Reisetagebuch #008 – Wie Marc uns in den Wahnsinn trieb

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Was bisher geschah? Nachdem wir Kanada verließen und in die USA einreisen durften, verbrachten wir ein paar Tage in New York. Marlena liebte es, ich nicht ganz so sehr. Von New York aus ging es nach Chicago – wo es kalt und regnerisch war (zumindest am ersten Tag). Ich habe mich dennoch in die Stadt verliebt, Marlena eher nicht.

Schließlich ging es mit dem Flieger nach Las Vegas, wo wir einige elendige Stunden auf unsere Abholung warten mussten. Wir genossen eine eiskalte Dusche in unserem AirBnB und holten dann unser Zuhause für die nächsten 8 Tage ab.

Nun hieß es also ROADTRIP-TIME. Die Route stand schon vorher fest: Las Vegas – Zion Nationalpark – Coral Pink Sand Dunes – Bryce Canyon – Zebra Slot – Monument Valley – Horseshoe Bend – Grand Canyon – Las Vegas.

Voller Übermut gingen wir im Walmart einkaufen. Wie kleine Kinder im Schlaraffenland liefen wir durch die endlosen Gänge des Supermarktes und kauften für die nächsten Tage ein. Danach verließen wir die Stadt in Richtung Zion Nationalpark. Die erste Nacht verbrachten wir am Highway zwischen einigen Trucks und anderen Wohnmobilen.

Ich erfror praktisch in meinem blöden Hüttenschlafsack und somit war die erste Nacht nicht gerade die beste. In den frühen Morgenstunden machten wir uns für die letzten Kilometer zum ersten Stopp auf. Dort angekommen kreuzte als erstes ein Reh unseren Weg. Danach kauften wir uns den Jahrespass für alle Nationalparks in den USA. Wir parkten den RV, packten den Rucksack und machten uns auf zum Shuttle.

Am ersten Tag wollten wir zum Observation Point wandern (auch um zum Teil den Mengen bei Angels Landing aus dem Weg zu gehen). Die Wanderung war toll, aber auch anspruchsvoll. Die Natur um uns herum veränderte sich nach fast jeder Kurve. Oben angekommen aßen wir stilecht unsere Nudeln vom Vorabend und Marlena kam sogar auf Kuschelkurs mit einem Streifenhörnchen.

Unser Plan, die Nacht bei einem Walmart zu verbringen, ging leider nicht auf. Aber dafür konnten wir uns noch mit unser neusten Droge „French Onion Dip“ eindecken. Die zweite Nacht wurde leider auch nur geringfügig besser. Wir versuchten zu dritt oben zu schlafen, damit keiner erfrieren musste. Doch das war dann doch zu eng. Es war super windig und das Wohnmobil wurde ordentlich durchgerüttelt.

So machten wir uns eher unausgeschlafen zum zweiten Mal in den Zion auf. Es stand auf den Plan zu den Emerald Pools zu laufen, da wir noch weiter zu den Sanddünen wollten. Die kleinere Wanderung war also perfekt gewählt. Wir fuhren mit dem RV durch den Nationalpark, durch einen Tunnel, der nur einspurig befahrbar ist und hielten zwischendurch auch mal an. Dort fanden wir einen Mann vor, der mit seinen Drums im Tal saß und spielte. Das klang total cool durch den Hall.

Gegen Abend kamen wir dann schließlich an den Coral Pink Sand Dunes an. Dort genehmigten wir uns einen Stellplatz für 20$ und konnten am nächsten Tag duschen – und das sogar warm!!! Wir kletterten am Abend noch durch die tollen Dünen und genossen eine mehr als ruhige Nacht im State Park.

Am nächsten Tag hatten wir dann direkt ein Problem mit unserem Rohr unter dem Wohnmobil. Mit etwas Mühe und Not bekamen wir es dürftig befestigt. Dann setzten wir unsere Fahrt zum Bryce Canyon fort. Noch bevor wir überhaupt den Nationalpark erreichten, hielt Marc an und machte sich direkt vom Acker. Er wollte nur mal kurz um die Kurve gucken – er war für 45 Minuten weg. Wir verziehen ihm: „An dieser Stelle: Danke Mama, für die Mandalas.“

Endlich ging es in den Nationalpark. Wir parkten am Sunset Point und machten uns auf für eine kleine Wanderung, um wieder pünktlich zum Sonnenuntergang zurück zu sein. Marlena legte sich natürlich gleich lang. Kaputtes Knie und Leggings inklusive. Die entsetzten Blicke der Asiaten waren einfach nur göttlich. Besonders das danach folgende „Don’t run!“ zu ihren Kindern. Natürlich meisterten wir die für drei Stunden angesetzte Wanderung in nur 1,5 Stunden. Warum auch nicht?

Weiter ging es mit dem RV durch endlose Straßen und Berge. Wir fanden einen guten Stellplatz abseits der Straße und wollten uns am nächsten Tag zum Zebra Slot aufmachen. So fuhren wir also guten Mutes los bis wir dann feststellten, dass es ein Schotterweg war und der Zebra Slot gar nicht eingezeichnet war. Marc meinte natürlich trotzdem, dass wir den schlecht ausgebauten Weg mit dem Wohnmobil fahren sollten. Nach einer Stunde kamen wir an dem angeblichen Punkt an und stiegen aus. Wir liefen den Weg, der eher nach Trampelpfad aussah, entlang und stoppten an dem Schild auf dem „Danger“ stand. Dort wurde eine Reihe von Warnungen aufgezeichnet, die Marlena und mich dazu brachten zu sagen, dass wir wieder umkehren. Wir wussten nämlich nicht wie das Wetter werden sollte, hatten nicht genug Trinken dabei und wir wussten auch nicht wirklich wo wir genau hinmussten.

Dennoch meinte Marc er müsste dort hinlaufen: sagen wir schlichtweg – er trieb uns ein wenig damit in den Wahnsinn, dass er sich über gewisse Autoritäten immer hinwegsetzen muss. So saßen wir erneut im Wohnmobil und nochmal „DANKE MAMA FÜR DIE MANDALAS!“ und warteten auf Marc. An uns fuhren immer mal wieder Pick-Ups oder SUVs vorbei und es folgten entsetzte Blicke zu unserem Wohnmobil. Marc kam irgendwann wieder, aber wir wissen bis heute nicht wo er genau war. Wir haben ihn strafend angeschwiegen.

Der Tag wurde leider auch nicht viel besser. Nach dem wir kurz zum Tanken anhielten hieß es „Kilometer schrubben“. Wir fuhren also durch einige Nationalparks, machten noch einige Höhenkilometer, standen am Abgrund und sahen über den Lake Powell. Wir überquerten den Colorado River und fuhren und fuhren und fuhren. Marc schien sich in den Kopf gesetzt zu haben noch in der Nacht beim Monument Valley anzukommen. Naja…

Nach ein paar Streitigkeiten fanden wir einen Stellplatz an der Straße. Danach herrschte eisige Stille im WoMo. Ich entschied mich dazu einfach unsere Mac&Cheese zu kochen. Ich denke sonst wären wir schweigend und ohne essen schlafen gegangen. Schließlich verzog ich mich nach draußen um M&M mal Zeit zum Streiten zu geben. Wir waren wirklich irgendwo im Nirgendwo. Also stand ich dort draußen, ließ meine Playlist laufen und sang dazu (nachher wusste ich das Marlena und Marc mich hören konnten). Irgendwie war das eine geniale Situation. So ruhig, still und gleichzeitig auch ein wenig unheimlich.

Morgens ging es dann direkt weiter. Wir tankten erneut in Mexican Hat und fuhren dann auf das Monument Valley hinzu. Wir schossen einige coole Fotos – und was soll ich sagen? Es ging wieder weiter 😉

Nach dem wir unseren Fotostopp am Horseshoebend beendet hatten, kauften wir noch schnell etwas zu Essen ein, um uns dann auf den Weg zum Grand Canyon zu machen. Dort rissen mich Marlena und Marc zum Sonnenaufgang aus meinem Schlaf – einen Fehler, den sie wohl kein zweites Mal mehr machen werden. Im Anschluss an das Frühstück machten wir wohl eine der coolsten History Touren überhaupt. Ranger Ron brachte uns die Geschichte des Grand Canyons so unfassbar cool näher.

Gegen Mittag fuhren wir dann nach ein paar Spiegeleiern zurück nach Las Vegas. Dort durfte man auch mal wieder nicht bei Walmart über Nacht stehen. Also stellten wir uns hinter eine Reihe von Wohnmobilen, die direkt bei Cruise America standen.

Mitten in der Nacht klopfte es dann auf einmal und jemand rief „Security“. Wir waren alle geschockt und mussten dann feststellen, dass wir vergessen hatten abzuschließen. Mit einen wenig „Doofstellerei“ durften wir dann stehenbleiben. Der gute Herr hatte sich eher Sorgen gemacht, dass wir geklaut werden würden, bei all den bösen Jungs, die dort unterwegs sind.

Und jetzt sind wir in Los Angeles angekommen. Mal sehen was die nächsten Tage so bringen werden!

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