Unser erstes Mal – Couchsurfing

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couchsurfen

Irgendwann ist es ja immer Mal so weit und man erlebt das erste Mal eine Reise ins Ausland, eine Nacht im Hostel, oder eben auch das erste Mal Couchsurfing.

Wir waren damals, 2014, ganz abenteuerlustig drauf und haben uns gedacht „so kann man doch richtig gut sparen, wohnt bei einem Local und bekommt von demjenigen die Stadt gezeigt – also eine Win-Win-Situation“.

Tja, dass es auch anders laufen kann, darüber haben wir damals nicht wirklich nachgedacht. Im Endeffekt waren es wohl eher ungünstige Gegebenheiten, die unsere ersten Couchsurfing-Erfahrungen eher so „naja“ gemacht haben.

So gingen wir frohes Mutes auf unseren Baltikum/Skandinavien-Trip und landeten auf unserer ersten Couch in Riga.

Marlena hatte uns diese Couch organisiert, und als uns unser Host am Busbahnhof abholte – da wurde mir und auch Marlena doch etwas mulmig zumute. Uns wurde im Anschluss direkt die Stadt gezeigt und danach fuhren wir noch nach Jurmala, an einen Strand. Mehr oder weniger Nachts. Naja, wir dachten uns nichts dabei.

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„Ommmm“ – alles wird gut

Aber unser Host ging doch etwas mehr auf Tuchfühlung als es uns lieb war.. in der Wohnung angekommen, die total außerhalb lag (oh schreck, da kommen wie nie weg!), hingen überall Poster und Kalender mit nackten Frauen. Welcome to Riga. Sehr einladend. Ich habe noch nie so schlecht geschlafen :D Trotz allem haben wir die Nacht mehr schlecht als recht überstanden und kämpften und am nächsten Morgen durch einen Joghurt, der nach  Brot schmeckte und irgendwelchen komischen Käse, den wir auch probieren sollten. Klar, das war auch irgendwie cool, aber wohlfühlen ging anders. Wir waren als mehr als nur froh, als wir dann endlich das Weite suchen konnten und noch einmal auf eigene Faust Riga erkunden konnten.

Das „erste“ Mal lief also nicht so optimal wie erwünscht. Nachdem wir dann unser zweites Mal couchsurfen so verbracht hatten, wie wir es uns erträumt hatten. Danke nochmal an Samuli! Er war der perfekte Host, hat uns tolle Orte gezeigt, hat uns finnische Gerichte gekocht und wir hatten einen super tollen Austausch miteinander. So sollte es doch immer sein, oder?

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Gesellige Abend mit guten Gesprächen, so stellt man sich CS vor

So waren wir natürlich frohen Mutes als wir uns auf nach Turku machten, um auf der dritten Couch zu surfen. Wir wurden am Bahnhof abgeholt, und hatten eigentlich geplant an dem Tag mit dem Fahrrad die Schären vor Turku zu erkunden. Wir entschieden uns aber dagegen, da A) das Wetter nicht so toll war und B) die Gebühr für die Fahrräder so teuer war, dass wir uns entschieden Turku zu Fuß zu erkunden. Unser Host hatte an dem Tag keine Zeit und wir hatten abgemacht, dass wir zu einer bestimmten Zeit wieder bei seiner Wohnung sein würden.

Als wir dann dort ankamen und klingelten, passierte erst einmal gar nichts. Unser Host öffnete nicht. Wir klingelten erneut, und erneut. Langsam machte sich Panik bei uns breit. Schließlich befanden sich unsere Sachen dort in der Wohnung, inklusiver Fährtickets für den nächsten Morgen. Also klingelten wir wieder, klopften sogar. Schließlich probierten wir ihn über das Handy zu erreichen. Es nahm keiner ab. Was soll ich sagen? Das war schon eine reichlich beschissene Situation.

Irgendwann lief ein anderer Student über den Flur und fragte uns ob alles in Ordnung sei. Da Marlena etwas gelähmt war (ich kann es total verstehen), fragte ich ihn ob der unseren Host kenne und wüsste wo er sei, da er nicht öffnen würde. Wir wurden gebeten uns in die Küche zu setzen und uns wurde essen angeboten, danach war uns aber nicht so sehr zu mute.

Der freundliche Student kontaktierte unseren Host über Facebook und er kam einige Minuten später. Er hatte die Zeit vergessen, plus sein Handy. Er besaß noch ein zweites und die Nummer hatten wir natürlich nicht. Er entschuldigte sich total oft, aber irgendwie war die Stimmung angeknackst. Wir waren von der Aufregung ganz fertig und wollten nur noch schlafen. Leider auch eher eine schlaflose Nacht, in einem winzigen Zimmer. Unser Host kam irgendwann Nachts wieder und weckte uns, da wir ja zur Fähre mussten.

Wir waren extra früh aufgebrochen und liefen danach zum Hafen. Ganze 7km, einfach damit wir früh weg konnten. Jetzt kann ich da drüber lachen, wie bescheuert die ganze Situation eigentlich war. Aber es braucht etwas Übung in solchen Situationen nicht Rot zu sehen und das beste draus zu machen. Und hey, es ist auch Backpacker-Level 100000 wenn man sich am Terminal zur Fähre die Zähne putzt, Haare kämmt und sich umzieht etc. pp.

Und was soll ich sagen?

Bis jetzt bin ich noch nicht wieder auf einer Couch gesurft. Und ehrlicherweise weiß ich auch nicht, ob ich es noch einmal probieren werde. Das wird sich dann mit der Zeit ergeben.

Habt ihr auch ähnliche Erfahrungen gemacht? Dann teilt sie mir gerne mit!

Alle Bilder sind von Pixabay, dort findet ihr lizenzfreie Bilder! :)

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