Reisetagebuch #017 – Langsamer als die Polizei erlaubt

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„Fahr lieber langsamer, die Polizei ist hinter uns! Oh Gott, ich bin ja so aufgeregt, was, wenn die uns anhalten?“ Und mit diesem Satz nahm das Schicksal seinen Lauf.

Vor inzwischen einer Woche hatten wir Christchurch hinter uns gelassen. In der Zwischenzeit hatten wir die Banks Peninsula und die Gebirge rund um Mt. Hutt erkundet. Während auf der Banks Peninsula nicht allzu viel Spannendes passierte (hauptsächlich, da mich die liebe Menstrau diesmal doch sehr arg gebeutelt hatte und meine ganze Aufmerksamkeit dem Versuch galt, vor lauter Schmerzen nicht in unser neu eingerichtetes Auto zu kotzen…), sorgte in den Bergen dann die Polizei für neuen Stoff für unser Reisetagebuch.

Wir fuhren gemütlich die Landstraße entlang; darauf bedacht, kein Speeding Ticket zu bekommen (da die hier schnell mal das Reisebudget sprengen können), dass die Polizei, die am Straßenrand stand, uns dann plötzlich hinterher fahren würde, damit hatten wir nun auch nicht gerechnet (gut, ICH hatte nicht damit gerechnet). Und obwohl eigentlich Marc fuhr, wurde ich unendlich nervös. Ich wurde ja noch nicht mal in Deutschland von der Polizei angehalten! Und so kam es, dass ich Marc stets dazu anhielt, ja nicht zu schnell zu fahren, während ich immer wieder panisch in den Rückspiegel blickte.

Bis die Polizei dann irgendwann tatsächlich ihr Blaulicht anschaltete und uns signalisierte, anzuhalten.

Ich bin fast durchgedreht.

Aber, wie sollte es natürlich sein, selbst die Polizisten sind in Neuseeland entspannt und fragen dich erstmal nach deinem Wohlbefinden. Das war in Wirklichkeit vor lauter Nervosität zwar not so good, aber das verschwieg ich.

Stattdessen wurden wir gefragt, ob wir denn wüssten, was wir falsch gemacht hätten. Wie ich diese Floskel doch hasse – hätte ich es gewusst, hätte ich es ja wohl nicht gemacht (ich verspreche an dieser Stelle all meinen zukünftigen Schülern, sie NIEMALS mit dieser Frage zu belästigen!) Wie sich herausstellen sollte, so erklärte uns der liebe Polizist, waren wir doch tatsächlich ZU LANGSAM gefahren (nebenbei auch der Grund, weshalb ich damals beim ersten Anlauf durch die Führerscheinprüfung gefallen war).

Nun, das lässt sich natürlich leicht beheben. Bevor wir weiter fuhren, wollte er noch unsere Führerscheine sehen. Na wenigstens etwas, dachte ich, so kannst du zumindest Janna erzählen, dass der internationale Führerschein endlich zum Einsatz kam. „Ach nee, den brauche ich nicht!“ Nun, dann eben doch nicht.

Nach mehreren Minuten des Vergleichens von Marcs Führerscheinbild (das ist der absolute Hammer) mit ihm selbst durften wir dann endlich weiter.

Danach folgte noch ein wenig Wandern, ein wenig Fotos machen, ein wenig entspannen, ein wenig Inventur.

Inzwischen sind wir in Timaru. Unser Grund für den Besuch dieser Stadt: hier war noch etwas für Silvester frei. :-D

Und so machen wir es uns nun gemütlich, in einem kleinen Bed and Breakfast auf einer Farm, direkt mit Blick auf die Schafe, mit einer neuen Folge Doctor Who und ein paar Gläschen Wein (das Raclette vermisse ich jetzt schon schrecklich).

Ich bin schon wahnsinnig gespannt, was 2018 für uns bringen wird und wohin uns die Reise führen wird! 2017 war bereits der Knüller und ich bin gespannt, ob 2018 noch besser wird  – nur auf die Nahtoderfahrung kann ich verzichten!

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