Crossing Borders – der Grenzübergang von Mexiko nach Belize

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Spätestens nach meiner Geschichte über den Grenzübertritt nach Singapur dürfte jedem klar sein, dass ich bis jetzt mit Überlandgrenzen noch eher so auf Kriegsfuß stehe. Leider änderte sich daran auch nichts, als ich von Mexiko nach Belize reiste – eher im Gegenteil! Und an dieser Stelle kann ich nur noch einmal betonen, wie überaus glücklich wir uns in Europa doch über Schengen schätzen dürfen! Jeder, der für die Wiedereinführung der Grenzen ist, hat vermutlich noch niemals eine passiert.

Nun aber zurück zur Mexiko-Belize-Grenze und was ihr darüber wissen solltet.

Wie komme ich hin?

Chetumal is the place to be! Das ist die letzte größere Stadt in Mexiko vor der Grenze nach Belize. Ich bin damals mit dem Bus von Tulum nach Chetumal gefahren und bin dort dann in einen belizianischen Bus gestiegen, der mich über die Grenze und weiter bis nach Belize City brachte. Die sogenannten Chicken Buses fahren allerdings nicht vom ADO-Terminal ab, an dem ihr in Chetumal ankommen werdet, sondern vom alten ADO-Terminal, das etwa einen kilometer östlich davon entfernt, neben der Polizeistation liegt (sieht ein bisschen aus wie ein altes sowjetisches Verwaltungsgebäude, ihr wisst schon, beige und klobig). Um zwölf Uhr startete hier der Bus nach Belize City, also kommt nicht zu spät. Da wir auf der Hintour noch keine Belize Dollar hatten, zahlten wir einfach in Pesos. Wenn irgendwie möglich würde ich euch aber empfehlen, euch schon vorher Belize Dollar zu besorgen, denn mit denen wird der Bus gleich viel günstiger (200 Pesos im Vergleich zu 13 Belize Dollar, die wir für die Rückfahrt für die selbe Strecke gezahlt hatten). Wer es ganz bequem mag, kann aber auch einfach mit dem ADO-Bus direkt von Cancun, Playa del Carmen oder Tulum bis nach Belize City fahren (Kosten: 675 Pesos).

Wie läuft die Ausreise aus Mexiko aus?

Nun, jetzt kommen wir zum unschönen Teil, denn hier wurden wir direkt Opfer der Korruption: eigentlich müsst ihr an dieser Grenze nämlich gar nichts zahlen, die Grenzbeamten haben aber manchmal gerne etwas für ihre eigene Tasche. Wir hatten viel darüber im Internet gelesen und gebetet, dass uns das ganze nicht passieren würde, aber natürlich wurden auch wir „Opfer“.

Kurz vor der Ausreise aus Mexiko kam der Busbegleiter zu uns und eröffnete uns, dass wir 500 Pesos Ausreisegebühr pro Person zahlen müssten. Das steht weder auf der Seite des Auswärtigen Amtes noch sonst irgendwo im Internet – außer auf Blogs, die über ihre Erfahrungen berichten! Stattdessen habe ich überall gelesen, dass die Ausreisegebühr nur dann gezahlt werden müsse, wenn diese bei der Einreise noch nicht gezahlt wurde, was aber automatisch durch die Airlines geschehe. Daher hatten wir extra unser Flugticket eingepackt, aber das interessierte hier niemanden.

Eigentlich wollten wir ja protestieren, aber da wir mit zwei weiteren, australischen Backpackern, im Bus saßen, die anstandslos zahlten, und auch unser Busbegleiter nicht so aussah, als würde er uns helfen, sondern eher so, als würde er uns dann an der Grenze stehen lassen (später hat er sich unter Garantie die Hälfte des Geldes selbst eingesteckt), haben wir einfach aufgegeben und gezahlt. Ich kann nur noch einmal betonen, wie unseriös das ganze ablief! Wir standen in einem kleinen Kabuff (ja wirklich, anders kann man das nicht nennen), wir hatten nicht mehr genug Pesos für uns beide dabei, da wir die 1000 Pesos nun mal auch nicht eingeplant hatten, Kartenzahlung war natürlich NICHT möglich, eine Quittung gab es sowieso schon mal nicht, auch auf Nachfragen nicht, und letztendlich haben sie das Geld auch einfach in Euro genommen… hauptsache Geld. Nachdem wir gezahlt hatten gab es dann den Ausreisestempel und wir durften weiter zur Belizeanischen Grenze.

{Kleines Edit: Inzwischen sind wir auf genau demselben Landweg wieder von Belize nach Mexiko eingereist. Diesmal mussten wir wieder 500 Pesos zahlen, allerdings war das ganze diesmal um einiges seriöser und uns wurde genau erklärt, warum. Die 500 Pesos sind in der Tat eine Einreisegebühr, die wir diesmal aber problemlos mit Karte zahlen konnten und für die wir diesmal eine ganz offizielle Quittung bekommen haben, damit wir bei der Ausreise nicht noch einmal zahlen müssten. Damit war uns dann auf jeden Fall klar, dass wir bei der Ausreise an ein paar korrupte Grenzbeamten geraten waren, die sich von unserem Geld vermutlich einen schönen Abend gemacht hatten. Aber gut, was hätten wir auch machen sollen?  Letztendlich haben ja leider doch die den Stempel in der Hand.}

Wie läuft die Einreise nach Belize?

Mit Ausnahme der Amerikanerin, die mir die Einreise fast vermiest hätte,, lief die Einreise nach Belize herrlich reibungslos. Arrivalcard ausfüllen, damit und mit dem Pass zum Einreiseschalter gehen, das ganze abgeben und warten, bis der Pass gestempelt wird. Das wars. Geld wird hier erst zur Ausreise fällig (40 Belize Dollar), für die Einreise müsst ihr nichts zahlen. Dann geht’s weiter zum Zoll.

Was sollte ich nicht dabei haben?

Obst und Gemüse darf nicht mit eingeführt werden, und aus Erfahrung nehme ich auch keinen Alkohol mehr mit über die Grenze. ;) Und auch Tabak sollte man angeben, da kenn ich mich als Nichtraucher aber nicht aus.

Und wie geht es dann weiter?

Nachdem ihr dann endlich den Einreisestempel für Belize im Pass habt, geht es zurück in den Bus und dieser setzt dann endlich seine Fahrt nach Belize City fort.

Vermutlich sind die Chancen hoch, dass ihr, so wie wir, nach Caye Caulker wollt? Wenn ja, dann müsst ihr in Belize City vom Busbahnhof zum Fährterminal kommen, was etwa einen Kilometer entfernt ist. Das wäre zwar kein Problem, das zu laufen, da uns aber am Vorabend in Tulum im Restaurant der Kellner, der ursprünglich aus Belize kommt, eindringlich davor gewarnt hat, durch Belize City zu laufen, haben wir uns für die Strecke ein Taxi gegönnt, was uns zu viert 16 Belize Dollar gekostet hat (oder zu zweit, wie auf der Rückfahrt, 10$).Verlässt man den Busbahnhof in die linke Richtung und biegt an der Kreuzung nach links ab, findet ihr hier einen Geldautomaten der Atlantic Bank, bei der ihr euch für euer Abenteuer dann auch mit Belize Dollar eindecken könnt – und dann steht dem Abenteuer eigentlich nichts mehr im Wege. :)

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