Reisetagebuch #005 – von der „Lower Low Season“ in Belize

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Inzwischen hatten wir Caye Caulker hinter uns gelassen.

Wortwörtlich mit einem tränenden Auge (okay, ich lache gerade immer noch und versuche Marc auch davon zu überzeugen, dass der Witz wirklich witzig ist!).

Aber es sollte ja weiter nach Placencia gehen, zu dem Ort, an dem wir auf die Cayes fahren würden, Bindehautentzündig hin oder her!

Als wir dann aber angekommen waren, fühlten wir uns ein bisschen so wie an Karfreitag abends um 22 Uhr in irgendeiner deutschen Stadt.

Stille.

Totenstille.

Kein einziger Mensch kam uns entgegen.

Und noch viel schlimmer: Alle Touroffices hatten geschlossen. „Will be back at 7“ hing da in den meisten Fenstern. Ich brauche denke ich nicht zu erwiedern, dass da niemand um sieben zurück war.

Ein Office hatte offen. Dann aber schnell die Ernüchterung: „Oh sorry, it’s lower low season, we’re not going out to the Cayes until Tuesday“, sagte sie uns am Samstag.

Ich weiß nicht, ob ich in diesem Moment mehr geschockt darüber war, dass es erst Dienstag wieder los gehen würde (und wir Montag schon weiter zogen) oder dass sie die Saison gerade tatsächlich „lower low season“ genannt hatte… es gab also noch eine Saison unter der Nebensaison? Erklärte zumindest, warum wir einen gesamten Strand für uns hatten.

Das war dann der Moment, in dem ich die Hoffnung aufgegeben hatte. Der Hauptgrund für mich, Belize zu besuchen, die Cayes, sollte für mich also ins Wasser fallen. Grmpf.

Klar, die Nebensaison hat hier auch einige Vorteile. Es sind wirklich so gut wie gar keine Toursiten unterwegs und wir haben das große Glück, dieses Land wirklich ganz hautnah und „echt“ kennen zu lernen. So hautnah, dass ich die Pferde einfach durch die Straßen gehen sehe oder zugucke, wie manche einfach mit ihren Pferden im Fluss zusammen baden gehen. Kein Witz. Jeder hier ist freundlich den Touristen gegenüber, und weil kaum jemand da ist, kann man fast immer mit jemanden ein Wort wechseln, zum Beispiel sich mit dem Police Officer darüber austauschen, welche Eissorte denn nun am besten ist (Chunky Monkey seiner Meinung nach übrigens).

Ich sollte also nicht rumheulen.

Irgendwie hatte ich mich mit meinem Schicksal abgefunden.

Bis die Besitzerin unseres super coolen Hostels in Placencia, Anda di Hows, fragte, ob wir nicht schnorcheln gehen wollten und uns einfach mal doch noch eine Tour organisierte – und das sogar günstiger, als im Internet stand! Wir fuhren also mit einem Fischer hinaus zum Riff, der dort fischen ging, Hummer fing und Clongs sammelte, während wir nebenbei schnorchelten – ein absoluter hammer Trip, bei dem wir nicht nur jede Menge bunter Korallen, einen einsamen Caye, der nicht touristenüberlaufen war, und Fische gesehen haben, sondern auch noch jede Menge über das Meer und seine Bewohner lernten. In dem Moment liebte ich die Lower Low Season abgöttisch für die Möglichkeiten, die sie mir hier bot, dieses Land zu entdecken!

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Inzwischen sind wir in San Ignacio angekommen. Hier sind wir zwar nicht mehr die einzige Touristen, aber auch hier hat uns die „Lower Low Season“ warm und wohlig empfangen. Okay, inzwischen auch mit ein bisschen Regen noch dazu, aber das nehmen wir doch gerne in Kauf. :)

Marlena

PS: Unterwasserbilder gibt es von diesem Tag leider nicht, denn ich war so blöd, den Akku nicht in die Gopro zu packen. :D

 

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