Roadtrip in den USA: alles was du wissen solltest

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Roadtrips haben ja immer so eine romantische Vorstellung. Also zumindest habe ich die immer gehabt: und nach unseren Roadtrips habe ich sie auch immer noch. Ich war vorher noch nie mit einem Wohnmobil unterwegs und freute mich schon auf mein erstes Mal! Und was soll ich sagen, es war richtig cool. Wir wollen euch hier einmal unsere Route vorstellen und was wir aus unserem Roadtrip alles gelernt haben – und euch somit unsere Tipps präsentieren!

Unser erster Roadtrip in den USA startete und endete in Las Vegas. Hier haben wir uns ein Wohnmobil von Cruise America gemietet. Kostenpunkt inklusive Küchenset (Frühbucher, gabs gratis dazu) war 575 Euro.

Gegen zwei Uhr holten wir unser rollendes Zuhause für die nächsten Tage ab und unser erster Stopp war der nahe gelegene Walmarkt. Dort kauften wir für die kommenden Tage ein. Wir fühlten uns wie kleine Kinder im Schlaraffenland. Walmarkt wurde auf dem Roadtrip unser neues Erlebnis – hier gibt es einfach alles. Außerdem Toiletten und WLAN! :D Was könnte denn noch besser sein? Vielleicht noch Duschen..

Startklar ging es auf die erste Etappe. Wir fuhren Richtung Zion Nationalpark und versuchten so viele Kilometer wie möglich zu machen. Unsere erste Nacht standen wir auf einem LKW-Nachtplatz am Highway. Es war zwar etwas lauter, aber vollkommen in Ordnung.

 

In den frühen Morgenstunden fuhren wir weiter zum Zion Nationalpark. Obwohl wir in der Nebensaison unterwegs waren, gab es doch noch relativ viele Besucher im Park. Es gibt direkt im Nationalpark Campingplätze, die müssen aber definitiv eher gebucht werden. Als wir da waren, waren beide schon voll. Nicht weiter schlimm.

Da man im Ort vor Zion, in Springdale, nicht stehen kann, hatten wir vor zurück nach  Hurricane zu fahren und dort am Walmarkt zu stehen. Leider war dort auch kein Camping erlaubt. Also endeten wir auf einem ähnlichen Platz wie die Nacht zuvor. Genauere Informationen zum Zion Nationalpark folgen in einem ausführlicheren Beitrag. Wir haben dort zwei Tage verbracht, aber wir hätten auch bestimmt eine Woche bleiben können um einmal den gesamten Nationalpark zu besichtigen.

Die nächste Station war ein kleiner Umweg, der sich aber wirklich lohnt: Die Coral Pink Sand Dunes. Dies ist ein State Park in dem man auch campen kann. Das kostet meistens zwischen 15$ und 20$. Da wir alle nach einer Dusche lechzten, entschieden wir uns dafür dort zu bleiben.

Der Coral Pink Sand Dunes State Park besteht, wie der Name es bereits sagt, aus großen Sanddünen. Wer sich auf den Weg macht, kann sich manchmal gar nicht vorstellen, dass dort irgendwann einfach Sanddünen auftauchen. Aber ja, sie tun es tatsächlich.

Von den Coral Pink Sand Dunes ist es auch nicht mehr so weit zur nächsten Station: dem Bryce Canyon. Hier haben wir leider viel zu wenig Zeit eingeplant, aber das passiert leider. Der Canyon ist so riesig, dass sich hier viele verschiedene Möglichkeiten bieten. Jedoch spürte man hier schon deutlich, dass die Nebensaison angefangen hatte, da z. B. die Shuttle Busse nicht mehr sehr lange fuhren.

Danach folgte wohl die coolste Strecke überhaupt über die Route 12 (welche noch?). Teilweise fuhren wir auf über 8000 Fuß und bekamen sogar ein paar Schneeflocken gegen die Scheibe geweht. Die Landschaft änderte sich immer wieder nach jeder Kurve. Fasziniert hielten wir an einem Scenic Turn-Out nach dem anderen.

Man fährt zum Beispiel direkt am Lake Powell vorbei, überquert den Colorado River. Die nächst größere Stadt, in der es die Möglichkeit zum Tanken gibt ist Mexican Hat. Denn danach fahrt ihr schon direkt auf das Monument Valley hinzu.

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Vom Monument Valley aus ist es auch nicht mehr allzuweit nach Page. Eine echte Großstadt mitten im Nirgendwo – mit einem Walmarkt! Hier befindet sich direkt der Horseshoebend, der wohl mit das touristischte auf der bisherigen Route war. Man kann praktisch direkt davor parken. Aber trotz allem war es sau cool. Der Geier, der über unseren Köpfen glitt war aber unser Highlight. Zu guter Letzt stand der Grand Canyon auf dem Programm. Zugegeben nach allem was wir schon gesehen hatten versetzte uns der Canyon nicht mehr komplett ins Ekstase, dafür brachte uns aber eine Führung eines Rangers dort ins Schwärmen.

Die restlichen Kilometer nach Las Vegas vergingen dann auch wie im Flug. Dort gestaltet sich das Stellplatz für den Wohnwagen finden aber etwas schwieriger, da man auf dem Walmart Parkplatz wieder einmal nicht über Nacht stehen bleiben darf. Wir lösten das Problem damit einfach am Straßenrand zu schlafen. Zum Glück klappte das auch mehr oder weniger gut.

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~ Unsere Tipps für euren nächsten Roadtrip ~

Stellplätze

Campen ist eine kleine Grauzone hier in den USA. Wo nicht ausdrücklich steht, dass man dort nicht campen darf, ist es theoretisch auch erlaubt. Es gibt an den Straßen eine Menge Ausbuchtungen und kleine Wege, in die man problemlos hineinfahren kann und sich für eine Nacht hinstellen kann.

Wenn ihr gerne im Nationalpark campen  möchtet, dann solltet ihr definitiv früh genug nach Stellplätzen gucken. Auch in der Nebensaison ist es noch recht voll. Außerdem sind die immer etwas teurer. Wir haben oft komplett ausgebuchte Campingplätze in allen Nationalparks erlebt und wir waren im Oktober und November unterwegs. Im State Park hatten wir Glück und durften auf dem normalen Parkplatz stehen.

Wir empfehlen euch in State Parks zu nächtigen. Diese sind deutlich günstiger als direkt in den Nationalparks zu stehen. Manchmal sind sie genau an dem Punkt, den ihr euch eh ansehen möchtet. Sie kosten meistens zwischen 15$ und 20$ und verfügen über Toiletten und Duschen. Ihr könnt euch auch für etwas mehr Geld an Strom anschließen lassen.

WLAN

In den meisten Vistor Center gibt es Wlan. Dort könnt ihr also euren Lieben daheim einmal schreiben und den nächsten Stellplatz auschecken. Unser Tipp ist es auch mal hin und wieder einen Walmart anzufahren.

Wasser

Ihr seid in der Wüste unterwegs. Natürlich nimmt man genügend Wasser mit. Wir haben einige Gallonen gekauft und man kann sein Wasser eigentlich in jedem Nationalpark auffüllen. Das haben wir so oft gemacht, dass wir unsere frischen Gallonen noch gar nicht geöffnet hatten als wir fast am Ende unseres Trips waren.

Straßen bzw. Routen

Unser Highlight: die Route 12, die uns durch so allerlei National Forests und die wohl diverseste Landschaft brachte, die wir uns nur hätten vorstellen können – zwischendurch waren wir 3.000m hoch und haben sogar kurz Schnee gesehen; in Worten: SCHNEE!!

Was euch bewusst sein sollte bei diesem Roadtrip: ihr werdet auf Landstraßen fahren, die allesamt einspurig sind, und auf denen ihr mehr Kühen als anderen Autos begegnen werdet. Hier werdet ihr wirklich nichts finden! Zwischendurch könnte es auch mal vorkommen, dass es nicht mal mehr geteerte Straßen, sondern einfach nur noch Schotterpisten gibt (nicht allzu häufig, aber auszuschließen ist es eben auch nicht). Nichtsdestotroz aber nichts, wovor man Angst haben muss – da gibt es definitiv schlimmere Straßen. :)

Tankstellen

Das wichtigste zuerst: Wenn ihr eine Tankstelle seht, auch wenn euer Tank noch nicht leer ist, DANN TANKT IHR AUF DIESEM ROADTRIP GEFÄLLIGST! Nein wirklich, es ist jetzt nicht so, dass man bei der Tankstellendichte dort wählerisch sein kann, und liegen bleiben möchte man man ja nun wirklich nicht. Denn denkt dran: wir sind nicht mehr in Europa.

Für alle, die noch ein wenig Bammel vorm Bezahlen an den amerikanischen Tankstellen haben: keine Angst, hatten wir auch. Haben es anfangs auch nicht hingekriegt. :D Aber mit etwas Ruhe und Gemütlichkeit beginnt man tatsächlich ganz schnell, das mit dem Bezahlen zu verstehen. In der Regel müsst ihr nämlich immer vorm Tanken bezahlen, bzw. könnt auch nur tanken, nachdem ihr für den Sprit bezahlt habt. Deshalb bietet es sich auch an, das ganze hier mit eurer Kreditkarte zu bezahlen (bar geht zwar auch, dafür müsst ihr aber immer nach drinnen an den Schalter gehen und vorher eine gewisse Summe bezahlen, die ihr dann tanken dürft). Diese muss einmal kurz eingeführt und danach sofort wieder rausgezogen werden, und dann könnt ihr auch schon direkt auswählen, was ihr tanken wollt. Ja, wichtig, die jeweiligen Spritsorten (Diesel, 89, 91, 95) haben kleine Schalter (sehen wirklich aus wie Lichtschalter), die ihr einmal betätigen müsst, damit die Zapfsäule weiß, was ihr tanken wollt. Danach gibt sie euch dann bescheid, dass ihr den Zapfhahn jetzt entnehmen und das Auto tanken könnt. Also wirklich easy peasy.

Einziges kleines Problem, dass wir hin und wieder in Kalifornien (jedoch kein einziges Mal in der Wüste, aber man weiß ja nie) hatten: manchmal möchten die Tankstellen als Sicherheit, dass man seine Postleitzahl eingibt (mir erschließt sich immer noch nicht ganz, warum man dann nicht einfach den PIN eingibt, aber nun gut). Wenn das der Fall war, haben die Tankstellen meist unsere deutsche Postleitzahl nicht genommen. Manchmal hat es funktioniert, eine 0 einzugeben, manchmal auch nicht. In diesen Fällen haben wir dann eben doch vorher an der Kasse bezahlt, der Kassierer schaltet die Zapfsäule frei und man kann dann tanken – es geht alles. :) Manchmal soll auch die berühmte Postleitzahl 90210 genommen werden. Man muss es eben einfach ausprobieren.

Und, war das Wohnmobil nun teurer, als ein kleiner Mietwagen?

Mit ganz großer Sicherheit kann ich euch das natürlich nicht beantworten, schließlich hab ich als Vergleich ja keine Kostenaufstellung für dieselbe Reise mit einem Mietwagen. Da mich diese Frage im Voraus aber doch sehr beschäftigt hat, und ich nicht allzu viel Infos im Web dazu fand, will ich versuchen, euch so viel Infos wie möglich zu geben, damit ihr diese Frage für euch beantworten könnt. Und natürlich sollt ihr auch die umfassende Roadtrip-Kostenaufstellung erhalten. :)

Mietkosten

Die Mietkosten selbst beliefen sich auf, wie bereits zu Beginn erwähnt, auf insgesamt 575€ für acht Tage. Acht Tage beinhaltet allerdings auch den Abholtag (Auto ist ab 13 Uhr bereit) sowie den Abgabetag (bis 11 Uhr muss das Womo zurück sein). Das ist natürlich mehr, als ein Kleinwagen kosten würde. Auch der nächste Punkt lässt sich nicht wegdiskutieren, der ist teurer als beim Auto.

Spritkosten

Unser kleines, gemütliches Haus auf vier Rädern hat natürlich ziemlich Durst gehabt! Insgesamt haben wir für Sprit 240€ auf einer Strecke von 2000km ausgegeben. Unser „Kleiner“ hat also in etwa 20l pro 100km getrunken. Auch das kann man nicht wegdiskutieren, hier werdet ihr mehr zahlen, als mit einem kleinen, schnittigen Mietwagen – selbst wenn ihr sparsam fahrt (wie wir es versucht haben).

Unterkunftskosten

Hahaaa, nun kommen wir endlich zu den vorteilhafteren Punkten. Wollt ihr wissen, wieviel wir pro Person in den acht Tagen für Unterkünfte ausgegeben haben? Ganze 6,66$! Genial, oder? Der nämlich wohl mit Abstand allergrößte Vorteil an einem Wohnmobil: ihr könnt in ihm schlafen! Dicht gefolgt vom zweiten, sehr sehr großen Vorteil der Wohnmobilreise in Amerika: wir mussten ja nur einmal etwas für einen Stellplatz zahlen (und selbst da hätten wir kostenlose Alternativen gehabt, wollten aber auch einfach mal duschen), haben dadurch unsere Unterkunftskosten also tatsächlich bei null gehalten.

Da es, auf der anderen Seite, in der amerikanischen Einöde nicht gerade viele Unterkünfte gibt (falls überhaupt!), sind da auch nicht gerade viele Budget-Alternativen vorhanden. Ich habe vorher mal verglichen und bei booking.com ein bisschen gesucht, aber nie irgendeine Unterkunft auf unserer Route für unter 100$ gefunden. In Punkto Unterkunft spart ihr durch einen Wohnwagen also gewaltig!

Verpflegungskosten

Und schon wären wir beim nächsten, großartigen Vorteil unseres Wohnmobils: der Küche! 53,14€ haben wir für eine ganze Woche pro Person für Verpflegung gezahlt – und dabei haben wir es uns sogar gut gehen lassen, haben den ein oder anderen Wein getrunken und so allerlei Süßigkeiten durchprobiert und jede Menge schönes Gemüse gekocht.

Da ihr auf diesem Roadtrip nicht gerade irgendwelche günstigen Fastfood-Ketten erwarten könnt, steigen die Kosten fürs Essen gehen hier natürlich enorm an. Essen gehen ist ja generell in Amerika schon nicht günstig, aber da, wo es nicht viele Alternativen gibt, werden die Preise natürlich noch viel mehr angezogen. Und da man mit dem Mietwagen ja keine andere Möglichkeit hat, läuft es nun einmal zwangsläufig darauf hinaus.

Die Bilanz

Ich glaube, es ist ein individuelles Rechenexempel, was denn nun tatsächlich günstiger kommt. Für uns war es auf jeden Fall das Wohnmobil.

Und davon mal abgesehen, waren wir auch alle heilfroh, unsere eigene Küche dabeizuhaben und selbst kochen zu können.

Wohnmobil? Jederzeit wieder!

2 Kommentare

  1. Das verstehe ich absolut!!! Auf unserem Trip durch die USA haben wir beides ausprobiert. Die eine Hälfte der Strecke haben wir mit dem Camper gemacht und die andere mit Mietwagen und Hotel. Beides war toll, aber Camper war besser. Die Freiheit einfach so gut wie überall anhalten zu können und dort zu übernachten ist genial. Und auch ich fand die Möglichkeit, selbst kochen zu können, super. Und wenn man mal doch keine Lust hat, kann man ja immer noch essen gehen.

    Ich schließe mich also an: Wohnmobil? Jederzeit wieder!

    Liebe Grüße
    Magdalena

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    1. Hey Magdalena!
      Ja gerade die Freiheit die einem so ein Camper oder Wohnmobil bietet ist definitiv richtig cool. Ich musste mich zwar erst dran gewöhnen irgendwo im nirgendwo zu schlafen (war mein erster Ausflug mit einem WoMo), aber dann wurde es immer besser. Nächstes Mal würde ich diese Freiheit noch vieeeeel mehr auskosten wollen.

      Schon einmal Frohe Weihnachten!
      Liebe Grüße,
      Janna

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