Reisetagebuch #004: Wie ein Sandkorn großes bewirkte oder ‚Karibikinsel und Bindehautentzündung‘

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Ja, ich habe hiermit den großen Cliffhanger schon vorweg genommen. So kann uns zumindest niemand Clickbait vorwerfen. ;-)

Wir waren also gerade in Caye Caulker angekommen, verbrachten einen wahnsinnig coolen, ersten Tag auf der Insel und düsten mit unseren Fahrrädern umher.

Bis es abends dann zur Katastrophe kam.

Auf dem Nachhauseweg, ungelogen, keine be* fünf Meter vor unserer Unterkunft, rief Marc dann plötzlich, dass er ein Sandkorn ins Auge bekommen hatte.

Mist.

Das einzig gute an der Sache: Marc ist ja zumindest Optik-Meister, er weiß also genau, was zu tun ist.

Und so kam es, dass wir mitten in der Nacht noch versuchten, sein Auge auszuspülen, denn dieses blöde Sandkorn wollte partout nicht verschwinden.

Wollte es auch nach dem Ausspülen nicht.

Am nächsten Morgen sah das ganze dann so richtig schlimm aus.

So schlimm, dass selbst Marc damit einverstanden war, dass ich einmal mit dem Fahrrad losfahren und gucken würde, wo sich denn der Arzt bzw. das Krankenhaus auf der Insel befinden würde.

Wir würden also an Tag 11 schon unsere Auslandskrankenversicherung in Anspruch nehmen, das nenne ich mal neuen Rekord.

Als ich dann aber zurück kam, sah Marc schon besser aus.

Das Sandkorn hatte er rausbekommen, jetzt hatte er sich nur bei der ganzen Rumreiberei eine Wimper ins Auge gerieben, aber das wäre okay, die würde da von allein wieder rauskommen, wir könnten jetzt an den Strand fahren und unsere Schnorcheltour buchen.

Das haben wir dann auch gemacht. Die Schnorcheltour sollte nachmittags losgehen, wir blieben vormittags noch ein wenig am Strand und machten uns über Mittag nach Hause.

Und dann, als ich im Bad vorm Spiegel stand, traf mich plötzlich der Blitz.

„Marc, guck dir bitte mal mein Auge an, kann das sein dass ich eine Bindehautentzündung habe?!?!?!?!“

Marc bejahte das nur kleinlaut und stellte dann selbst fest, dass auch er mit denselben enzündeten Augen gesegnet war.

Ja Jackpot.

Und was nun?

Also, unsere Schnorcheltour wollten wir ja schon mal gar nicht streichen.

Also fuhren wir schnell in den Ort zu der Apotheke, die ich ausfindig gemacht hatte. Da die leider gerade geschlossen hatte, fuhren wir schnell weiter zum Supermarkt und kaufen irgendwelche Augentropfen, die das ganze ein bisschen lindern sollten.

Also Augentropfen rein, Taucherbrille auf!

Nach dem ersten Schnorchelspot musste ich aber leider feststellen, dass das mal so gar keine gute Idee war!

Während ich vorher noch kaum Beschwerden hatte, wurde es jetzt langsam schlimmer.

Und wisst ihr was? Nach dem zweiten Schnorchelspot wurde es natürlich noch schlimmer!

Und nach dem dritten? Naaa? Da konnte ich mein rechtes Auge gar nicht mehr offen halten!

Ich setzte also meine Sonnenbrille auf, damit niemand meine Augen sah und hielt das rechte, schlimme Auge, geschlossen. Zum Schluss sah ich fast echt gar nichts mehr. Marc ging es inzwischen schon besser. Mal wieder typisch, der steckt mich an und mir geht es anschließend schlechter als ihm.

Da Marc mein Auge relativ besorgt musterte, entschieden wir uns anschließend aber dazu, doch noch mal zur Apotheke zu fahren, um etwas richtiges zu besorgen.

Die Apothekerin werde ich wohl nie vergessen. Unser Dialog ging in etwa so:

„Hey, how are you?“

„Umm, not so good?“ *setzt Sonnenbrille ab*

„Oh nooooooo, Sweeeeeeeeetie, you gotta Pink Eye, oh you pooooooor thing!“

Dann setzte Marc seine Sonnenbrille ab. Dann in etwa noch mal das selbe Spielchen.

Letztlich haben wir die Apotheke mit Antibiotikum verlassen, was wir seit dem Tag an auch fleißig – und mutig, denn es brennt wie Sau – dreimal täglich ins Auge tropfen. Während ich am ersten Morgen die Augen überhaupt nicht aufbekam und sie komplett verquollen sind, kann ich inzwischen sagen, dass es schon viel besser ist!

Aber an Tag drei waren wir zum Nichtstun auf Caye Caulker „verdammt“.

Und was soll ich sagen? Das war letztendlich gar nicht so schlimm, wie ich anfangs gedacht hatte. Wir verzogen uns auf unser Rooftop, in die Hängematte, luden uns ein Hörbuch herunter und lauschten spannend dem Krimi.

Es hätte wirklich schlimmere Wege gegeben, krank zu sein.

Und auch, wenn ich am Anfang schon wirklich sehr gelitten habe und mein Auge teilweise echt komplett verquollen war, so kann ich doch immer noch dankbar sein, dass es nur eine Bindehautentzündung und nichts schlimmeres ist, und dass diese auch momentan ganz gut abzuheilen scheint.

Klar, anfangs war ich verzweifelt und richtig sauer, dass wir auf dieser Reise bis jetzt eigentlich nur krank waren. Aber hey, es gibt immer schlimmeres!

An Tag zwei bzw. drei unserer Bindehautentzündung sind wir weiter nach Placencia gereist. Bei dem Fahrtwind, der uns sowohl auf der Fähre, als auch im Bus entgegen kam, haben wir uns dann kein bisschen mehr gewundert, wie es eigentlich zu der Bindehautentzündung gekommen ist.

Ach, und vor einer kleinen Herausforderung standen wir dann ja auch noch: das Antibiotikum darf ja eigentlich nicht über 30 Grad gelagert werden. Naaa, wer errät was wir gemacht haben?

Liebevoll haben wir es „Gefahrguttransport“ genannt; wir haben Eiswürfel in einen Ziplock-Beutel gepackt und in diese Eiswürfel eine weitere Tüte gepackt, in der sich die Augentropfen befanden. Sind wir gut oder sind wir gut? :D

Ihr seht also, es kann noch so viel schief gehen, wir lassen uns nicht unterkriegen! (Eventuell nur momentan von den Sandfliegen, die uns komplett gefressen haben, aber morgen, ich bin mir sicher, lassen wir uns auch davon nicht mehr unterkriegen!)

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