Nützliche Infos für die Isla Holbox

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Am nördlichen Zipfel der Yucatan-Halbinsel, eine knapp 30-minüte Fährfahrt von Chiquila, einem Ort, zu dem nur eine einzige Straße führt, befindet sich die Isla Holbox – eine Insel, die komplett aus Sand besteht, zum größten Teil Naturschutzgebiet ist und uns vollkommen verzaubert hat!

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Zur Insel kommen

Bevor wir uns in die Insel verlieben konnten, mussten wir erst einmal zu ihr kommen. Es gibt eine Fähre, die vom Ort Chiquila aus fährt. Die Fähre kostet 140 Pesos pro Strecke und fährt ab morgens 6:30 stündlich.

Nach Chiquila kommt man per Bus von Tulum, Playa del Carmen oder Cancun aus mit ADO, Mayab oder Oriente. Wir sind von Cancun aus mit Mayab gestartet, Kostenpunkt: 128 Pesos.

Auf der Insel ankommen

Wenn ihr auf Holbox ankommt, dann werdet ihr am südlichen Teil der Insel anlegen. Von dort könnt ihr entweder in ein Golfcart-Taxi hüpfen und euch zu eurer Unterkunft fahren lassen, oder eben selbst die Beine in die Hand nehmen und laufen – wirklich weit ist hier nämlich nichts.

Auf der Insel schlafen

Glücklicherweise gibt es auf der Insel zwei Backpackermöglichkeiten: Das Tribu Hostel oder das Hostel Ida y Vuelta. Da ersteres zu der Zeit, wo wir auf der Insel sein würden, geschlossen hatte, blieben wir in letzterem – was super cool war! Man ist hier ganz in der Nähe vom Strand und die Atmosphäre war super entspannt. Für umgerechnet ca. 10€ bekommt ihr hier ein Bett im Dorm inklusive Trinkwasser und Frühstück.

Sich fortbewegen auf der Insel

Drei Möglichkeiten, da die Insel autofrei ist: Golfcart mieten (200 Pesos pro Stunde), Fahrrad mieten (keine Ahnung, wie die Preise aussehen) oder laufen. Wir haben uns für letzteres entschieden, denn wir sind fit, laufen gerne und weit weg liegt hier auch nicht unbedingt etwas (also schon, aber das sind die Punkte, zu denen man sowieso gar nicht kommt).

Die Insel erkunden

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Erwartet nicht unendlich viel. Die zwei bekanntesten Strände hier dürften wohl der Hauptstrand an der Nordküste der Insel sein, der direkt hinter Holbox Town liegt und an dem viele Hotels stehen (was in der Nebensaison Gott sei Dank überhaupt kein Problem ist) und Punta Cocos im Westen, der von jedem empfohlen wird.

Am Hauptstrand werdet ihr die coolen Hängematten (Richtung Osten) und Schaukeln (Richtung Westen) mitten im Wasser finden. Einziger Wehrmutstropfen, was die Hängematten angeht: die sehen inzwischen leider schon ein wenig mitgenommen aus; schönere Hängematten gibt es zwar, die gehören aber zur Strandbar und stehen nur für Kunden zur Verfügung.

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Punta Cocos ist etwa drei Kilometer von Holbox Town entfernt, nur derzeit (Stand Oktober 2017) war absolut kein Durchkommen zu dem Strand, da der Weg komplett geflutet ist. Die Pfützen, um dorthin zu kommen, sind teilweise über knietief, pisswarm und eine Plörre, die man seinen Beinen nach kurzer Zeit schon nicht mehr zumuten möchte (wieviele Mücken dort lang fliegen brauche ich ja denke ich auch nicht erwähnen). Egal, mit wem ich geredet habe, jeder hat bei dem Weg aufgegeben. Weitere Besonderheit von Punta Cocos: nachts kann soll man hier leuchtendes Plankton im Wasser sehen sollen (gut, das gibt es zwar überall auf der Insel, aber am Punta Cocos ist es eben dunkel genug, um es tatsächlich sehen zu können).

Übrigens habe ich überall im Internet gelesen, dass die Sonnenuntergänge auf Holbox unbeschreiblich schön sein sollen. Kurz und prägnant: kann ich zu 100% bestätigen! Den besten Spot habt ihr auf dem Pier am Holbox-Schild – dort könnt ihr genau zusehen, wie die Sonne über dem Meer untergeht und den gesamten Himmel und das Meer in orange-gelb-rot-lila taucht.

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Je weiter man den Hauptsrand dann in Richtung Osten läuft, desto mehr und mehr kommt man zu den unberührten Stränden der Insel, die dann auch bald im Vogelschutzgebiet weitergehen. Hier ist es wirklich TRAUMHAFT! Hier haben wir sogar Flamingos gesehen und konnten auf die Sandbank schauen, wo hunderte der Vögel standen!

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Und wer sich zum Sonnenaufgang los macht, der wird gleich doppelt belohnt!

Wir hatten ja wirklich ursprünglich vorgehabt, bis zum Punta Mosquitos zu laufen, dem nördlichsten Punkt der Insel, von wo aus dann der wirklich unendlich lange und komplett unberührte Strand der Insel liegt. Das haben wir aus einem Grund nicht geschafft: Auf dem Weg dorthin befindet sich ein Fluss, der durchquert werden muss. Wir sind gleich morgens losgelaufen, um der erbarmungslosen Hitze zu entkommen, das hatte nur leider aber auch zur Folge, dass es gerade volle Flut war – der Grund des Flusses war hier überhaupt nicht mehr zu erkennen. Und da wir keine Ahnung hatten, wie tief der Fluss ist, welche Strömung uns erwartet, geschweige denn, ob in dem Fluss auch Krokodile unterwegs wären (:D) sind wir hier nicht durchgeschwommen. Aber allein die Tour bis zum Fluss hat sich wahnsinnig gelohnt, und wer trotzdem zum Punta Mosquitos möchte, der hat zwei Möglichkeiten: entweder eine Tour machen (unser nächster Punkt) oder sich ein Kayak mieten, die es so ziemlich überall auf der Insel gibt, und einfach dort hinpaddeln entlang der Küste. Hätten wir das nur eher gewusst!

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Das war übrigens „Der Fluss“

Touren

Die wohl mit Abstand bekannteste Tour auf der Insel ist das Schnorcheln mit Walhaien. Die Saison geht von Mai bis September, da wir Anfang Oktober auf der Insel waren, haben wir die Kolosse leider verpasst. Wären wir aber noch rechtzeitig da gewesen, dann hätten wir uns das definitiv auch nicht entgehen lassen!

Die danach wohl am häufigsten angebotene Tour auf Holbox ist die „Three Islands Tour“, auf der drei verschiedene, kleine Inseln angefahren werden, auf denen ihr neben der Schönheit der Natur auch die verschiedenen Vogelarten bewundern könnt (kam für mich mit einer „ausgeprägten“ Vogelphobie natürlich nicht in die Tüte :D).

Wie erwähnt gibt es dann auch noch Touren, die die anders nicht erreichbaren Punkte der Hauptinsel, Punta Mosquitos und teilweise auch noch weiter östliche Punkte, anfahren.

Und last but not least könnt ihr auch einfach eine Bioluminescent-Tour buchen, bei der ihr direkt mit dem Boot zu den Orten gebracht werdet, die dunkel genug sind, um das Leuchten im Wasser zu sehen. Kosten der Tour liegen bei gerade mal 200 Pesos (haben wir aber trotzdem nicht gemacht, also kann ich nicht berichten).

Lecker und „günstig“ essen auf der Insel

Wenn ich ehrlich bin, dann hatte ich damit ein bisschen meine Probleme auf der Insel, denn obwohl Hauptsaison war und vieles geschlossen hatte, gab es hier doch unendlich viele nicht-mexikanische Restaurants, die nur auf Touristen ausgelegt war, was nur unschwer an den überdimensional großen Piraten-Figuren am Eingang zu erkennen war. Ich wollte lieber klassisch essen. Und nach ein wenig Suchen habe ich das auch geschafft! In der Straße, die Richtung Fähre führt, gibt es an einer Straßenecke ein niedliches kleines Restaurant mit roten Plastikstühlen und dem Namen „Miriam“, in dem ich die mit Abstand besten Seafood Tacos und Seafood Enchiladas meines gesamten Lebens gegessen habe! Ich habe mir noch Stunden danach die Finger danach geleckt! Es war auch jede Menge Fisch und Krabben in unserem Essen, teils mehr, als sonst Chicken im Essen wäre – und das für 20€ inklusive Getränke bei zwei Personen war das ein absolutes Schnäppchen. Absolute Empfehlung von mir!

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So sieht übrigens das Zentrum der Insel aus

Ansonsten bin ich auf der Insel eher auf selbst kochen umgestiegen. Ein paar kleine Supermärkte gibt es, wo man das nötigste bekommt und ansonsten haben wir uns am Markt mit schön frischem Obst und Gemüse eingedeckt und so zum Beispiel Nudeln mit frischer Tomatensauce gekocht. Omnomnom!

Auf der Insel „überleben“ ;)

Wenn ihr die Insel nicht wie ein Streuselkuchen verlassen wollt und nicht mit der Eigenschaft der Mückenabwehr gesegnet seid, dann kauft euch unbedingt das Mückenspray „Off“! Funktioniert tatsächlich! (Also meistens – wenn man ganz allein irgendwo durch einen Mückenschwarm läuft, kriegt man schon ein paar Stiche, aber ansonsten lassen sie dich größtenteils in Ruhe)

Und wieder zurück kommen

Jede gute Zeit ist irgendwann mal vorbei und so war es auch mit unserer Zeit auf der Isla Holbox. Die erste Fähre zurück aufs Festland fährt um 6:30, die haben wir auch direkt mal genommen, denn im 7:45 sollte ein Oriente Bus für 128 Pesos zurück nach Cancun fahren. Alternativ fahren sonst auch noch stündlich ADO-Busse, aber die waren uns eben zu teuer. Mayab fährt ab nachmittags (die genauen Buszeiten stehen aber auf eurem Fährticket auf der Rückseite).

In Chiquila wieder angekommen änderten wir unseren Plan dann aber spontan, da uns eine Colectivofahrt (also ein Minibus) für 150 Pesos nach Cancun angeboten wurde (und wir auf den Bus sowieso noch eine Stunde hätten warten müssen). Gerade in der Nebensaison, wenn die Colectivo-Fahrer ihre Busse voll kriegen wollen, dann gehen die schon sehr tief mit dem Preis, sodass es wirklich eine Überlegung ist im Gegensatz zum großen Bus, der ja auch länger fährt, bis er in Cancun ankommt (Tickets für die Busse zurück kann man übrigens direkt im Bus kaufen, Schalter gibt es in Chiquila nicht).

Und so kam es, dass wir ganz bequem mit dem Colectivo zurück nach Cancun fuhren. Das einzige, was ihr beachten müsst: die Colectivos halten nicht am ADO-Terminal, sondern am Stadtrand auf dem Colectivo-Parkplatz. Für uns war das nicht schlimm, da wir sowieso ein Taxi brauchten (und die stehen hier überall), um zum Hafen zu gelangen, wer aber mit dem Bus weiter will, für den wäre das nur eine ärgerliche, weitere Ausgabe.

Obwohl die Insel, als wir sie besucht hatten, noch recht überflutet war (auch, wenn wir uns nicht sicher sind, ob das nicht sogar das Grundwasser ist und die Insel irgendwann einach komplett unter Wasser steht) fanden wir es wirklich klasse hier! Erwartet keine kristallklaren Karibikstrände, dafür aber eine entspannte Atmosphäre, blaues Wasser, weiße, kilometerlange Strände und ruhige, unberührte Natur!

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