Reisetagebuch #009 – Wie wir einen Flughafen umrundeten

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Nachdem wir uns traurigerweise von unserem fahrbaren Wohnuntersatz trennen mussten, fuhren wir mit dem Desert Cab in die City. Besser gesagt zur Wäscherei: denn wir hatten nur noch stinkende und rötliche Kleidung bei uns (der Wüstensand ist echt hartnäckig).

Der Taxifahrer war leicht irritiert als wir unsere Zieladresse nannten – und als wir ankamen war seine Irritation noch größer. Dennoch half er uns ganz lieb mit dem Gepäck und wir verabschiedeten uns in den Waschsalon. Nach dem wir etliche Quarter gewechselt hatten (und es würden noch etliche folgen), gab es die Qual der Wahl: welches Waschmittel ziehen wir aus dem Automaten? Schließlich fiel die Wahl auf ein Flüssigwaschmittel, was wir praktischerweise weitertransportieren können und weiterhin verwenden können (Sparcheck).

Als nächstes suchten wir eine passende Waschmaschine, die auch Marc gefiel, und luden unsere Wäsche hinein. Schnell den Turbo anstellen und es ging die Warterei los. Passenderweise lief der Film „das außergewöhnliche Leben des Walter Mitty“ dort. So konnten wir immerhin die schönen Bilder aus dem Film genießen. Denn es sah überhaupt nicht so aus als wären wir dort eingezogen (absolut nicht!).

Die Waschmaschine betrog uns leider um ihre angegebene Zeit. Die angeblichen 22 Minuten zogen sich zu endlosen langen 30 Minuten. Nun ging es an den Trockner. Wir Füchse benutzten gleich zwei und sortierten unsere Wäsche in der Hoffnung, dass sie so besser trocken werden würde. Die Rechnung ging nicht ganz auf und wir investierten weitere Quarter für den Trockner. Irgendwann war es soweit und wir sortierten unsere frische Wäsche in unsere etlichen Beutelchen. Dann sattelten wir auf und machten uns an den Hardcore-Walk unseres Lebens…

Über 5 Meilen zum Busbahnhof. In der brütenden Mittagssonne. In Las Vegas. Umgerechnet waren das gute 8km. Nicht zu vergessen, wir hatten unsere Backpacks, unser Tagesrucksäcke, einen Beutel mit Essen (ca 5kg) und eine Gallone Wasser (3,78l) dabei.

Wir entschieden uns über den Strip zu laufen. So spazierten wir also am Flughafen vorbei, immer das Ziel, den Strip, fest vor den Augen. Wir machten einen Abbieger nach Links. Entlang der Mandalay Bay (dort wo noch alles abgesperrt war). Die Motivation schwand nach und nach. Da war kein Ziel. Also wir hatten eines: das berühmte Schild. Aber es war nicht zu sehen. Irgendwann tauchte es auf und wir reaktivierten unsere letzten Kraftreserven. Wir kamen an. Die Stimmung war leider etwas gedrückt, da dort sehr sehr viele Andenken und Andachten an die Schießerei in Las Vegas zu sehen waren (und wir fix und fertig).

Das einzige coole übrigens daran einen Flughafen zu umrunden ist es, dass man ständig Flugzeuge bei der Landung oder dem Start beobachten kann. Und ihnen praktisch den Bauch kraulen kann!

Fünf Stunden später kamen wir in L.A. an. Endlich Kalifornien! Die Anreise zur AirBnB gestaltete sich leider etwas schwieriger. Sagen wir so, ich glaube Marlena hatte einen leichten Nervenzusammenbruch (Edit von Marlena: Ja, hatte sie. Weshalb auch immer, ich hatte zum Schluss drei verschiedene Adressen von der Airbnb – fragt mich bitte nicht, wieso, ich verstehe es immer noch nicht :D). Ich hatte kaputte Füße (diese Blasen werden mich noch lange verfolgen). Wir sind an dem Tag auch knapp 20km mit unseren Rucksäcken gelaufen. Als wir endlich das AirBnB fanden, waren wir doch alle leicht irritiert.

Ihr kennt doch sicher alle die schlechten Horrorfilme oder? In der Straße stand jeden Abend ein Eiswagen, der diese unheimliche Musik spielt. Das Haus war von außen komplett mit bunten Lichterketten beleuchtet, es standen komische Figuren im Garten herum und drinnen gab es Überwachungskameras. Der Geruch im Haus erinnerte mich an eine Hippiebude (da wird sicher des Öfteren Gras geraucht). Unser Zimmer war total in Ordnung. Leider war das mehr Hostel als ein AirBnB und zwei Toiletten für bestimmt 50 Leute sind einfach zu wenig.

Nun ja, am nächsten Tag machten wir uns auf nach Santa Monica! Straaaaand! Wir aßen leckere Burger und leckeren Cheesecake, den ich noch in einer Box mitnahm. Dann lagen wir einfach mal faul am Strand und genossen die kalifornische Sonne, die doch schon recht kühl war, aber noch immer genug Power hat. Wir schlenderten durch eine mega coole Straße, voller Streetart und danach entlang Venice Beach und Muscle Beach.

(Sorry Marc) Aber wir haben selten solch trainierte Männer gesehen. Das waren Kreuze: Holla, die Waldfee! Also nicht, dass wir die jetzt noch attraktiv fanden, aber weggucken fiel auch schwer bei der Muskelmasse 😉

Marlena hatte dann ein Fotoshooting entdeckt und wir dachten uns, dass wir einfach mal vorbeischauen. Lange rätselten wir wer das denn wohl sein könnte. Unsere Vermutung war ja Heidi Klum. Zugegeben, die Frau hatte wirklich Ähnlichkeit mit ihr. So vom weiten. Und es waren drei Paparazzi, die neben uns standen und jedes Mal wie verrückt Fotos schossen sobald sie näherkam. Nach intensiver Recherche meinerseits (jaaa, Janna hat das wirklich SEHR gut gemacht) fand ich dann heraus, dass es nicht Heidi Klum war. Stattdessen hatten wir die Fashion Director von Harper’s Bazaar bei einem Shooting beobachtet mit irgendwelchen Models, die zwar unendlich viele Follower haben, die wir aber nicht kennen. Egal, cool war es trotzdem!

Abends gab es dann Sandwichs im Hostel. Also auf dem Zimmer. Es gab ja keine richtige Küche. Not macht erfinderisch. Wie wir gleich am zweiten Tag bewiesen und unsere leere Gallone in eine Schüssel für Cornflakes umfunktionierten.

Genau, an Tag zwei machten wir mal wieder einen guten Fußmarsch von insgesamt 22km am gesamten Tag. Wir besuchten die berühmten Straßenlaternen am Los Angeles Museum of Art. Danach liefen wir zum Farmers Market und waren erschlagen von dem ganzen genialen Essen dort. Wir kauften uns die besten Donuts überhaupt. Danach wurden wir vom Winter Wonderland erschlagen. Ja, die Amis fangen wirklich direkt nach Halloween damit an. Da stand ein riesiger geschmückter Weihnachtsbaum in mitten einer Einkaufsstraße.

Ich war total geplättet davon, wenn ich ehrlich bin (ja, Janna wäre fast umgekippt :D).

Die Donuts verspeisten wir dann in einem Park. Wir genossen das geile Wetter und beobachten Hunde (blonde Labradore, ja, Edit von Marlena, der wohl größten blonde-Labrador-Hasserin: da war ein süßer blonder Labrador im Park!!!!!!!) dabei, wie sie durch den Park sausten. Da kam wieder der L.A. Chill-modus bei uns auf, den wir bereits am ersten Tag am Strand gespürt hatten. Wir fühlten uns total entspannt. Unsere letzte Station war der Walk of Fame an dem Tag. Wir spazierten entlang den Sternen und fanden immer mal wieder einen Star, den wir kannten. Jedoch erschlug uns die Hülle und Fülle von Sternen und irgendwie kamen bei uns Erinnerungen an die Reeperbahn auf.

Tatsächlich reiht sich hier ein Laden an den anderen. Man kann hier Dessous kaufen, Schuhe, Accessoires, Andenken und natürlich auch Essen. Und ganz natürlich gibt es auch hier die ganzen verkleideten Menschen, die für ein Foto mit ihnen ordentlich Geld verlangen. Wobei wir ein echt authentisches Tom Cruise Double gesehen haben!

Und bevor wir es vergessen: wir liefen dort an einem Scientology Anwerbeladen vorbei und wie bei einem Unfall mussten wir einfach reingucken. Dort stand einer der Mitarbeiter und zog ein Grinsen auf und winkte uns übertrieben freundlich zu. Wir fühlten uns direkt angescientologiet. Ich hoffe wir werden jetzt nicht verfolgt 😉

Unser letzter Tag in L.A. brach heran und wir machten uns auf dem Bus-Terminal, an dem wir den Tag verbringen würden. Leider wurden wir nirgends unsere Rucksäcke los, sodass wir uns dazu entschieden hier zu bleiben. Das Wetter war gut, also saßen wir in der Sonne. Marc und Marlena machten sich auf und erkundeten die Gegend während ich auf unsere Sachen aufpassten. Dass ich dort alleine saß nahmen viele redselige Amerikaner zum Anlass mich anzusprechen. Generell finde ich auch total cool wie offen die hier sind und einen ansprechen, aber bei denen war es mir eher unangenehm. Ich war heilfroh als M&M wiederkamen. Sie berichteten mir davon, dass die Gegend hierum nicht sehr vertrauenswürdig aussah und sie beide Schiss hatten als sie durch die „Slums“ hier liefen.

Damit packten wir unsere Sachen und liefen zum McDonalds. Dort erwartete uns ein Security-Mann und ein Zeitlimit von 30 Minuten. Also aßen wir einfach im 30-Minuten-takt etwas (klingt seeeehr schlimm, ich weiß :D). Das hielten wir anderthalb Stunden aus, bis wir uns zurück zum Busterminal machten. Hier sitze ich jetzt gerade und schreibe unser nächstes Reisetagebuch zu ende. In neun Stunden fährt unser Bus nach San Francisco. Wir berichten euch dann, wie diese Nachtfahrt sich gestaltet hat – die letzte war ja nicht so berauschend! :D

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