Der Cross Island-Track – was ihr wissen solltet

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Ihr seid auf Rarotonga und liebt wandern und Abenteuer? Dann habe ich DEN Treck für euch! Lasst euch hier auf keinen Fall den Cross-Island-Treck hoch zur „Needle“ entgehen! Marc und ich lieben Wandern und zählen das zu einem unserer absoluten Highlights schlechthin! Da wir jedoch im Internet gemischtes über den Treck gelesen haben und auch regelmäßig geführte Wandertouren hier angeboten werden, wollen wir euch nun gerne aufklären, wie ihr diese Wanderung easy peasy auch alleine machen könnt – es lohnt sich!

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Wo beginnt der Treck und wo endet er?

First things first: der Treck erstreckt sich vom nördlichen Ende der Insel, vom Örtchen Avatiu aus, bis ans südliche Ende der Insel, zu dem Wigmore Falls und geht dabei einmal genau durchs Landesinnere. Ob der Treck wirklich nur vom Norden in den Süden geht? Jein. Offiziell wird wärmstens empfohlen, den Treck im Norden zu starten und im Süden zu beenden. Da unser Hostel aber in der Nähe der Wigmore Falls, also dem südlichen Punkt des Trecks, war, entschieden wir uns hier zu starten und haben es auch geschafft.

Hier gilt allerdings zu beachten: der Wanderweg ist nur für die Nord-Süd-Richtung ausgeschildert. Bedeutete im Klartext für uns: wir mussten umdenken. Für die Nord-Süd-Richtung sind regelmäßig orangefarbene Dreiecke an den Bäumen und Steinen angebracht, deren Spitze die Richtung weist. Wir haben also regelmäßig auf die andere Seite der Bäume geschaut und nach den Dreiecken Ausschau gehalten, um ihnen dann in die entgegengesetzte Richtung zu folgen. Weiterer Vorteil: andere Wanderer haben blaue Plastiktüten an kniffligen Stellen an die Bäume geknotet, in deren Richtung man laufen muss. Unser Fazit also: der Treck ist auch von Süd nach Nord machbar.

Wie kommt man zum Anfang und wie kommt man vom Ende wieder weg?

Wie bereits erwähnt, wollten wir an den Wigmore Falls anfangen, da diese dichter an unserem Hostel lagen. Entweder kann man die 3,5km laufen (laut Einheimischen dauert das ca. 45 Minuten), oder man setzt sich in den Bus, der einmal pro Stunde fährt und 5NZD kostet oder man macht es wie wir und hitchhiked dort hin (Achtung – am besten nicht im Müllwagen hitchhiken!). Das geht eigentlich auch ganz gut, die andere Gruppe, mit der wir unterwegs waren, hat quasi sofort einen Ride bekommen, bei uns hat es vielleicht fünf Minuten gedauert, bis jemand angehalten hat. Wer sich für den Bus entscheidet, der kann einsteigen wo er will und dann einfach an den Wigmore Falls aussteigen – offizielle Haltestellen gibt es auf Rarotonga nicht. Um zum Schluss aus Avatiu wieder zurück zu kommen, haben wir uns für die bequeme Variante, den Bus entschieden. Laufen wäre hier dann mit ca. 10km doch ein wenig zu viel und fürs hitchhiken haben wir uns nach dem anstrengenden Hike einfach zu dreckig und schwitzig gefühlt.

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Das ist dann das letzte Stück, was ihr laufen müsst, um zum Startpunkt des Trails zu kommen – Autos verirren sich hier eher selten hin. :)

Achja, die Wigmore Falls – was ist mit denen eigentlich?

Okay, irgendwie dachten wir glaube ich, wir würden zu Beginn des Trecks mit einem meeeega Wasserfall begrüßt werden. Ja, es war ein Wasserfall, aber ehrlich gesagt, ein ziemlich popeliger. Er ist ganz nett anzuschauen und man kann auch dort baden gehen, dazu würde ich euch aber wärmstens empfehlen, rechtzeitig dort anzukommen (vor 10:30), denn sonst müsst ihr euch den Wasserfall mit der Abenteuergruppe der Schlamm-Quad-Fahrer teilen (das können wir mal so gar nicht empfehlen).

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Die Wanderung selbst – wo geht es lang und wie finde ich den Weg?

Vor dieser Aufgabe hatte ich ehrlich gesagt am meisten Angst. Nach der Wanderung lautet mein Fazit: ja, man kann das auch alleine schaffen, den Weg zu finden! Wie bereits oben erwähnt, sind die Wege immer mit den orangenen Dreiecken in Südrichtung und den blauen Plastiktüten gekennzeichnet. An manchen Stellen wird es allerdings trotzdem ein wenig kniffeliger, herauszufinden, wo der Weg lang geht, da zum Beispiel gar keine Wegweiser vorhanden oder diese nicht eindeutig sind – und der Weg schon mal gar nicht. Bedenkt: der Wanderweg ist hier nicht geteert, glatt gewalzt oder ähnliches, nur ein bisschen platt getreten und ansonsten von der Natur zurück geholt! Auch geht es des Öfteren mal über einen Bach, was auf den ersten Blick auch nicht wie der richtige Weg erscheinen mag, es aber trotzdem ist.

An manchen Weggabelungen waren wir uns nicht ganz sicher, wo es denn nun lang ging, da die orangenen Dreiecke und die blauen Plastiktüten nicht die gleiche Richtung anzeigten. In diesen Fällen entschieden wir uns eher dazu, den orangenen Dreiecken zu folgen, stellten nachträglich aber fest, dass wir nur einen anderen, nicht aber einen falschen Weg, genommen hatten, da sich beide Wege meistens doch immer irgendwo wieder trafen. Mit ein bisschen Nachdenken und gesundem Menschenverstand kann man also den Treck hier wirklich gut finden – zumal auch immer mal wieder Wanderer entgegen kommen, die die Richtung weisen können.

Am Anfang des Wanderwegs in nördliche Richtung (oder eben am Ende der Wanderung, wenn ihr in Südrichtung wandert) gibt es übrigens eine kleine Abzweigung, die zu einem Aussichtspunkt führt. Der Aufstieg ist zwar wahnsinnig schwer, da es nur steiler Erdboden ist mit nur hier und da mal einer Wurzel, die vielleicht aus der Erde rankt und an der man sich festhalten kann (und der Abstieg ist noch Millionen Mal schlimmer), aber lohnt sich absolut! Wer sich fit genug fühlt, sollte den unbedingt mitnehmen!

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Auf was muss ich mich einstellen?

Darauf, sehr viel zu schwitzen und sehr dreckig zu werden! Der Weg geht, wie bereits erwähnt, mitten durch den Dschungel und ist komplett unbefestigt – bedeutet, ihr klettert über Äste, Lianen, Wurzeln, Steine, Felsen, Bäche und was es sonst noch so in der Natur gibt. Festes Schuhwerk ist hier echt ein Muss (was war ich doch froh, dass ich mir gerade niegelnagelneue Turnschuhe gekauft hatte, die wieder Profil hatten! Und was war es doch für eine gebührende Einweihung der neuen Schuhe!). Steil wird es hier auch und teilweise sind die Steine so groß, dass das ganze schon an klettern grenzt – aber nichts, was man als Otto Normal Verbraucher nicht auch schaffen würde!

Der Beginn der Wanderung, von der Straße aus zu den Wigmore Falls und anschließend das letzte Stück, nachdem man den Dschungel verlassen hat, nach Avatiu, gehen über eine geteerte Straße.

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„Über Stock und über Stein“
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Da war Marc leider nicht schnell genug, aber so sind wir nicht nur einmal gesprungen ;)

Gibt es bezüglich des Wetters etwas zu beachten?

Jaaa, gibt es! Ihr könnt euch ja schon denken, dass es auf einer so grünen Insel wie Rarotonga auch viel regnet, richtig? Nun, während es regnet sollte ja jeder selbst wissen, dass es absoluter Quatsch ist, diese Wanderung zu machen, aber auch, wenn es nicht mehr regnet, kann der Regen die Wanderung beeinflussen. Wenn es auf Rarotonga regnet, dann nämlich so richtig – teilweise wirklich den kompletten Tag lang durch, manchmal sogar mehrere Tage am Stück. Das bedeutet für die Wanderwege im Hinterland, dass diese einfach nur noch aufgeweicht und matschig, aber in keinster Weise mehr begehbar, sind. Und auch die Bäche, über deren Steine wir im Trockenen geklettert und gesprungen sind, werden so groß, dass man durch sie durchwaten müsste. Mit anderen Worten: wenn es im Dschungel noch nicht trocken ist, ist diese Wanderung praktisch nicht machbar. Ich habe die Geschichten gehört, wie es Leute trotzdem probiert haben und völlig verschlammt und erfolglos zurück gekommen sind. Stattdessen: Beobachtet das Wetter und sobald es mal ein paar Tage am Stück trocken war macht sofort diese Wanderung, bevor es wieder zu spät ist! Direkt am Abend nach unserer Wanderung begann es nämlich hier wieder wie in Strömen zu regnen und wir waren unglaublich froh, diese noch vorher gemacht zu haben.

Zu welcher Uhrzeit sollte ich mich los machen?

Da die Wanderung ja nun wirklich nicht gerade einfach ersichtlich ist, ist es meiner Meinung nach ein großer Fehler, das Ganze im Dunkeln zu machen! Tageslicht ist hier echt ein Muss! Da fast alles während der Wanderung aber im Schatten liegt, ist es überhaupt kein Problem, die Wanderung über Mittag zu machen – die Temperaturen sind (zumindest im November) gut auszuhalten!

Was kann ich eigentlich bei der „Needle“ erwarten?

Jetzt fiel so oft das Wort „Needle“ und ihr habt noch keine Vorstellung, was damit eigentlich gemeint ist? Keine Angst, ging mir genauso, bis ich das erste Mal darauf geblickt habe. „The Needle“ ist der Spitzname des 413m hohen Berges „Te Rua Manga“, der sich ziemlich in der Mitte der Insel Rarotonga befindet. Mit „the needle“ ist der Fels oben auf dem Berg gemeint, der manche wohl (mich ja irgendwie so gar nicht) an eine Nadel erinnert. Offiziell endet der Wanderweg am Fuße der „Needle“, aber hier ist trotzdem eine Eisenleine gespannt, an der man auf eigene Gefahr den Felsen hinaufklettern kann. Ich habe das ganze gar nicht erst probiert, da ich wusste, dass ich dazu nicht schwindelfrei genug bin, Marc hat es versucht, ist aber relativ schnell wieder gekommen. Wer wirklich ganz nach oben auf die Needle möchte, der muss wirklich Kletterequipment mitbringen – aber auch am Fuße der Needle war es schon schön genug. :)

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Ganz ehrlich: ich habe nicht erkannt, warum sie diesen Felsen „The Needle“ nennen :D

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Was sollte ich mitnehmen?

Insektenschutzmittel, jede Menge Wasser (wir sind mit 2l pP ganz gut gefahren), Snacks, die man dann oben auf der Needle genießen kann, Sonnencreme für das Ende des Trecks (während ihr im Dschungel unterwegs seid ist es so schattig, dass keiner von uns, nicht mal Marc, verbrannt ist), und ganz wichtig: eure Kamera für tolle Bilder (und besagte Bilder lasse ich jetzt einfach mal für sich sprechen)

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Und überall blühen schöne Blumen

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3 Kommentare

  1. Super Bericht schöne Bilder. Das ist schon eine Tagestour oder, das konnte ich nicht ganz rauslesen. Ist der Track dann 3,5km lang?
    Mfg Chris auf dem Weg

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    1. Hey Christ,
      vielen lieben Dank für deinen Kommentar. Ja, das ist eine Tagestour, wir sind so gegen zehn gestartet und waren um 16 Uhr wieder zurück – inklusive Pausen natürlich ;) Insgesamt ist der Track länger als 3,5km, ich kann dir nur leider gerade keine genaue Kilometeranzahl geben :(
      LG, Marlena

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