Wandern in der Lüneburger Heide – die Traumschleife

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Einmal in die Lüneburger Heide. Das war schon sehr lange ein Traum von mir. Ich malte mir immer wieder malerisch aus wie es dort wohl aussehen könnte. Insbesondere weil ich Heide als Pflanze einfach liebe. Jetzt endlich schaffte ich es in die Heide – zwar nicht zur Hauptsaison, aber auch Ende September lohnt sich ein Ausflug in die Heide.

Wer ganz genau wissen möchte, ob die Heide noch blüht, der kann ganz einfach nach dem Heidebarometer googeln. Dieses gibt in regelmäßigen Abständen Auskunft darüber, in welcher Pracht die Heideblüte noch steht, oder eben nicht mehr steht. Oftmals sind sogar noch Bilder angefügt. Da im Garten meiner Oma die Heide auch noch ziemlich ordentlich blüht machte ich mir da nicht so viele Gedanken. Das Barometer sagte uns nur noch 25% voraus. In der Regel blüht die Heide von August bis September. In der vollen Blüte steht sie meist Mitte August.

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Für meinen langersehnten Traum die Lüneburger Heide zu besuchen, suchte ich nach tollen Routen. Die Seite zur Lüneburger Heide ist wirklich super ausgestattet und schlägt einem richtig viele verschiedene Wanderungen vor. Je nach dem wie viel Zeit man eben hat. Ich wollte gerne eine Tageswanderung machen. Da für uns nur der gleiche Start- und Endpunkt in Frage kam, war eine Rundwanderung natürlich die logische Folgerung.

Bei meinen Recherchen hatte ich mich total in den Totengrund verguckt und wollte unbedingt dorthin wandern. So fiel schnell die Entscheidung auf die Rundwanderung namens Traumschleife. Sie hat rund 23,5km und wird als anspruchsvolle Tagestour deklariert. Für jemanden wie mich, der nur plattes Land gewöhnt ist und selten wandert, war es definitiv eine anstrengende aber auch wunderschöne Tagestour. Wir haben es jedoch tatsächlich geschafft uns zu „verlaufen“ und haben so einige Kilometer gespart. Wie es dazu kam werde ich euch natürlich auch noch erklären.

Der Start- und Endpunkt dieser Tour liegt am Heide-Erlebnis-Zentrum in Undeloh. Dort gibt es einen großen Parkplatz, welcher für 4 Stunden 1,50€ kostet (der ganze Tag kostet 3€). Die Einnahmen werden zur Erhaltung der Heide genutzt. Also kann man da einmal ein Auge zudrücken. Die erste Etappe bis zum historischen Heidedorf Wilsede verläuft auf dem Heidschnuckenweg. Dieser ist mit einem H gekennzeichnet.

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Gleich zu Beginn kann man die süßen Heidschnucken begucken, dann verläuft der Weg an ihnen vorbei durch die Heide. An einigen Stellen wird er etwas sandiger, an manchen ist er grasig. Es geht bergauf und bergab. Für kurze Zeit läuft man sogar über einen Holzsteg und am Ende kann man ein Tor aufdrücken. Mein persönliches Highlight! :D  Ca. 4,5km vor Wilsede geht es dann einen ordentlichen Hügel hinauf. Man hat hier wirklich fantastische Blicke in die Heide. Immer wieder verlocken kleine Holzbänke zu einer Pause. Die Ruhe, die hier herrscht ist einfach wahnsinnig toll und entspannend. Natürlich begegnen einem einige andere Wanderer und Radfahrer. Besonders wenn man so tolles Wetter erwischt hat, wie wir es hatten. Wir konnten sogar auf T-Shirt laufen, so warm war es! :D

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Kurz vor Wilsede taucht dann eine gepflasterte Straße auf. Es ist nicht mehr weit! Ein hölzernes Schild, worauf „Wilsede“ steht, kennzeichnet auch noch einmal offiziell – ihr seid angekommen. Wilsede ist die einzige Möglichkeit zur Einkehr auf dieser Route. Das ist eine wichtige Information. Nur hier gibt es Toiletten und zwei Restaurants! Wir haben in der Milchhalle unsere Energiereserven wieder aufgefüllt, denn trotz eigener Verpflegung brauchten wir noch etwas richtiges im Magen. Die Milchhalle ist ein Selbstbedienungsrestaurant, welches sehr nett ist. Nach einer 30-minütigen Pause ging es weiter zum Totengrund.

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Dieser ist von Wilsede nur rund einen Kilometer entfernt. Und ich habe mir selbst nicht zu viel versprochen. Der Blick in die Weite der Heide war einfach fantastisch. Ich kann mir vorstellen, wie es dort aussehen muss, wenn die Heide in voller Blüte steht und alles in diesem Lila getaucht ist. Aber auch an diesem Tag enttäuschte der Blick nicht und wir wurden direkt von zwei Herren angesprochen. „Zwei junge Leute, die kein Handy in der Hand haben? Das ist ja mal ein Bild!“ Ja, wir hatten zwar unsere Kameras in der Hand, aber keine Handys. Nett wie wir waren machten wir von den Herren ein paar Fotos. Wir sahen sie noch öfter auf unserer Wanderung. Übrigens waren wir wirklich für viele ein Highlight. Immer wieder wurden wir angesprochen. Ich habe ja schon oft gelesen, das Wanderer alle (also die meisten) lieb und freundlich sind. Man kommt schnell ins Gespräch, und irgendwie stimmt es auch. Ich glaube wir waren so  spannend, weil wir glaub ich echt, mit die jüngsten waren, die sich an diesem Tag in der Heide herumtrieben. Junge Leute finden wandern auch ziemlich cool, ja? :D

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In diesen Ausblick habe ich mich verliebt

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Danach hatten wir leider ein paar Schwierigkeiten den Weg zu finden. Ich vermute, dass wir schon dort falsch abgebogen sind. Aber nun ja, das passiert eben. Eigentlich wäre der Weg nun weiter über den Steingrund ins Heidetal und anschließend zum Wilseder Berg gegangen. Da wir aber eine falsche Abzweigung genommen haben landeten wir auf direktem Wege wieder direkt in Wilsede.

Nun ja, Schulter zucken und nichts draus machen. Die Wegweiser auf den Findlingen sind aber auch nicht so einfach zu deuten :D Nächstes Mal weiß ich dafür genauer Bescheid. So gingen wir von Wilsede direkt auf den Wilseder Berg und genossen einmal wieder diesen fantastischen Blick. Ich kann es gar nicht oft genug sagen, aber die Lüneburger Heide ist einfach toll. Für mich war es wie ein Tag Urlaub.

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Der Rückweg nach Undeloh führt über den Fernwanderweg E1, man kann natürlich auch wieder den Heidschnuckenweg nehmen, aber das wäre ja langweilig. Die Abendsonne tauchte die Heide in ein unsagbar warmes goldenes Licht. Es war zum träumen.

Geschafft kamen wir nach guten 6,5 Stunden Wanderung wieder beim Wagen an. Die Tour wird ohne Pausen (und ohne falschen Weg) auf 5-6 Stunden angesetzt. Es wird jedoch empfohlen sich mindestens 8 Stunden dafür Zeit zu nehmen und ich denke das ist auch eine gute Idee. Ich laufe zwar ziemlich flott, aber mache dafür auch viele Pausen um Fotos zu machen oder den Moment auf mich wirken zu lassen.

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Zum Abschluss fuhren wir nach Buchholz in der Nordheide und aßen im California 101 lecker amerikanisch zu Abend. Das hatten wir uns auch wirklich verdient nach der Wanderung! Ich kann das Restaurant nur empfehlen: das Essen schmeckt fantastisch dort. Wir hatten ziemlich Glück auf einem Freitagabend noch einen freien Tisch zu ergattern.

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