Unser kompakter 15-Punkte-Weltreiseplanungsplan

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Wer auf Weltreise gehen möchte, der wird ums planen nicht drumherum kommen, egal, wie spontan man auch sein mag. Wir sind schon seit (gefühlt) Ewigkeiten dabei, zu planen, haben uns durch Unmengen von Blogs, AGBs und co gelesen und fühlen uns inzwischen, also ob wir ein bisschen Ahnung von Weltreiseplanung haben (vermutlich auch nicht ganz, aber zumindest schon mal ein bisschen mehr). Und da wir ja beide Lehrer sind, brennen wir natürlich darauf, unser angehäuftes Wissen auch mit euch zu teilen. :D Also Vorhang auf für unsere Studenten-Version der Weltreiseplanung!

Inhaltsverzeichnis:

Schritt 1: Sich entscheiden
Schritt 2: Sparen
Schritt 3: Etwaige Route/Interessen festlegen
Schritt 4: Impfungen
Schritt 5: Flug buchen oder beobachten
Schritt 6: Wohnung kündigen
Schritt 7: Alles weitere kündigen
Schritt 8: Kreditkarte beantragen
Schritt 9: Dokumente besorgen
Schritt 10: Visa beantragen
Schritt 11: Auslandskrankenversicherung abschließen
Schritt 12: Andere Versicherungen?
Schritt 13: Deutsche KV kündigen
Schritt 14: Exmatrikulieren und richtig melden?
Schritt 15: Den Studentenjob kündigen

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Ja, das ist eigentlich klar oder? Aber da gibt es so viele Dinge, die in die Entscheidung mit einfließen, so viele Pros und so viele Contras! Natürlich entscheidet letztlich jeder selbst für sich, ob er/sie auf Weltreise geht oder nicht, aber dennoch wollen wir kurz erzählen, was uns von der Weltreise abgehalten hat oder wie wir dennoch das Positive sehen und uns auf in die Welt machen.

Ich bin ehrlich, für mich, Marlena, gab es eigentlich überhaupt nichts, das mich abhielt. Eher im Gegenteil: wer Lehramt studiert, der hat in der Regel nach dem Masterabschluss immer ein knappes halbes Jahr Pause, bis das Referendariat im Januar/Februar dann los geht… wenn das man keine günstige Reisegelegenheit ist. Ursprünglich war der Plan, diese Lücke dann einfach mit Reisen auszufüllen, dann kam der Gedanke: Warum nicht dann auch gleich zum neuen Halbjahr anfangen? Ich habe die Gelegenheit wirklich auf dem Silbertablett serviert bekommen: nicht wirklich Besitz, keinen Job und auch keine Freunde, die mich vermissen würden (ok, das klingt dramatisch, aber gemeint ist damit, dass niemand meiner Freunde da wohnt, wo ich wohne und ich sie sowieso nur total selten sehe und dass ich auch mit niemandem, den ich kenne, ins Ref starten würde – wo ist also der Unterschied zwischen „Im Januar alleine starten“ oder „Später alleine starten“? Richtig, nirgends). Mit anderen Worten: manchmal im Leben gibt es einfach passende Momente für eine Weltreise, die man einfach ausnutzen sollte.

Marc hatte nicht unbedingt diesen Silbertablett-Moment, sondern eher das klassische „Eingeworren-Sein“ in Deutschland. Nach viel Überlegen hat er sich aber auch dafür entschieden, nicht nur fürs Arbeiten zu leben, sondern schlichtweg einfach mal Spaß zu haben. Kann man ja wirklich nicht anders nennen.

Dass das nicht immer so ist, und dass die Contra-Punkte überwiegen, kommt manchmal auch vor. Wie zum Beispiel bei Janna.

Warum ich mich genau gegen eine Weltreise entschieden habe, werde ich noch ausführlicher berichten. Jedoch ist es für mich am wichtigsten, das man sich selbst bei seiner Entscheidung gut fühlt. Das Gefühl muss stimmen, und die Gegebenheiten. Ich habe Schulden, die abgezahlt werden müssen – und ich renne nicht vor meiner Verantwortung davon. Die Welt läuft mir nicht weg. Jeder muss diese Entscheidung für sich selbst treffen, aber es muss nicht immer gleich eine Weltreise sein. Es spielen so viele Faktoren hinein: Job, Familie, Finanzen – man ist eben nicht alleine, oder ich bin eben nicht so der Egomane wie es manch anderer ist. Für mich war das Zusammenspiel einfach wichtig, und ja ich würde auch gerne einfach mal vernünftig Geld verdienen mit Mitte 20, meine Schulden los werden und dann in die weite Welt hinaus!


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Egal, wem ich meinen Plan eröffne, es ist immer die erste Frage: „Wie kannst du dir denn so was leisten?“ Nun, während ich auf meinem 30 Jahre alten Karo-Sofa sitze, das gerade wieder mal dabei ist, langsam auseinander zu fallen (eines Tages werde ich einfach in dem Sofa verschwinden, so wie die ganzen Katzen in den Videos!) und diesen Artikel schreibe, kann ich die ganze Sache ziemlich fix zusammen fassen: jeder kann sparen, viele entscheiden sich nur dazu, dass sie das nicht müssen. 

Ich habe mich dafür entschieden.

Und dann wird das ganze plötzlich total einfach.

Für meine Weltreise spare ich eigentlich schon seit über zwei Jahren, seitdem ich von der letzten größeren Reise zurück gekommen bin, für die ich vorher gespart habe. Das „neue Winterstiefel kaufen“ zum Beispiel habe ich erfolgreich ganze vier Jahre aufgeschoben: „Also ein Jahr halten sie jetzt auch noch aus, und dann bin ich den Winter über ja eh in Australien“ Und als ich dann wieder hier war: „Also eigentlich sind es jetzt ja auch nur noch zwei Winter, bis es wieder in die Sonne geht…“ Nun, was soll ich sagen, vor ein paar Wochen habe ich sie endlich weg geschmissen und bin vor meiner Weltreise um diese Investition drum herum gekommen (erinnert mich bitte NICHT an den Investitionsstau, der mich erwartet, wenn ich wieder zurück bin :D).

Ihr seht also: nichts muss, aber alles kann. Deshalb werden wir euch auch nicht wie in diesen ganzen tollen „So sparst du mehrere hundert Euro pro Monat“-Posts schreiben, dass ihr den Kaffee morgens weg lassen sollt und dass ihr weniger shoppen sollt, denn das ist denke ich mal klar, dass man so sparen kann. Stattdessen wollen wir einfach nur sagen, dass Sparen eine Einstellung ist und, mit Job, genug Zeit, wenigen Verpflichtungen und richtiger Einstellung, jeder genug Geld für eine (Welt)reise zusammen bekommen kann. :-)

Zwar hat das ganze größtenteils mit Einstellung zu tun, aber wollen Janna und ich euch unseren Lieblingsspartipps doch nicht vorenthalten.

Jannas Spartipp: Das gute alte Sparschwein. Es mag für viele vielleicht doof klingen, aber ja das Sparschwein hilft mir ungemein beim sparen. Man muss sich eben auch nur daran halten. Ich werfe dort regelmäßig mein Kleingeld rein (was man ja sonst auch irgendwann ausgeben würde), und siehe da. Ich hab da schon ein paar 100€ mitgespart.

Marlenas Spartipps: Tipp Nummer 1: Also sie mag ja kontrovers diskutiert sein, aber ich liebe meine Payback-Karte! Wer meine Kaufgewohnheiten tracken möchte, bitte. Und wer glaubt, mit der Payback-Karte sowieso nicht zu sparen: natürlich werdet ihr nicht reich damit, aber ich habe inzwischen schon gut 100€ damit zurück bekommen – haben oder nicht haben. ;-) Insbesondere bei Gutschein-Aktionen solltet ihr einfach mal nachschauen, denn die Vielfach-Punkte-Coupons sind es meistens, die das ganze gut ankurbeln (einfach die App runter laden und los gehts!). Aber auch bei anderen Sparkarten bin ich nicht abgeneigt: bei IKEA genieße ich dank Family Card jedes Mal einen kostenlosen Kaffee und bei unserem Bäcker gibts nach zehn Broten immer eins umsonst! Kleinvieh macht auch Mist!

Tipp Nummer 2: Die Bonusprogramme der Sparkasse! Viele haben inzwischen welche, also schaut auf jeden Fall nach. Ich bin bei der AOK versichert und sammel Stempel für Dinge, die ich sowieso machen würde (Zahnkontrolle, Impfungen, Vorsorgeuntersuchungen, Sport etc.). Damit habe ich in den letzten drei Jahren knapp 200€ bekommen, ohne dass ich etwas anders gemacht habe – im Gegenteil, ich habe sogar meiner Gesundheit noch etwas gutes getan. :)

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Wir wollen euch weiß Gott nicht raten, vorher alles schon festzuzurren, das machen wir auch nicht und da sind war auch gar nicht so die Freunde von. Aber zumindest in etwa zu wissen, in welche Länder ihr reisen wollt ist meiner Meinung nach super wichtig, einfach um zu wissen, welche Impfungen man tatsächlich so braucht, welche Visa nötig sind (kann ich dort überhaupt ein Visum von unterwegs beantragen usw) und auch, wieviel man so sparen sollte. Viel mehr rate ich euch aber gar nicht die Route jetzt schon zu planen, sondern eher euch inspirieren zu lassen und vielleicht ein wenig zu stöbern, was eure „Must Sees“ sind. :-)

Super dazu sind übrigens verschiedene facebook-Gruppen, die zum Mitlesen und Austauschen einfach klasse sind! Empfehlen können wir die Gruppe Weltreise und Langzeit Community und falls ihr irgendwo Work and Travel plant, gibt es für die jeweiligen Länder auch Gruppen, die ich wirklich suuuper hilfreich finde!

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Ok, ihr wisst in etwa, wo es hingehen soll, dann kann man sich jetzt ja Gedanken über die Impfungen machen.Wir würden euch an dieser Stelle empfehlen, allerspätestens sieben Monate vor Reisebeginn mit dem Impfen anzufangen. Warum? Manche Impfungen bestehen aus zwei (teilweise sogar drei) Immunisierungen, die bis zu sechs Monate auseinander liegen können. Die Zeit solltet ihr noch haben und meiner Meinung nach ist es auch ganz angenehm, nicht erst ein paar Tage vor Abflug geimpft zu werden, solltet ihr zu der wehleidigen Sorte gehören… ;-)

Um welche Impfungen sollte man sich denn dann nun kümmern?

Also, ich habe ja im Internet immer wieder gelesen „Lasst euch beim Tropenmediziner beraten.“ Aber, ehrlich gesagt, habe ich das nicht. Einerseits, weil ich Ärzten eh nie so ganz vertraue (zehn Ärzte haben vermutlich eh elf verschiedene Meinungen) und andererseits, weil kein einziger Tropenmediziner auch nur in Reichweite meines Wohnortes gewesen wäre, ich also einen Wochenendtrip hätte machen müssen (und die sind irgendwie immer rar bei mir, weil ich gefühlt immer arbeite). Dass ich nicht beim Tropenmediziner war, soll aber nicht heißen, dass ich auch allen anderen Reisenden raten würde, den auszulassen, sondern jeden so machen zu lassen, wie er möchte. :-)

Ich habe mich einfach viel übers Internet schlau gemacht, habe mir die Impfempfehlungen genau angesehen und viel beim RKI schlau gemacht (ja, ich höre die ganzen besserwisserischen Ärzte, die ihr Pharmakram verkaufen wollen, schon Quacksalber rufen…)

First things first: die Standardimpfungen sollten auf jeden Fall aufgefrischt sein.

Was dann, auch nur für Kurzaufenthalte auf jeden Fall empfohlen wird, was ich auch sehr sinnvoll fand: Hepatitis A. Die meisten werden wohl als Kleinkinder bereits gegen Hepatitis B geimpft, das bedeutet aber NICHT, wie ich dachte, dass man automatisch auch gegen Hepatitis A geimpft ist! Hepatitis A kann durch schlechte Hygienebedingungen übertragen werden, weshalb ich das ganze für Südostasien auch durchaus sinnvoll fand. Die Impfung besteht aus zwei Impfungen im Abstand von sechs bis zwölf Monaten.

Hepatitis B wird übertragen durch Geschlechtsverkehr oder über das Blut, also etwa bei dreckigen Nadeln etc. Da ich als Kind schon geimpft wurde, kam diese Frage bei mir nicht auf, da Jannas Impfung als Kind nicht abgeschlossen wurde, hat sie sich aber doch dafür entschieden. Sicher ist sicher!  Für Hep A und B gibt es eine Kombiimpfung, die aus drei Impfungen besteht, die zweite nach vier Wochen und die dritte ein halbes Jahr nach der zweiten Impfung.

Und dann gibt es noch die Impfungen, die das RKI für Langzeitreisen nach Asien, Afrika und Mittel/Südamerika empfiehlt: Tollwut, Typhus und Japanische Enziphalie. Gegen Tollwut habe ich mich damals vor meinem Thailand-Trip impfen lassen, weil ich plötzlich eine Welle von Panik bekommen habe, was Tollwut angeht. Mein Arzt fand das zwar überflüssig, aber ich habe mich impfen lassen. Inzwischen sehe ich das ganze auch ein bisschen lockerer, insbesondere, weil Janna mich belehrt hat: Nach vielen Gesprächen mit meinem Arzt (dem ich doch einigermaßen vertrau), und einigen Recherchen im Internet: ich würde niemanden davon abraten, sich impfen zu lassen, wenn er es für nötig hält. Es ist eine Impfung, die starke Nebenwirkungen haben kann (wie jede Impfung). Ich habe sie erst einmal verschoben, da man a) eh nicht auf wilde Tiere zugehen sollte und b) wenn es passiert sein sollte, die Impfung immer noch nachgeholt werden kann. Man sollte sich wirklich impfen, wenn man vorhat Trekking-Touren zu machen, wo man nicht schnellstmöglich in ein Krankenhaus kommen kann. Schnellstmöglich bedeutet innerhalb eines Tages! :)

Tja, dann blieben noch Typhus und Japanische Enziphalie über. Typhus fand ich eigentlich ganz sinnvoll, da das über verunreinigte Lebensmittel übertragen werden kann, was in Asien ja nun auch nicht soo selten passiert. Da ich aber nach der Verbreitung geschaut habe, und Südostasien eher „nur“ eine mittlere Verbreitung hat und da der Impfstoff nur zu 50-70% schützt und scheinbar auch mit der Zeit nach lässt, habe ich mich jetzt erstmal dagegen entschieden, da wir ja auch ein Weilchen in Neuseeland bleiben wollen. Sollte ich mich doch noch dazu entscheiden, dann lasse ich mich dagegen in Neuseeland impfen, damit der Schutz in den tatsächlichen Regionen noch höher ist.

Japanische Enziphalie wird in ländlichen Gebieten Asiens durch Schweine und Pferde übertragen, nicht aber über Menschen (das sagt zumindest das RKI, Jannas Arzt meinte, es wird über die Menschen auch übertragen, sucht euch aus, wem ihr mehr glaubt, ich habe mich für erstere entschieden :D Wo wir wieder bei den vielen Meinungen wären :D). Laut RKI sollen von einer Million Urlaubern, die in diesen Regionen unterwegs sind, sich nur zwei mit Japanischer Enziphalie anstecken, weswegen ich mich gegen eine Impfung entschieden habe (denn ganz ehrlich, egal wie „off the path“ man auch denkt zu sein, SO „off the path“ ist man dann doch selten).

Malariaprophylaxe ist dann ja auch so ein Thema. Ich habe mich aber ganz bewusst dagegen entschieden, die für irgendwo zu nehmen, da ich bis jetzt fast nur gelesen habe, dass die Prophylaxe selber schon super hart war. Und in den extremen Risikogebieten bin ich nun auch nicht unterwegs. Was die Standby-Medikamente angeht bin ich noch ein wenig unsicher, da aber Asien noch ein wenig hin ist, habe ich mit der Entscheidung noch Zeit (und würde mich freuen, eure Meinungen zu hören!)

So, jetzt sind wir fast durch mit dem Impf-Wahn :D das einzige, das noch fehlt, wo ich Gott sei Dank drum herum komme, ist Gelbfieber: Die Impfung braucht man zwingend, wenn man in bestimmte Gelbfieberländer (die sind in Südamerika und Afrika zu finden) einreist und anschließend in andere Länder wieder reisen will. Da die Länder für mich aber alle nicht auf der Liste stehen, komme ich da immerhin drumherum.

Ach, und ein letztes noch: impfen ist natürlich nicht günstig, aber in der Regel erstatten die Krankenkassen ein Teil, wenn nicht sogar alles der Impfkosten! Janna ist bei der pronova BKK (Der Impfstoff wird zu 100% erstattet, die Arztkosten um 80%) und bekommt alles zurück, bei der AOK bekomme ich immerhin 80% erstattet. Nachfragen lohnt sich also immer!

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Zwar behaupten manche Websites, es gäbe die „perfekte Zeit, um einen Flug zu buchen“, aber das glaube ich nicht. Ich mache das eher anders. Wenn ich weiß, was ich möchte und wo meine Toleranzgrenze liegt, dann fange ich so früh wie möglich an, regelmäßig Flüge zu suchen und zu vergleichen. Sollte ich jetzt irgendwann, egal wann, den Flug gefunden haben, mit dem ich komplett glücklich und zufrieden bin, dann buche ich einfach. Punkt. So habe ich zum Beispiel unsere Startflüge nach Mexiko ganze neun Monate vor Abreise gebucht. Damit hätte ich anfangs selber nicht gerechnet, aber seitdem ist der Flug immer nur teurer geworden, ich habe also alles richtig gemacht.

Außerdem würde ich euch raten, zumindest für die ersten Nächte eine Unterkunft zu buchen. Da unser Programm für Mexiko, Belize und Amerika relativ knackig getimt ist, da wir uns ja mit Janna dort treffen und das ganze irgendwie ein bisschen angleichen mussten, ist zumindest für diese Länder die Route schon geplant und auch alle Unterkünfte gebucht (in Amerika hatten wir ein wenig Schiss, dass die Preise nach hinten raus eher explodieren). Aber das ist natürlich jedem selbst überlassen, wie er das handhabt. :-)

Ich weiß, dass viele erst ein paar Monate vorher ihren Flug buchen, aber wenn ihr mich fragt, dann würde ich, sobald ihr wisst, wann es losgehen soll und vor allem wohin, einfach immer mal alle paar Tage die Flugpreise checken, denn ja, es gibt tatsächlich auch gute Frühbucherpreise! :-)

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Ach ja, die Wohnung. Das können wir auch kurz und schmerzlos machen, es gibt nur zwei Möglichkeiten: entweder kündigen (und die Sachen irgendwo unterstellen oder ganz verkaufen) oder untervermieten.

Nachteil der Untervermietung: man ist nicht recht flexibel, was die Rückkehr angeht, Nachteil der Kündigung: deine Sachen müssen irgendwo hin (und je nach Wohnort könnte es schwierig werden, eine neue Wohnung zu finden). Ich hab mich wirklich doof gegooglet aber so wirklich andere Möglichkeiten gibt es nicht unbedingt, was man mit seiner Wohnung machen kann.

Manchmal habe ich noch gelesen, dass Weltreisende ihre Wohnung bei Airbnb reinstellen und sich vor Ort jemanden suchen, der die Wohnung dann herrichtet und die Gäste in Empfang nimmt. Dazu braucht man nur jemanden vor Ort und muss auch irgendwo leben, wo das tatsächlich interessant wäre… also auch nicht unbedingt die Wunderlösung.

Dran denken: Wohnung sollte drei Monate vorher gekündigt werden, das Untervermieten muss auf jeden Fall mit dem Vermieter abgeklärt werden, der kann sich da auch manchmal quer stellen!

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Wir haben ja alle irgendwo doch noch Verträge laufen, die wir für selbstverständlich halten, die aber fürs Ausland völlig überflüssig sind. Schaut einfach eure Kontoauszüge durch, was da monatlich so abgeht und was ihr im Ausland definitiv nicht braucht: das Handy zum Beispiel könnt ihr auf alle Fälle kündigen, Netflix haben wir auch gekündigt (wir sind ja nicht zum fernsehen gucken unterwegs) und und und. Das braucht man nicht alles mit ins Ausland nehmen. :-)

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{Stand Juli 2017}

War ich bis jetzt doch recht ‚faul‘ und immer mit meiner Sparkassen-Kreditkarte und Konto unterwegs, so habe ich mir jetzt für die Weltreise vorgenommen, die günstigste Version auszusuchen (ich hab ja schließlich auch keinen Goldesel im Garten stehen, der mir die hohen Automaten-Gebühren unterwegs bezahlen würde). Also habe ich mich das letzte halbe Jahr immer mal wieder mit dem Thema beschäftigt, recherchiert was das Zeug hält (natürlich auch ordentlich auf verschiedenen Blogs) und schon mal vier Favoriten gefunden.

Nämlich die DKB Bank, Santander, comdirekt und N26.

Und dann folgte die Feinrecherche.

Für die habe ich die Websites auf jedes noch so kleine Sternchen und jeden noch so kleinen Hühnerfuß abgesucht und diese Woche hat sich meine bessere Hälfte erbarmt und, ja tatsächlich, die AGBs gelesen.

Keine Ahnung, ob ich mich jetzt also Profi bezeichnen kann (eher nicht), aber auf jeden Fall habe ich jetzt vermutlich so ziemlich alle Haken der jeweiligen Konten aufgedeckt, die es so gibt (um leider feststellen zu müssen, dass eben doch nicht alle Kreditkarten so komplett kostenlos sind, wie man manchmal den Eindruck hat). Also für alle, die auch noch auf der Suche nach einer Kreditkarte sind, oder alle, die auch AGBs gelesen haben und etwas korrigieren wollen, weil wir es doch nicht richtig recherchiert haben, lasst es uns nur wissen!

Fangen wir mal mit der wohl bekanntesten Bank an und auch der, für die ich mich entschieden habe, der DKB.

Kostenlos bei dieser Kreditkarte ist das Konto (keine Kontoführungsgebühren und auch keine regelmäßigen Gebühren für die Kreditkarte), Transaktionen und Geld abheben (außer die Gebühren, die die Geldautmaten erheben).

Was die DKB allerdings berechnet, sind Fremdwährungsgebühren in Höhe von 1,75% auf alle Währungen, die nicht Euro sind (also für viele Weltreisende vermutlich auf fast alles). Allerdings erst ab dem zweiten Jahr, im ersten Jahr werden die Fremdwährungsgebühren noch erstattet. Ab dem zweiten Jahr kann man drumherum kommen, wenn man „Aktivkunde“ ist, also jeden Monat einen Geldeingang von mind. 700€ nachweisen kann.

Die DKB hat sich auf Studenten und Weltreisende „spezialisiert“, jedenfalls würde ich behaupten, dass ihr hier recht einfach eure Kreditkarte bekommt, wenn ihr kein monatliches, festes Einkommen habt. War für mich recht beruhigend.

Weiterer Vorteil bei der Bank, wenn man unterwegs ist: die TAN für die Online-Überweisungen kann ich mir per App zustellen lassen und nicht per SMS, was außerhalb Deutschlands ja durchaus schwieriger zu bewerkstelligen wäre.

Letztendlich schien mir das wie die beste Lösung, weshalb ich die Kreditkarte dann beantragt habe. Dazu kann ich nur sagen: Das ganze ging problemlos von statten, auch ich als Student habe einfach so meine Kreditkarte bekommen und bin jetzt glücklich und zufrieden. Die Kreditkarte hat ein Limit von 500€, falls mir das aber zu wenig ist, kann ich problemlos von meinem Girokonto Geld auf das Kreditkartenkonto überweisen und somit das Limit anheben – alles easy peasy!

Dann hab ich mir die comdirekt angeschaut, die lange Zeit mein Favorit war. Bis ich dann doch endlich das Sternchen gefunden habe (naja, Papa hats gefunden), das ich die ganze Zeit gesucht habe und das mir gezeigt hat, dass das Angebot doch nicht das Allerheilmittel ist. Der große Vorteil hier ist, dass man eine 100€ Wechselprämie kassieren kann. Konto und Kreditkarte sind auch hier umsonst, genauso wie Geld abheben und Transaktionen. Allerdings wird die Fremdwährungsgebühr in Höhe von 1,75% hier ab dem ersten Tag an fällig.

Ist jetzt die Frage, ob ich im ersten Jahr mehr also 100€ durch Fremdwährungsgebühren ausgegeben hätte, ich habe mich jetzt für die DKB entschieden, wer es genau kalkulieren will wird vielleicht wissen, wobei er günstiger weg kommt.

Außerdem hab ich gelesen, dass der Wechselkurs der comdirekt wohl ganz ganz grausig sein soll. Da kann ich natürlich auch keinen Erfahrungsbericht zu abgeben, aber das wäre auf jeden Fall etwas, das es zu berücksichtigen gilt.

Die N26 war auch mit im Rennen. Überall habe ich gelesen, dass auch hier das Konto und alle Abhebungen und Transaktionen komplett kostenlos sind, was auch stimmt, aber wieder habe ich bei dieser Variante Fremdwährungsgebühren von 1,75% gefunden! Will man die umgehen, dann kann man für 6€ mtl. ein Konto bekommen, bei dem wirklich alles kostenlos ist und bei dem auch die Fremdwährungsgebühren entfallen. Das coole an dieser Bank ist, dass das ganze mit einer App kommt, über die ihr quasi alles, wirklich alles steuern könnt.

Diese super coole Konto (das für 6€ mtl.) hat sich Marc zugelegt und bis jetzt ist er noch ganz zufrieden!

Die Santander wirkt auf den ersten Blick wie die ultimative Lösung für alle Backpacker: das Konto kostet nichts, die Kreditkarte auch nicht, Geld abheben und Transaktionen auch nicht und on top gibt es auch noch 1% Tankrabatt und die Gebühren, die manche Geldautomaten im Ausland erheben, werden auch noch erstattet. Leider gibt es bei solchen Angeboten aber immer ein aber: diese tollen Kontobedingungen habe ich nur gefunden, wenn ich einen monatlichen Geldeingang von mindestens 1000€ nachweisen kann, was ich als Backpacker nicht kann (und leider auch nicht vorher als Student). Also ist damit diese Konto bei mir auch schon mal rausgefallen.

Für Marc war sie aber nicht rausgefallen, da der ja doch ein bisschen verdient. Warum er jetzt plötzlich noch eine Kreditkarte wollte? Wir wollen in Amerika ein Wohnmobil mieten und wie sich herausstellte, werden in Amerika ausschließlich „echte“, also keine Debit-Kreditkarten akzeptiert. Bis auf die Santander sind inzwischen alle kostenlosen Kreditkarten nur Debitkarten. Also haben wir ganz fix vor Beginn der Reise noch schnell die Santander-Karte für ihn beantragt.

So gut wie die Karte aber auch klingt, einen Haken hat sie doch: man muss seine Ausgaben selbst ausgleichen, ohne dass man daran erinnert wird. Einen Artikel, in dem das ganze wirklich super erklärt wird, ist der hier: https://travel-dealz.de/blog/santander1plus-visa-kreditkarte/ Ist zwar blöd, aber eine andere Lösung hatten wir für Amerika nicht.

Letztendlich haben wir uns für die DKB und N26 aus zwei Gründen entschieden: wir wollten eine Visa und eine Mastercard auf Reisen dabei haben (nur, um auf Nummer sicher zu gehen) und wir wollten unterschiedliche Vorteile haben; vielleicht kann man ja doch immer mal sparen, indem man die Karte mit den gerade besseren Konditionen nimmt. :-) Achja, und Marc fand die Sache mit der App einfach nur cool. :D Die Santander gabs hauptsächlich, um in Amerika über die Runden zu kommen. Ein Update, wie es unterwegs tatsächlich so aussieht, wird es dann in ein paar Monaten geben.

Ich habe meine Karte drei Monate vor Abreise beantragt, Marc etwa ein bis zwei Monate eher und die Santander sogar nur sechs Wochen vorher. Rein theoretisch wäre es für mich natürlich sinnvoller gewesen, die Karte so spät wie möglich zu beantragen, um das Jahr ohne Fremdwährungsgebühr voll auszunutzen, ABER zu spät habe ich mich auch nicht getraut, denn bedenkt, dass euch die Karte ja auch erstmal zugeschickt werden muss und der Antrag geprüft werden muss! Es gibt zwar keine bestimmte Zeit, zu der wir raten würden, die Kreditkarte zu beantragen, jedoch würden wir auf jeden Fall dazu raten, nicht zu lange damit zu warten. Und solltet ihr noch keine andere Kreditkarte haben, dann besser sowieso früher als später, schließilch wollt ihr euch den Flugschnapper ja nicht entgehen lassen, nur, weil ihr noch keine Kreditkarte habt, mit der ihr ihn buchen könnt (oder Visa beantragen etc.)

Wenn ihr eure neue Kreditkarte und Girokarte dann habt, dann solltet ihr außerdem daran denken, vor Reisebeginn euer altes Konto zu kündigen, denn da werden sonst ganz schön viele Kontführungsgebühren fällig. Wer mag, kann dafür auch einen Kontowechselservice der jeweiligen Bank nehmen, Marc hat darüber seinen Kontowechsel gemacht, ich habe alles „selbst“ geregelt. Nur zur Bank muss man dann zum Schluss selbst mit seinen Karten, die dann zerstört werden.

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Falls ihr noch keinen Reisepass besitzt, wird es jetzt langsam Zeit, ihn zu beantragen. Schiebt das nicht allzusehr auf die lange Bank, denn einerseits braucht ihr euren Pass, um die Visa zu beantragen (und manche Visa dauern), und andererseits müsst ihr bei manchen Airnlines bei der Flugbuchung eure Reisepassnummer angeben – und ihr wollt doch nicht, dass euch nur wegen eines fehlenden Reisepasses der super Flug entgeht! Und wenn ihr Pech wie ich habt, dann müsst ihr eine ganze Weile auf euren Pass warten… immerhin war die Dame bei der Stadt so nett und hat mir vorher schon meine Reisepassnr. gegeben, damit ich die zum Beantragen der Visa etc. pp. hatte!

Außerdem würde ich euch raten, auch einen gültigen Personalausweis mitzunehmen. Der ist im Ausland zwar nicht gültig, aber für den hoffentlich unwahrscheinlichen und unglücklichen Fall, dass man seinen Reisepass verliert/er geklaut wird, schadet es vermutlich nicht, zumindest ein anderes deutsches Dokument in der jeweiligen Botschaft vorzeigen zu können, das deine Identität bestätigt.

Falls ihr vor habt, im Ausland Auto zu fahren, dann solltet ihr euch auch um einen internationalen Führerschein kümmern. Den gibt es für 16€  bei eurem zuständigen Straßenverkehrsamt in der Führerscheinstelle dort. Einfach mit biometrischem Passbild und dem deutschen Führerschein hin und schon wird euch der internationale Führerschein ausgestellt, den ihr sofort mitnehmen könnt. Das letzte Mal, als ich ihn brauchte, habe ich ihn zwei Wochen vor Abflug erstellen lassen und diesmal wird es auch nicht eher, also hier braucht man wirklich nicht hetzen. :D

Was ich außerdem noch vorhabe ist, meinen Eltern eine Generalvollmacht auszustellen. Sollte irgendwas sein, können die dann nämlich einfach für mich vor Ort handeln. :-) Ich habe in einer der bereits erwähnten tollen Facebook-Gruppen so einen Vordruck zugeschickt bekommen, der sehr hilfreich war, sollte irgendjemand auch daran Interesse haben, dann meldet euch einfach.

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Mit den Visa würde ich auch nicht zu lange warten, insbesondere wenn ihr ein paar „spezielle“ braucht (China, Russland etc.). Für den Anfang meines Trips brauchte ich zum Glück nur ein Visum, nämlich das Working Holiday Visum für Neuseeland. Das habe ich ein dreiviertel Jahr vorher ca. beantragt, einfach, um auf der sicheren Seite zu sein (man will die Sachen ja auch abhaken). Ansonsten brauchte ich nur für Kanada und Amerika die elektronischen Einreisegenehmigungen. Zum Glück konnte ich alles bequem online machen, wodurch ich rein theoretisch auch alles erst eine Woche vor Abflug hätte machen können. Aber je nach Land kann es sich lohnen, rechtzeitig mit der Beantragung des Visums zu beginnen. Oder auch weil man einfach nur Hummeln im Hintern hat. :D

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Wer verreist, der braucht zwingend eine Auslandskrankenversicherung. Wenn man im Internet mal unterwegs ist, dann hört man gefühlt überall Hanse Merkur. Die ist auch wirklich nicht schlecht, mit der war ich zum Beispiel das letzte Mal unterwegs. Dieses Mal habe ich aber noch ein bisschen weiter recherchiert und MEINE drei Favoriten aufgeschrieben (bereits vorher ausgeschlossen, aber auch möglich wären Mawista und ADAC).

Hanse Merkur: Ich erwähnte es ja, mit denen war ich schon mal unterwegs. Die kann für ein Jahr abgeschlossen werden und kostet dann 1,15€ pro Tag (exklusive USA und Kanada), bei mehr als einem und bis zu fünf Jahren kommt man auf knapp 2€ pro Tag. Soweit ich weiß kann die Hanse Merkur von unterwegs NICHT verlängert werden (keine Garantie), solltet ihr aber eher zurück kommen, gibt es das zu viel gezahlte Geld zurück.

Envivas: Die Krankenkasse ist mit 26,70€ etwas günstiger als die Hanse Merkur, allerdings, so habe zumindest ich es heraus gefunden, gilt die nur für maximal ein Jahr und nicht länger.

Allianz über Sta Travel: Die Versicherung kostet so ziemlich dasselbe wie die Hanse Merkur (34€ mtl. exklusive USA und Kanada im ersten Jahr), der große Vorteil hier ist aber, dass dieser Preis ab dem zweiten Reisejahr um nur 2€ monatlich ansteigt und auch bis zu fünf Jahre gilt. Außerdem kann man die Versicherung, wenn man sie vorher noch nicht in Anspruch genommen hat, einmal auf Reisen verlängern. Geld gibts hier auch zurück, wenn man früher heim kommt und zwei Wochen Heimaturlaub sind auch mitversichert.

Da wir nicht genau wussten, wie lange wir tatsächlich unterwegs sein wollen und uns nicht vorschreiben lassen wollten, wie lange wir maximal unterwegs sein dürfen, haben wir uns für die Allianz entschieden. Das Geld für den gesamten Zeitraum wurde auf einmal abgebucht und jetzt hoffen wir natürlich, dass wir diese Versicherung nie brauchen werden! :D

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Ganz ehrlich? Ich halte alle anderen Versicherungen, die mir gefühlt jeder überall aufquatschen wollte, für überflüssig!! Wenn ich mein Gepäck verliere, dann kriege ich eh nicht den tatsächlichen Wert wieder und zahle vermutlich viel mehr in die Versicherung ein, als die mir auszahlen würden. Und Reiserücktrittsversicherung habe ich sowieso noch nie gebucht. Aber das muss jeder selber wissen. Meine Meinung ist aber: da zahlt man eh viel mehr rein, als man später überhaupt rausbekommen würde.

Mit einer Ausnahme: der Haftpflicht. Die halte ich durchaus für sehr sinnvoll. Jetzt aber gleich die gute Nachricht: in der Regel gelten alle deutschen Haftpflichtversicherungen auch fürs Ausland (für zwei Jahre). Erkundigt euch also einfach mal bei eurer Haftpflicht und vermutlich braucht ihr dafür dann nicht mal etwas ändern.

Denkt aber dran: Wenn ihr bis jetzt als Studenten in der Familienversicherung eurer Eltern wart, dann wird das mit Beendigung des Studiums nicht mehr klappen. Ich habe deshalb meine eigene Haftpflicht bei der VHV abgeschlossen für gerade mal 48€ im Jahr. Da kann niemand sagen, dass er sich das nicht leisten kann!

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Also wenn ich ehrlich bin, vor diesem Punkt hatte ich ja wirklich unendlich viel Schiss und schon seit Monaten ein ungutes Gefühl im Magen. Glücklicherweise kann ich jetzt behaupten: mein Bauchgefühl hat mich getäuscht! Denn, da sind wir uns wohl alle einig, die Krankenkassenbeiträge weiter zu zahlen, wenn man ganz definitiv keine Leistungen in Anspruch nimmt, ist absolut keine Option für einen Budget-Reisenden!

Ich bin bei der AOK versichert, derzeit noch in der Familienversicherung, da Student, und ich habe einfach mal ganz lieb eine E-Mail hingeschickt und meinen Fall geschildert, warum ich meine Mitgliedschaft „unentgeltlich ruhen lassen“ möchte (danke noch mal an meinen Pa für diese perfekte Formulierung). Damit das ganze dann umgesetzt werden kann, musste ich nur die Bestätigung meiner Auslandskrankenversicherung und Flugtickets/Visa hinschicken.

Dass das so einfach geht, damit habe ich zugegebenerweise nicht gerechnet. Insbesondere, da man im Internet manchmal ja auch andere Sachen liest.

Da ich befürchtet hatte, dass es auch bei mir nicht so einfach werden würde, hatte ich mich vorher schon ein wenig schlau gemacht und möchte mein (Halb-)Wissen hier noch kurz teilen.

Viele Versicherungen wollen Anwartschaften aufschwatzen, sprich man zahlt 50€ monatlich dafür, dass man zwar keinen Anspruch mehr auf Leistungen hat, aber anstandslos, wenn man wieder kommt, wieder in die KV aufgenommen wird. Da in Deutschland aber Versicherungspflicht herrscht, ist das nur für privat versicherte interessant, ansonsten muss dich die gesetzliche Krankenkasse wieder aufnehmen, mit oder ohne Anwartschaft (nennt sich Kontahierungszwang).

Für den Fall, dass die sich bei mir aber doch etwas anstellen, hatte ich mir die Niederschrift des GKV-Spitzenverbandes zur Seite gelegt, die es hier gibt: https://www.vdek.com/vertragspartner/mitgliedschaftsrecht_beitragsrecht/versicherungspflicht/_jcr_content/par/download_5/file.res/nichtversicherte_auslandsversicherung.pdf

Aber letztendlich lief alles gut. Also was ich raten würde ist, einfach mal lieb an die Krankenkasse schreiben und das Anliegen schildern, im Hinterkopf wissen, wie die Lage ist und dann einfach auf das beste hoffen und im Notfall eben auf sein Recht pochen.

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Herzlichen Glückwunsch, ihr habt euer Studium beendet und wollt auf Weltreise gehen! Bevor ihr losfliegt solltet ihr euch aber unbedingt exmatrikulieren – einerseits, weil ihr dazu verpflichtet seid, euch nach der Beendigung des Studiums zu exmatrikulieren, andererseits, weil ihr ja sicherlich auch euer Zeugnis haben wollt. Egal, wann ihr fliegen wollt, ich würde euch absolut raten, bis zum Ende des Semesters noch eingeschrieben zu bleiben und am besten noch im selben Semester, wenn möglich, auf Weltreise zu gehen. Ich werde zum Beispiel bis 30.09. Student bleiben und am 17.09. fliegen. Damit habe ich keine blöde Lücke, in der ich nicht mehr in der Familienversicherung wäre aber auch noch keine Auslandskrankenversicherung greifen würde, sondern das ganze geht wundervoll ineinander über. Achja, und mein Semesterticket kann ich auch noch bis zum Ende benutzen. ;-)

Für alle, deren Uni das ganze genauso unübersichtlich geschrieben hat, wie meine: wenn es heißt, man bekommt das Zeugnis nur mit der Exmatrikulationsbescheinigung – die kann man sich auch für ein Datum in der Zukunft ausstellen lassen und nicht nur für den Moment, in dem man da steht und sich exmatrikulieren lassen will.

Keine Garantie, dass das jede Uni so macht, wir wissen ja alle, dass jede Uni sein eigenes Süppchen kocht, aber falls ihr so etwas lesen solltet, dann lohnt es sich auf jeden Fall, da noch mal nachzuhaken.

Eine weitere Frage, die sich beim Thema Studienende manche jetzt vielleicht stellen (zumindest hat mich die Frage nicht losgelassen), war, wie es denn jetzt weiter geht mit mir und ob ich mich beim Arbeitsamt melden müsste. Um auf Nummer Sicher zu gehen, bin ich einfach mal hingewatschelt und hatte einen netten Mitarbeiter, der mich aufgeklärt hat:

Ich, als Student, der noch nicht sozialversicherungspflichtig gearbeitet hat, muss einfach nichts machen – denn einen Anspruch auf Leistungen hätte ich ja sowieso nicht. Von daher, alles easy-peasy. Und an alle, die jetzt wegen der Rente später und der Lücke verunsichert waren (so wie ich es auch war): der nette Herr hat mir erklärt, dass das ein ziemlicher Irrglaube ist und dass es auch überflüssig wäre, sich zwischen Schule und Studium deswegen arbeitslos zu melden, so wie das ja auch immer ganz viele machen wollen. Aber gut, der Herr vertrat auch die Auffassung, dass wir später sowieso gar keine Rente mehr kriegen… :D

Gemeldet bleibe ich übrigens einfach bei meinen Eltern. Wenn Post ankommt, dann informieren die mich. :-)

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Wer als Student auf Weltreise geht, der wird wohl mit sehr, sehr großer Wahrscheinlichkeit einen Nebenjob haben. Vergesst nicht, den zu kündigen vor lauter Planungswahn (wäre mir fast passiert). Ich würde mal behaupten, dass bei den einfachen Aushilfsjobs nur eine Kündigungsfrist von einem Monat vorgeschrieben ist (zumindest war es bei mir bis jetzt immer so), aber schaut vorsichtshalber noch mal in eurem Vertrag sind. Das sind Probleme, die man einfach vermeiden kann.

So und jetzt gratuliere ich euch, ihr habt alle Schritte durchgezogen und seid bereit, in den Flieger zu steigen? Genießt es! Und macht euch keine Sorgen, denn es ist alles geplant! :D

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