Fair Reisen

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Fair Reisen. Das ist ein Thema, das wohl eigentlich jeden (Welt-)Reisenden beschäftigen sollte. Reisen und die Umwelt schonen – meist verträgt sich das auf den ersten Blick nicht so gut. Es gibt aber vieles, das wir bedenken können. Genau wie in unserem Alltag, ist es auch auf Reisen möglich, die Umwelt zu schonen.

Und nein, wir sind keine Pro’s auf diesem Gebiet und wir haben sicher schon viele Fehler gemacht wie z.B. zu oft und unnötig geflogen, oder Plastiktaschen gekauft obwohl es auch anders geht.

Sich bewusster zu verhalten ist ein Prozess, und diesen wollen wir unbedingt gehen. Klar, man kann nicht auf alles komplett verzichten, aber man kann viele Dinge ein- bzw. beschränken.

1 So wenig wie möglich Fliegen

Klingt auf den ersten Blick gar nicht so schwer, oder? Was meinen wir denn genau damit? Strecken, die nicht unbedingt geflogen werden müssen anders zu bestreiten. Z. B. Flüge, die nur eine Stunde dauern. Das muss nicht unbedingt sein. Genauso wie unzählig viele Flüge zu nehmen nur weil es günstiger ist. Der Umwelt tut man damit keinen Gefallen.

Klar, wir sind ehrlich, manchmal lässt es sich nicht vermeiden, zu fliegen, entweder, weil eine ganze Menge Wasser zwischen Start und Ziel ist (ja, wenn wir ganz ehrlich sind, selbst da könnte man sich irgendwo Schiffe suchen, aber die sind dann leider doch unbezahlbar…) oder, weil die Entfernungen wirklich riesig, keine wirkliche Verbindung und die Zeit knapp ist.

Aber gerade, wenn man zum Beispiel aus Deutschland Nachbarländer besuchen möchte, dann findet man wirklich fast überall hin gute Bus- und Bahnangebote!

Und mit Inlandsflügen brauchen wir glaube ich gar nicht erst anfangen. Klar, in Ländern wie Australien oder den Staaten ist das dann etwas anderes, teilweise fahren da ja nicht mal Züge von einer Großstadt in die andere, aber in Deutschland? Leider musste ich mal innerhalb Deutschlands fliegen (musste trifft es irgendwie ganz gut), weil ich mit meinem Opa auf Kreuzfahrt ging, die alles geplant hatten und für jeden Gast einfach Zubringerflüge von deren Wohnort nach Frankfurt oder München gebucht hatten, und wie alle Reisenden ja bekanntlich wissen, darf man seinen ersten Flug ja nicht verfallen lassen, wenn man den zweiten noch wahrnehmen möchte… so flog ich also allen ernstes von Hannover nach Frankfurt. Nachdem ich zwei Stunden mit dem Auto nach Hannover gefahren war (nach Frankfurt wären es etwa vier Stunden gewesen, also die Zeit, die ich am Flughafen warten musste,hätte ich auch einfach mit Autofahren verbringen können, meine Zeitersparnis war nämlich gleich NULL), bin ich allen ernstes für nicht mal dreißig Minuten abgehoben – es war nicht mal Zeit, dass Getränke verteilt werden konnten! Und ich habe mich unendlich schlecht gefühlt in diesem Moment, in so einer Maschine zu sitzen. Insbesondere bei Start und Landung werden ja die meisten Treibstoffe produziert, dieser Flug bestand also quasi nur aus Treibstoffproduktion…

Manchmal sind Inlandsflüge sogar günstiger, als die Busse und Bahnen im Land (was manchmal schon ganz schön gruselig wird…). Als ich geguckt hatte, wie ich von Porto nach Lissabon komme, habe ich herausgefunden, dass das Fliegen tatsächlich fünf Euro günstiger war! :-O Aber, um mir auch einmal auf die Schulter zu klopfen, ich habe trotzdem den Bus gebucht. Denn meiner Meinung nach ist es genau das, was man in solchen Momenten tun sollte.

Flüge mit Zwischenlandungen sind übrigens auch schädlicher, als Nonstop-Flüge, da ja, wie gesagt, starten und Landen am schädlichsten ist. Daher versuchen wir, so wenig wie möglich zwischenzulanden und so viel wie möglich nonstop zu fliegen. Klar, das funktioniert leider nicht immer, denn, wenn es nicht gerade eine Billig-Airline ist, dann sind nonstop Flüge echt teuer! Glücklicherweise fliegen wir ja fast nur mit Billig-Airlines. :D Wenn wir aber nun doch mal mit Zwischenlandung fliegen, dann ist mein Grundsatz: nicht öfter als einmal! Bei manchen Strecken (Australien – Europa) geht das ja zum Beispiel gar nicht anders. :D Aber macht der Flieger mehr Zwischenlandungen, suche ich weiter! Manchmal bringt es ja auch schon etwas, einen anderen, nahegelegenen Flughafen auszuwählen und dann mit dem Bus von da zum endgülitigen Ziel zu fahren. Schont auch die Umwelt! :)

Das gute an einer Weltreise ist aber auch, dass die, je nach dem, wie man es auslegt und auch anstellt, durchaus umweltfreundlicher als Kurztrips sein kann: mein Ziel ist es, wenn wir erstmal in Asien angekommen sind, wo nicht mehr so viel Meer zwischen den Ländern ist, und wo alles ein bisschen dichter besiedelt ist, nicht mehr von Land zu Land zu fliegen, sondern alles per Bus zu bereisen, logisch von einem Ort zum nächsten zu reisen und so gar nicht fliegen zu müssen!

2 Logisch reisen

Wir haben es ja eben schon kurz angeschnitten. Wenn ich etwas bei Reisebloggern leider überhaupt nicht mag, dann, wenn sie total unlogisch fliegen. Was ich damit meine? Zum Beispiel von Europa nach Südafrika fliegen, dann wieder zurück nach Europa fliegen, nur um vier Wochen nochmal zu fliegen. Häää? Das geht nicht nur ins Geld sondern ist in meinen Augen auch total umweltschädlich. Dieses „rumgejette“ was ich manchmal von den von Airlines gesponsorten Bloggern erlebe finde ich zugegebenerweise alles andere als toll. (Und nein, das hat nichts mit Neid zu tun :D). Genauso wenig wie diese „kreuz-und-quer-Routen“, bei denen so riesige Distanzen zurück gelegt werden, obwohl man vorher vielleicht schon mal da war. Klar, ich spucke jetzt hier in großen Tönen rum, wer weiß, wie ich es auf Weltreise machen werde, aber eine Bedingung an mich selbst war es, sinnvoll und logisch zu reisen, um so so oft wie möglich aufs Fliegen verzichten zu können. Damit eng einher geht auch unser nächster Punkt.

3 Langsam reisen

Ähnlich, wie logisch zu reisen, bringt es auch eine ganze Menge, gerade wenn es weiter weg geht, seine Zeit dort eher auszunutzen und keine riesigen Distanzen hinter sich zu bringen, nur um ein Jahr später (wenn überhaupt) dasselbe Spiel nochmal durchzuführen, weil man ja nicht alles gesehen hatte. Klar, geht nicht immer, aber ich denke ihr wisst, was ich meine. (Mal gucken , wie wir uns dann auf Weltreise schlagen werden :D). Langsam reisen schont übrigens nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel. Das sollte doch schon fast Anreiz genug sein, und sind wir mal ehrlich ist doch eh viel cooler sagen zu können man hat einige Wochen oder gar Monate in einem Land gelebt, als zu sagen ich war in 5 Monaten in über 10 Ländern. Gesehen hat man dann nämlich nicht viel :D

4 Wenig Gepäck mitnehmen

Ok, wenn man dann aber doch fliegt, weil es manchmal nun eben nicht anders geht, dann kann es auch einen Unterschied machen weniger Gepäck mitzunehmen (was bei manchen Airlines, bei denen nur Handgepäck inbegriffen ist, sich ja sogar doppelt lohnt). Je weniger der Flieger nämlich wiegt, desto weniger Kerosin verbraucht er jetzt auch. Und bekanntlicherweise überpackt ja jeder und immer. Also das nächste mal einfach überlegen, ob man wirklich alles braucht. Selbst wenn jeder nur ein Kilo weniger Gepäck mitnimmt, bei einer kleinen Maschine in der ca. 150 Menschen sitzen wären das dann schon 150 Kilo weniger!

5 Plastik vermeiden

Plastik zu vermeiden gestaltet sich meiner Meinung nach irgendwie schwieriger als ich gedacht habe. Es ist so wahnsinnig viel in Plastik verpackt. Aber jetzt wo es mir bewusst geworden ist, will ich so viel wie möglich darauf verzichten. Am einfachsten geht das indem man immer einen Jutebeutel zum einkaufen dabei hat, und dort schon einmal auf die Plastiktüten verzichtet. Genau wie die kleinen Tüten in die oft Postkarten gepackt werden. Braucht man alles nicht. Nehmt  euch zum Beispiel auch eine befüllbare Flasche mit für Wasser, oder auch einen Behälter für Kaffee. Bei vielen Shops kann man sich die auch befüllen lassen, und einige wollen dann sogar weniger Geld. ;)

Kleiner Edit von Marlena: Mich hat es damals in Australien ziemlich schockiert, zu sehen, wieviele Plastiktüten beim Einkaufen benutzt werden. Oftmals stand da jemand, der meine Sachen einpackte und zum Beispiel gerade mal einen Milchkarton in eine Plastiktüte packte. Was da zum Schluss an Tüten zusammen kam, könnt ihr euch ja vorstellen… seitdem sage ich, egal in welchem Land, wenn ich nicht gerade zwingend auf die Tüte angewiesen bin, gleich von vornherein, dass ich keine brauche – ich habe entweder eine Handtasche, in die Kleinigkeiten passen, oder wie von Janna schon gesagt einen Jutebeutel dabei – oder noch besser: es gibt diese kleinen zusammenfaltbaren Täschchen, die man einfach in seiner Handtasche lassen kann für „oh jetzt hab ich doch mehr gekauft als ich wollte“. Ich finde es nebenbei bemerkt auch toll, dass in Deutschland keine Plastiktüten mehr beim Einkaufen verteilt werden!

6 Öffentliche Verkehrsmittel anstelle des (Miet)wagens

Klar, geht nicht immer. Aber hier gilt dasselbe wie Zuhause. Wenn möglich immer die Öffis dem eigenen Wagen vorziehen!

7 Respekt vor der Umwelt

Ganz klare und einfache Sache meiner Meinung nach! Wenn ich in einem Nationalpark unterwegs bin, bleibe ich auf den ausgewiesenen Wegen und nehme meinen Müll entweder mit zurück ins Hostel oder werfe ihn in die vorhergesehenen Mülleimer.

8 Nach der Saison kaufen

Ganz einfach: Bei mir gibt es im Winter keine spanischen Erdbeeren, sondern nur deutsche, wenn die bei uns auch gewachsen sind. Punkt. Und so versuche ich das auch mit dem Großteil der anderen Lebensmittel zu machen (Kartoffeln sind ein bisschen schwer, zugegeben :D). Denn: wenn weniger Obst und Gemüse importiert werden würde(denn wir können echt auf Erdbeeren warten), dann würde auch weniger Treibstoff für die Lieferung ausgegeben werden. Klar, manche Früchte wachsen bei uns überhaupt nicht, aber wenn ich ehrlich bin, eine wirklich gut schmeckende Mango habe ich bis jetzt erst ein einziges Mal in Deutschland erlebt (kleiner Exkurs am Rande: wir sind beide damals ausgerastet als diese Mange so gut geschmeckt hat – das waren noch die guten Studentenzeiten in Braunschweig :D); seit ich aus Australien zurück bin (was jetzt auch schon über zwei Jahre her ist), habe ich keine mehr gegessen…

9 Lebensmittel kaufen, die kurz vorm Ablaufen sind

Frankreich hat es schon vorgemacht und ich würde mir wünschen, dass Deutschland bald auch etwas ändert. Hier werden immer noch abgelaufene Lebensmittel einfach weggeschmissen. Völlig unverständlich, meiner Meinung nach, denn die Sachen sind trotzdem noch absolut genießbar. Und hier kann man gleich doppelt sparen: Oft sind Lebensmittel, die kurz vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums stehen, reduziert. Win Win also! Denn zum Wegschmeißen sind die Sachen nun wirklich zu schade!!!

10 Die Handtücher nicht täglich wechseln

Klar, wir sind Budgetreisende, aber trotzdem kommt es manchmal, ganz ganz selten, ja doch dazu, dass man mal im Hotel übernachtet. :D Was meiner Meinung nach dann ein absolutes No-Got ist, ist sich täglich die Handtücher wechseln zu lassen! Bei vielen Hotels gibt es inzwischen die Regel, dass nur Handtücher auf dem Boden ausgewechselt werden, die, die hängen, bleiben. Find ich super, denn so wird Abwasser und Energie reduziert.

11 Sich überlegen, für welche „Attraktionen“ man Geld ausgibt

Schon mal was vom Tiger-Kingdom in Thailand gehört? Hier ist es möglich, süße Tigerbabys zu knuddeln und riesige, majestätische Tiger zu streicheln. Klingt ja irgendwie schon traumhaft für jeden, der am liebsten alles knuddeln würde, was Pelz hat. Klar, ich hatte auch überlegt, das Tiger-Kingdom zu besuchen, ABER dann habe ich erstmal recherchiert, wie denn da mit den Tieren umgegangen wird… lange Rede, kurzer Sinn, dort wird mit den Tieren ganz sicher nicht so umgegangen, wie man sich das als Tierliebhaber wünschen würde. Und deshalb habe ich diesen Besuch ganz, ganz schnell von meiner Bucketlist gestrichen.

Ähnlich ist es mit den Elefanten, darüber habe ich schon lange nachgedacht und meine Gedanken hier geteilt.

Also, wer der Umwelt etwas Gutes tun möchte, der überlegt vorher, welche Attraktionen er besucht!

Manchmal fühlt es sich an, als würde man gegen Windmühlen kämpfen, wenn man versucht, der Umwelt etwas gutes zu tun. Wir wissen, das was wir tun sind nur Kleingkeiten, nur kleine Tipps, die wir haben, keinen, der die Universallösung für all die Probleme unserer Welt ist. Es gibt trotzdem noch so vieles, auf das wir nicht verzichten wollen oder auch können, einfach, weil es gar nicht anders angeboten wird (jetzt mal ernsthaft, wer schweißt Bio-Gurken in Plastik ein???). Aber was wir hoffen: dass vielleicht irgendwann mal der Domino-Effekt eintritt. Ein einzelner kann mit einer kleinen Tat nichts bewirken, viele einzelne mit einer kleinen Tat aber schon! Wenn wir alle versuchen, auch nur ein klitzekleines bisschen mehr darauf zu achten, was wir eigentlich so verbrauchen (ich versuche meine Ma schon fleißig daran zu gewöhnen, weniger Plastiktüten zu benutzen :D), dann hoffe ich, dass es sich vielleicht doch ein ganz klitzekleines bisschen auszahlt. Deshalb wollten wir auch unseren Senf dazu geben, einfach weil wir denken, dass das bei diesem Thema JEDER tun sollte! Daher an euch: wer noch weitere Tipps hat, lasst sie uns nur wissen!

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Ein Kommentar

  1. Das mit den Plastiktüten ist mir in Singapur auch aufgefallen. Die Kassierer packen automatisch alles ein. Und ironischerweise steht auf den ganzen Tüten, dass man weniger nutzen soll.
    Und ich hab mir hier auch meine eigene Trinkflasche besorgt. In der Uni gibt es überall Trinkwasserhähne mit heißem und kaltem Wasser. Und da kann ich die auch immer gratis auffüllen. Entlastet letztendlich auch den Geldbeutel :)
    Und vielleicht noch wenn man Shampoo oder so dabei hat: man befüllt seine kleinen Shampoofläschchen einfach immer wieder neu. Das spart Müll und man kann notfalls mal was im Hostel abzweigen :D

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