicht. Bei uns gab es jeden Morgen Porridge. Das einzige, was wir dafür nämlich brauchten, waren Haferflocken (ein 200g Beutel reicht locker für zwei Personen für sieben Tage), Milchpulver (denn richtig geraten, Frischmilch wird das ganze wohl nicht überleben), etwas Wasser, etwas Obst (am Anfang Bananen, danach Äpfel), Erdnussbutter (macht den Geschmack etwas besser und gibt ordentlich Power für den Tag) und Honig. Das ganze wurde morgens einfach zusammen in einen Topf gegeben, ganz kurz erhitzt, bis es zu einer schleimigen Masse wurde und dann ganz schnell von uns verputzt. Auf heiße Getränke zum Frühstück haben wir verzichtet, da wir einerseits Kaffeepulver und Teebeutel nicht mitschleppen wollten, andererseits auch mit unserem Gas sparsam sein wollten.

Snacks

Unser Snack Nummer eins: Müsliriegel! Marc hatte so viel Schiss, nicht genug mitzunehmen, dass er ganze sechs (!) Pakete gekauft hat – die Hälfte hätte aber auch locker gereicht. 😀

Weitere für positiv befundene Snacks: Sardinenfilet aus der Dose, Chicken aus der Dose, Nüsse (gesalzen und pur), Cracker, Kekse, Trockenobst. Wir hatten je eine Dose Sardine und Chicken mit, je eine Tüte gesalzene und ungesalzene Nüsse, drei Pakete Cracker, zwei Tüten Kekse und zwei Tüten Trockenobst. Zurück gekommen sind wir mit einer halben Tüte Nüsse, einer halben Tüte Kekse und einer vollen Packung Trockenobst. Ich würde sagen, wir haben perfekt geplant.

Abendessen

Hier waren wir auch mega kreativ. Nicht. Klar, für ein paar Tage hätten wir auch super Gemüse mitnehmen können, bei sieben Tagen stand bei uns jedoch ein geringes Packmaß im Vordergrund. Daher haben wir uns mit den Tüten mit Fertignudeln mit Soße eingedeckt sowie mit einer Packung Couscous und Asia-Saucen-Päckchen (ihr ahnt es: kleines Packmaß). Dann gab es jeden Abend im Wechsel entweder Nudeln oder Couscous mit Soße. Zum Strecken vom Couscous hatten wir etwas Linsen und eine Dose Kichererbsen mit. Auch hier hatten wir mengenmäßig eine perfekte Planung an den Tag gelegt (und als Backup eine Kartoffelbreimischung mitgenommen, die wir mit den Linsen hätten strecken können).

Der Ultra Tipp für eure Getränke

Kennt ihr das, wenn ihr euch nach einem heißen und schweißtreibenden Tag auf nichts sehnlicher freut, als auf eine kalte Coke bzw. überhaupt irgendein Getränk mit Zucker? Da wir dieses Gefühl nur zu gut kennen und sicher waren, dass es uns auf unserer Wanderung garantiert auch heimsuchen würde, haben wir uns Getränkepulver für unser Wasser mitgenommen. Hatte ein kleines Packmaß und hat uns so einige Energieschübe gegeben.

Abel Tasman

Was sollte ich sonst noch beachten?

Das Trinkwasser

Wie bereits schon oben erwähnt: nicht an allen Campingplätzen im Abel Tasman gibt es Trinkwasser. Ob man das „nicht Trinkwasser“ tatsächlich behandeln muss, oder es genauso top ist, das sei mal dahin gestellt. Auf jeden Fall rät das DOC dazu, das Wasser zu behandeln, also haben wir das auch gemacht.

Wir haben ganz einfach mit unserem Gaskocher abgekocht. Bedeutete für uns auf der anderen Seite aber auch: größere Gaskatusche mitnehmen.

Alternative: Ein Wasserfilter. Für die nächste Wanderung werden wir uns den definitiv zulegen.

Um nicht ganz so viel Wasser abzukochen, haben wir unsere Wasserflaschen immer, wenn wir an einem der großen Plätze mit Trinkwasser (Anchorage, Bark Bay, Awaroa, Totaranui oder Whariwarangi) vorbei kamen aufgefüllt. Außerdem haben wir vor Ort dann immer das nicht behandelte Wasser zum Kochen benutzt, da das Wasser dabei ja sowieso gekocht wird.

Abel Tasman

Tidal Crossings

Bei Anchorage, Bark Bay und Totaranui gibt es Tidal Crossings, bedeutet, Strecken der Wanderung, die nur bei Ebbe sicher bestritten werden können. Falls ihr hier allerdings zur Flut ankommt, gibt es alternative Routen, die ihr wandern könnt.

Ebenso steckten wir in Onetahuti fest, da dort eine kleine Einmüdung plötzlich ganz schön groß geworden ist und uns die Weiterreise unmöglich gemacht hat. Hier gibt es allerdings keine Alternative. Hier muss man sich gedulden und maximal zwei Stunden warten, bis das Wasser wieder von dannen gezogen ist.

Ein weiteres Crossing wartet in Awaroa auf euch. Hier gibt es allerdings auch keinen Umweg zu dem ca. 1,5km langem Crossing. Schaut am besten vorher nach den Gezeiten nach und plant diese in eure Wanderung mit ein!

Abel Tasman

Euer Müll

Im gesamten Abel Tasman National Park (mit Ausnahme von Totaranui) gibt es keine Mülleimer. Bedeutet im Klartext: ihr schnappt euch einen Müllbeutel und tragt euren Müll auf der Wanderung mit euch herum. Klingt schlimmer, als es eigentlich ist, denn wir haben auf der Wanderung viel weniger Müll produziert, als wir es sonst tun.

Abel Tasman per Kayak

Wo bekomme ich ein Kayak her?

In Marahau gibt es viel mehr Kayakverleihe, als ich gedacht hätte. Allein schon beim googlen taten sich einige auf, und auch, wenn ihr zur I-Site geht, werdet ihr jede Menge Flyer finden von Anbietern, die Kayaks verleihen. Letztendlich befinden sich auch alle im selben Preisbereich und unterscheiden sich wirklich nur um ein paar Dollar, wenn überhaupt.

Wir haben uns für Independent Guides Sea Kayak entschieden. Keine Ahnung warum, war einfach das ansprechendste.

Das Kayak hat uns für drei Tage 260$ gekostet. Mag zwar nicht ganz billig erscheinen, aber ist trotzdem noch um einiges billiger, als eine geführte Kayaktour.

Um 8:45 beginnt eure Einweisung und zieht sich letztlich bis nach elf Uhr, bis noch einmal ein kurzer Check auf dem Wasser stattfindet und ihr gegen 11:30 dann tatsächlich endlich alleine lospaddeln könnt.

Sicherheit ist wichtig (klar, auch nervig, aber auch wichtig) und das wurde bei Independent Guides Sea Kayak auf jeden Fall groß geschrieben, denn bei der Einweisung wurde genau hingeschaut.

Ausgestattet wurden wir natürlich mit allem was wir brauchten – Schwimmwesten, Notfallausrüstung (Wasserpumpe und co), einer wasserfesten Landkarte und natürlich jeder Menge Drybags (ganz wichtig).

Die Kayaks waren funktionstüchtig und wir hatten nichts zu beklagen.

Los ging unser Trip dann in Marahau, wohin wir mit dem Shuttlebus gebracht wurden.

Muss ich mit dem Kayak dann auch wieder zurück?

Wer, so wie wir, plant, nach dem Kayaken noch den Abel Tasman Coast Track weiter zu laufen, der möchte natürlich nicht die gesamte Strecke wieder zurück paddeln. Zum Glück müsst ihr das auch nicht, denn ihr könnt ganz einfach gegen eine Abholgebühr von 42$ euer Kayak in Anchorage, Bark Bay oder Onetahuti abholen lassen.

Für die Abholung selbst müsst ihr nicht mal vor Ort sein; ihr ladet euer Kayak einfach aus, lasst es am Strand stehen (weit genug weg vom Meer versteht sich), wandert weiter und irgendwann wird das Kayak einfach aufs Boot gewuchtet und wieder zurück gebracht. Easy.

Wo kann ich lang paddeln?

Von Marahau bis Onetahuti (die drei kleinen Inseln Fishermen Island, Adele Island und Tonga Island eingeschlossen) könnt ihr euch problemlos mit euren Kayak bewegen -danach beginnt die Zone, die für Kayaks nicht mehr empfohlen wird und in der ihr auch wirklich nur kayaken solltet, wenn ihr absolute Vollprofis seid! Da wir das aber nicht sind, und vor allem, da die Kayakverleihe ihre Kayaks auch nur bis Onetahuti ausleihen, war das bei uns sowieso schon mal vom Tisch.

Abel Tasman

Wie lange brauche ich ca. mit dem Kayak?

Laut meiner vorherigen Recherchen sollte man als Kayakgeschwindigkeit (wenn man langsam ist, aber bei ruhiger See) in etwa 5km/h einplanen. Hochgerechnet auf die Strecken, die ihr im Abel Tasman zurück legen werdet, könnt ihr die somit also schnell schaffen. Im groben kommt diese Geschwindigkeit auch hin.

Aber

denn ja, es gibt immer ein aber, das soll nicht bedeuten, dass ihr überplanen sollt! Bitte bedenkt: gerade am Anfang der Strecke befinden sich zwei kleinen Inseln, die wir unbedingt mit dem Kayak erkunden wollten. Außerdem befindet sich vor Anchorage die sog. „Mad Mile“ (mehr dazu weiter unten), bei der ihr länger brauchen werdet und außerdem möchte man zwischendurch ja auch Pausen machen und vor allem auch nicht so spät jedes Mal an den Campingplätzen ankommen.

Meiner Meinung nach würd ich euch dazu raten, pro Tag in etwa + – 10km einzuplanen.

Am ersten Tag sind wir bis Anchorage gepaddelt, was 12,4 km auf dem direkten Weg gewesen wären, mit unserem Umweg zu den beiden Inseln aber durchaus mehr. Laut I-Site Plan sollte man dafür vier Stunden einplanen, die haben wir auch gebraucht – tendentiell sogar eher mehr (wir waren gut fünf Stunden unterwegs). Hier würde ich euch eventuell raten, nicht ganz bis nach Anchorage zu paddeln, sondern schon früher zu stoppen.

Für die nächste Etappe war Anchorage – Mosquito Bay angedacht (in etwa wieder 12km, diesmal aber ohne Umweg und mit leichterer See), laut I-Site sollte man dafür 3 Stunden einplanen, hier waren wir sogar ein klein wenig schneller.

Unsere letzte Etappe ging von Mosquito Bay nach Onetahuti, wobei wir einmal komplett an Tonga Island vorbei gepaddelt sind. Von Mosquito Bay bis Onetahuti sind 1,5 Stunden angedacht, das haben wir in etwa sogar mit der Umrundung von Tonga Island geschafft!

Abel Tasman

Kann ich denn überhaupt alleine los oder muss ich eine Tour buchen?

An dieser Stelle muss ich leider alle Alleinreisenden enttäuschen: alleine verleiht niemand ein Kayak. Also, am besten Mitstreiter suchen. 🙂

Nützliche Tipps, die ich gerne vorher gewusst hätte

Uns wurde angeboten, uns an Ausrüstung mitzunehmen, was wir wollten (Strandschuhe etc.). Ich dachte ja, ich würde das ganze Kram nicht brauchen, nach dem ersten Tag stand mein wichtister Tipp für den Blog fest: nehmt euch AUF JEDEN FALL Handschuhe mit! Einerseits hatte ich mir die Knochen an meinem Daumen nach dem ersten Tag aufgescheuert und zweitens waren unsere Hände natürlich immer im Wasser – wodurch die Sonnencreme praktisch sofort abgespült wurde und meine Hände schneller krebsrot wurden, als ich gucken konnte.

Die sog. Mad Mile, die sich vom Observation Beach aus bis zu Anchorage hinzieht, ist ein Stück auf dem Meer, bei dem ihr ab nachmittags starkem Wind und damit verbunden auch heftigeren Wellen ausgesetzt seid. Das erschwert das Kayaken natürlich gewaltig und ließ uns ganz schön aus der Puste kommen. Da es hier vormittags windstiller ist, wird es empfohlen, dieses Stück so zeitig wie möglich entlang zu paddeln.

Campingplatztipps mit dem Kayak

Mosquito Bay ist das Zauberwort! Dieser Campingplatz ist ausschließlich per Kayak zu erreichen, und ihr müsst hier unbedingt übernachten!!! Der Strand ist wirklich ein absoluter Traum und war unser Highlight auf dem Trip!

 

Abel Tasman National Park

Wo kann ich Seelöwen sehen?

Die beste Chance, im Abel Tasman auf Seelöwen zu stoßen, habt ihr bei Adele Island (an der Seite, die der offenen See zugewandt ist) und auf Tonga Island (dort so ziemlich überall). Aber auch an anderen Orten solltet ihr die Augen offen halten, denn sie könnten euch überall begegnen. 😉

Abel Tasman

Warum sich ein Kayak im Abel Tasman National Park wahnsinnig lohnt

Ganz einfach: weil ihr mit dem Kayak an Orte kommt, zu denen ihr zu Fuß nicht hinkommen würdet. Wir waren heilfroh und wollen unser Kayak nicht missen. Ohne Kayak hätten wir keine Seelöwen aus nächster Nähe gesehen. Hätten nicht das kristallklare Wasser auf Adele Island bestaunen können. Hätten nicht durch die Sandfly Bay paddeln und das Grün genießen können. Und wären auch nicht zu unserem Lieblingsstrand, Mosquito Bay, gekommen. Egal, wie anstrengend auch der erste Tag war, wir würden den Trip jederzeit wieder mit dem Kayak machen!

Abel Tasman

Der Abel Tasman Inland Track

Worauf ihr euch bei diesem Track einstellen müsst

Irgendwo auf dem Weg nach oben auf unserem ersten Tag Inlandstrack keuchte Marc (ja, wenn der schon keucht, dann ist es wirklich anstrengend): aber empfehle diesen Walk auf dem Blog bitte nur Leuten, die wirklich fit sind!

Und genau das mache ich jetzt auch hier.

Echt Leute: so schön der Inlandstrack auch war, bitte nur machen, wenn ihr wirklich fit seid, er hat selbst uns an die Grenzen gebracht!

Der Aufstieg hoch zur Awapoto Hütte ist sehr steil und geht praktisch nur über Wurzeln, Felsen, die mir teilweise bis zur Hüfte gingen (und auf die ich irgendwie mit dem Rucksack klettern musste) und manchmal auch umgekippte Bäume.

Direkt vor der Hütte, wenn ihr eigentlich schon fix und fertig seid, kommt dann für ca 1km noch einmal der steilste Teil der Wanderung. Da schwanden dann selbst unsere Kräfte.

Tag zwei im Inland vom Abel Tasman National Park war da schon einfacher. Hier ging es zwar auch noch mal ordentlich bergauf, allerdings nicht so steil und vor allem so konstant, wie am Vortag. Außerdem erwartet euch an dem Tag viel auf und ab, wodurch ihr immer mal eine Entspannung habt.

Abel Tasman

Witzig wird dann noch einmal der letzte Tag, an dem ihr wieder absteigt. Wer nämlich glaubt, dass ein Abstieg überhaupt nicht anstrengend ist, der hat sich hier geschnitten. Auch der Abstieg ging noch einmal ordentlich in die Beine (wenn auch vielleicht nicht ganz so schlimm, wie der Aufstieg).

Insbesondere im Gegensatz zum Abel Tasman Coast Track ist der Weg hier auch praktisch gar nicht mehr vorhanden. Teilweise geht er über die umgestürzten Bäume, die hier nicht weggeräumt werden, oder durch die Büsche, die inzwischen den gesamten Weg überlagern und nicht mehr erkenntlich machen.

Dafür sind aber regelmäßig orangene Dreiecke an den Bäumen angebracht, die euch den Weg weisen. Die müsst ihr manchmal vielleicht ein wenig suchen, aber an kniffeligen Abzweigungen werdet ihr immer irgendwo eins finden.

Unser Fazit: die Wanderung ist absolut machbar (und auch empfehlenswert!), aber wirklich nur für Leute, die auch vorher schon öfter mal wandern waren und sich körperlich gerne mal verausgaben.

Abel Tasman

Das Hiker-Log

Bevor ihr mit der Wanderung startet, am Beginn des Tracks, werdet ihr einen kleinen, überdachten Tisch finden, auf dem sich das Hiker-Log befindet. Hierbei handelt es sich um ein Buch, in das ihr euch und Informationen zu eurern Plänen eintragen könnt, wenn ihr die jeweilige Wanderung vorhabt.

Ich empfehle euch unbedingt, euch in das Hiker-Log einzutragen. Im hoffentlich unwahrscheinlichen Fall, dass euch etwas passieren sollte, ist dieses eine super Informationsquelle, wo nach euch gesucht werden soll! Und ganz nebenbei motiviert das schon gewaltig. 😉

Das Trinkwasser

In den Hütten auf dem Inlandstrack werdet ihr kein behandeltes Trinkwasser vorfinden. Sprich ihr müsst das Wasser entweder abkochen oder filtern. Einzig am Moa Park Shelter, einer kleinen Schutzhütte zwischen den beiden Hütten, findet ihr einen Bach, aus dem ihr dank der dortigen Strömung das Wasser trinken könnt. Das sagt auch das DOC und wir hatten auch keine Probleme.

Die Hütten

Zwei Hütten gibt es auf der Wanderung: Awapoto und Castle Rock. Beides sind Standard Backcountry Hütten, die 5$ pro Nacht kosten. Eigentlich müsste man vorher ein Ticket (Blue Ticket) bei der Tourist Info kaufen und dieses dann in der Honesty Box abgeben. Da wir das aber nicht getan hatten, haben wir das Geld einfach so in die Box gesteckt (eine nette Dame von der Touristinfo hatte uns im Voraus gesagt, dass das auch in Ordnung sei).

Unsere erste Hütte, die Awapot Hut, war der helle Wahnsinn! Glücklicherweise hatten wir sie komplett allein und wir fühlten uns wirklich wie in einem Märchen. Eine wunderschöne, holzvertäfelte Berghütte mit Kamin, mitten im Nirgendwo auf der Kuppel eines Berges und wir konnten nachts über durch das Fenster in den Sternenhimmel blicken. Wir wollten hier gar nicht mehr weg (hätten wir mehr Essen gehabt :D).

Awapoto Hut

Awapoto Hut

Auch Castle Rock Hut war völlig in Ordnung, aber im Gegensatz zu Awapoto kein Vergleich.

Einen Ofen gab es in beiden Hütten, ebenso wie fließend Wasser draußen, Matratzen im Bunk Bed und draußen einem Plumpsklo. Die 5$ also mehr als wert.

Das Wetter

 Gerade im Backcountry, wenn ihr auf 600m bis sogar 1000m Höhe unterwegs seid, dann kann sich das Wetter schnell ändern. Unten an den Stränden kann es traumhaft sein, während ihr im Regen sitzt. Das bekamen wir am eigenen Leib zu spüren.

Am ersten Tag war noch alles tutti. Am zweiten Tag auf 1000m Höhe liefen wir quasi direkt in die Wolken hinein. Und damit auch in den Regen. Nach ca. 30 Minuten hörte der zwar wieder auf, aber kühl und diesig war es immer noch.

Am letzten Tag begann es morgens, unmittelbar vor unserem Aufbruch, an, wie aus Eimern zu gießen. Den Schauer saßen wir natürlich aus. Als er 15 Minuten später tatsächlich vorbei war, waren wir doch sehr froh.

Je tiefer wir wieder kamen, desto besser und sonniger (und heißer) wurde das Wetter. Gerade oben in den Bergen kann einen im Abel Tasman aber alles erwarten und man sollte auf alles gefasst sein.

Auf was ihr jetzt noch wartet?

Nun, ich hoffe, ihr wartet jetzt auf gar nichts mehr und stürzt euch, so wie wir, ins Abenteuer Abel Tasman ! Ich bin mir sicher, auch ihr werdet es nicht bereuen! 🙂

 

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